Lokalsport

Rund 300 Zuschauer feiern Basketball-Fest

VfL-Landesligamannschaft gewinnt Spitzenspiel gegen Eriskirch mit 80:72

Das „Spiel des Jahres“ der Kirchheimer Landesliga-Basketballer hielt, was es versprach: Dramatik, Spannung, Klasse. Am Ende gewann die bessere Mannschaft, der VfL, mit 80:72 gegen den TSV Eriskirch.

Unwiderstehlich: Desmond Strickland war mit 31 Zählern treffsicherster VfL-Korbjäger. Foto: Deniz Calagan
Unwiderstehlich: Desmond Strickland war mit 31 Zählern treffsicherster VfL-Korbjäger. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Acht Spiele, acht Siege: Oberliga, wir kommen? Die 300 Zuschauer, die am Sonntagabend die Sporthalle Stadtmitte zum zweiten Mal am vergangenen Wochenende zum Basketball-Tollhaus machten, dürften nicht daran zweifeln. Zu stark war es, dieses Spiel des Ersten gegen den Zweiten. Hier wurde, das bestätigten auch die Experten wie zum Beispiel Ex-Coach Pasko Tomic oder die vielen Knights-Profis in der Halle, deutlich über Landesliga-Niveau gespielt. Und die Gäste vom TSV Eriskirch gaben ihren Teil dazu. VfL-Coach Bekim Kukiqi: „Großen Respekt für den Gegner, das ist wirklich eine gute Mannschaft.“

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Der Tabellenzweite kreuzte mit einem im Hauruck-Verfahren verpflichteten Amerikaner auf. Nickolas O’Brian Mosley hatte erst am Mittwoch seine Freigabe erhalten. Und der zwei Meter große, sprunggewaltige Power Forward avancierte gleich zum König unter den Brettern und Topscorer mit 19 Punkten.

Im ersten Viertel brannten beide Teams ein Basketball-Feuerwerk ab, das die Fans staunen ließ. Offensiv klappte fast alles, beide Kontrahenten trafen aus allen Lagen. Extrem wieder einmal Desmond Strickland mit vier Dreiern. Das Zwischenergebnis von 27:27 symbolisierte zehn nahezu perfekte Minuten – Kirchheim konnte neun Assists verbuchen.

Kukiqi brachte im zweiten Viertel zunächst seine zweite Fünf, Eriskirch ließ alle Stars auf dem Feld, und so gab es einen kleinen Rückschlag. Doch nach dem 27:32 (12.) kämpfte sich der VfL sofort wieder in die Spur, die Topscorer Desmond Strickland und Shkelzen Bekteshi kamen zurück und erzielten zwölf der 14 Punkte zum 41:42-Anschluss (18.). Zur Pause stand es erneut unentschieden (46:46), eine gute Pausenansprache war gefragt.

Die Wirkung der Erläuterungen von Kukiqi ließ allerdings auf sich warten: Die Gäste gingen mit einem 9:0-Lauf mit 57:53 in Führung (25.), doch der VfL schlug zurück. Der 11:0-Lauf vom 55:58 (26.) zum 66:58 (27.), der vor allem auf eine deutlich gesteigerte Intensität in der Abwehr und bereits nachlassende Kräfte beim TSV zurückzuführen war, bedeutete eine kleine Vorentscheidung.

Denn im letzten Viertel ging auf beiden Seiten offensiv nicht mehr viel. Zunächst verkürzte Eriskirch auf 70:68 (31.) und blieb danach geschlagene fünf Minuten komplett ohne Erfolgserlebnis. Aber auch der VfL machte durch Akant Sengül, der insgesamt ein „Double-Double“ von 16 Punkten und 16 Rebounds schaffte und sich allein im Schlussviertel acht Abpraller angelte, magere fünf Pünktchen in dieser Zeit. So wurde es doch noch einmal brenzlig, die Gäste kamen drei Minuten vor Schluss auf 75:72 heran.

Doch Kirchheim hat ja Desmond Strickland. Der Amerikaner, der nach dem Spiel ein „I love Germany“-T-Shirt überstreifte, lochte seinen sechsten Dreier ein. Es waren fast neun Meter Entfernung, von der Strickland seinen letztlich spielentscheidenden Super-Fernwurf zum 78:72 einlochte und seine sagenhafte Superleistung krönte. Bekim Kukiqi lobte natürlich trotzdem alle: „Heute waren wir ein Team, auf dem Feld und auf der Bank. Ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft!“

Wird der VfL jetzt Meister und steigt in die Oberliga auf? Bei noch acht Spielen kann man sich zwei Niederlagen leisten. Kukiqi weist nur auf das nächste Spiel hin: „Ab Dienstag reden wir nur noch über Nagold!“ Und lässt sich dann doch hinreißen: „Wenn wir das noch vergeigen, höre ich mit dem Basketball auf.

VfL: Bekteshi (17/2), Eberle (2, 5 Rebounds), Gritschke (4), Laar (n.e.), Reichmuth (3), Reza, Sengül (16, 16 Rebounds), Sibinovic (7), Strickland (31/6, 65 % Wurfquote, 7 Rebounds, 4 Assists, 5 Steals), Tussetschläger, Zimmermann