Lokalsport

Rückspiel unter veränderten Vorzeichen

Der morgige Gegner der Knights ist vom Aufstiegsfavoriten zum Abstiegskandidaten geschrumpft

Nach dem deutlichen Heimsieg gegen Magdeburg treffen die Zweitliga-Basketballer aus Kirchheim morgen (19 Uhr) in der Karlsruher Europahalle auf den nächsten Gegner aus der Abstiegsregion. Für die BG geht es als Tabellenletzter bereits um alles. Doch auch die Knights brauchen dringend zwei Punkte, um auf Play-off-Kurs zu bleiben.

Das Hinspiel in Kirchheim war heiß umkämpft bis zum Schluss. Das könnte auch morgen so sein. Mit dem besseren Ende für die Gäste
Das Hinspiel in Kirchheim war heiß umkämpft bis zum Schluss. Das könnte auch morgen so sein. Mit dem besseren Ende für die Gäste? Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Hätte man vor der Saison über dieses Spiel gesprochen, wäre die Rollenverteilung wohl eine andere gewesen, als am 24. Spieltag der Pro A. Karlsruhe galt vor dem Start als Mannschaft, die vorne mitspielt. Das Ergebnis des ersten Spieltags, an dem Kirchheim den Badenern vor eigenem Publikum mit 82:84 unterlag, bestätigte dies. Unter der Teck sah man die Niederlage zunächst gelassen. Schließlich ging es gegen einen Aufstiegskandidaten.

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Doch seit diesem 28. September vorigen Jahres ist eine Menge passiert. Die BG ist seit Wochen Schlusslicht in der Tabelle, und während die Kirchheimer ihr Zwischentief scheinbar überwunden haben, läuft bei den Karlsruhern weiterhin wenig zusammen. Nach dem Auftakterfolg in Kirchheim verließ die Mannschaft von Trainer Torsten Daume nur noch vier Mal als Sieger das Feld. Dass das Team nicht zusammenwachsen will, liegt auch an zahlreichen Verletzten, zu denen auch der Ex-Kirchheimer Nils Menck gehört.

Mittlerweile hat der Karlsruher Kader sein Gesicht deutlich verändert. Erfahrene Leute wie Willie Bannister oder der letztjährige BBL-Spieler Lamont McIntosh wurden im Winter geholt. Die große Wende brachte auch das nicht. An Pro-A-Tauglichkeit fehlt es den Karlsruhern nicht. Von den letzten zehn Partien gingen zwar neun verloren, doch sieben davon mit einer Differenz von fünf Punkten oder weniger. Vorläufiger Schlusspunkt dieser schwarzen Serie: das vergangene Heimspiel gegen Nürnberg. Ins Schlussviertel noch mit einer zweistelligen Führung gegangen, verspielte die BG ihren Vorsprung und verlor am Ende mit 82:86. Der Druck, der auf den Karlsruhern lastet ist gewaltig – und wächst von Spieltag zu Spieltag. Das Spiel gegen Kirchheim ist folglich ein „Must-Win,“ besonders, wenn man die kommenden Spieltage betrachtet. Da treffen die Badener mit Crailsheim, Jena und Göttingen auf die drei Topteams an der Spitze.

Doch auch die Knights brauchen dringend zwei Punkte, wollen sie den gerade zurückeroberten Playoff-Platz nicht gleich wieder aus den Händen geben. Kirchheim hält nach wie vor Kontakt nach oben: Der Tabellenfünfte aus Gießen hat nur zwei Zähler mehr auf dem Konto, ebenso wie Heidelberg (6.) und Nürnberg (7.). Es geht also in die entscheidende Saisonphase, und auch für die Ritter hat es das Restprogramm in sich: Es warten noch die Top-Teams aus Göttingen, Gießen, Nürnberg und Chemnitz. Allesamt direkte Konkurrenten um die Play-off-Tickets. Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic nimmt die morgige Aufgabe jedenfalls äußerst ernst: „Karlsruhe hat von den Namen her eine der stärksten Mannschaften in der ProA. Sollten diese Jungs ins Laufen kommen, kann die BG jeden Gegner schlagen.“