Lokalsport

Sahm schielt auf den Vizetitel

Das morgige Bundesliga-Finale in Hamburg ist für die Profi-Biker die letzte wichtige Station der Saison. Der Bissinger Stefan Sahm hat noch Chancen auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Der Ausfall beim dritten Lauf in Sankt Märgen hat die Option auf den Gesamtsieg zur grauen Theorie werden lassen.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Stefan Sahm müsste am morgigen Sonntag in Hamburg schon gewinnen und gleichzeitig müsste sein T-Mobile-Teamkollege Jochen Käß ausscheiden, damit sich der Bissinger noch ganz oben aufs Podest stellen könnte. Das ist reines Rechenkonstrukt. Denn erstens wünscht Sahm seinem Kameraden Käß kein Ausscheiden und zweitens führt der Weg zum Sieg unter anderem über den Schweizer Olympia-Sechsten Ralph Näf und über die Fumic-Brüder. Die haben in der Gesamtwertung keine Chance mehr, allenfalls ein Platz auf dem Podium ist bei entsprechender Konstellation noch möglich. Lado Fumic hofft vielleicht vergeblich auf gutes Wetter. "Die Beine sind gut und ich will vorne reinfahren. Ich werde aber meinen Teamkameraden nichts wegnehmen", sagt er vor dem letzten wichtigen Rennen der Saison. Auch Manuel Fumics Motivationslage hat die letzten Wochen gut überstanden. "Ich spüre kein Nachlassen der Kräfte. Wenn nichts dazwischen kommt, müsste ich mit meiner Form vorne landen", meint der 22-Jährige.

Stefan Sahm hat die WM und den Weltcup in Livigno abgehakt. "Ich kann dem nicht nachtrauern, die Motivation ist auf jeden Fall da. Wenn ich nicht krank werde, dann versuche ich, noch auf Platz zwei der Gesamtwertung zu kommen", sagt er. Vor dem Finale ist er mit 95 Punkten Dritter hinter Käß (164) und dem Ex-Metzinger Marc Hanisch (Freiburg), der 109 Zähler aufweist. Rang zwei hatte Sahm schon 2000 belegt, damals hinter Lado Fumic. "Das wäre schon ein Erfolg, es ist schließlich nicht so einfach, Zweiter der Bundesliga zu werden", meint Sahm.

Marc Gölz (Weilheim) sieht das Ganze locker. Nach seinem schon sprichwörtlichen Pech, das ihn zuletzt in Livigno zur Aufgabe zwang, will er unbefangen nach Hamburg fahren. "Zum Ausklang würde ich gerne ein Rennen zu Ende fahren", meint er mit einer Prise Sarkasmus. Die Strecke in Hamburg-Norderstedt weist auf einer 3,5-Kilometer-Runde nur 30 Höhenmeter auf. Deshalb wird das Rennen wohl einen besonderen Charakter aufweisen.

Die Nachwuchs-Biker des MTB-Clubs Teck werden die langen Anstiege wohl eher vermissen. Ein Julius Henne (Team Haspel) zum Beispiel mag mehr profiliertes Gelände. Er liegt in der Gesamtwertung der Nachwuchs-Bundesliga auf Rang zwölf. Platz zehn ist noch in erreichbarer Nähe. Auch Daniel Stix (Goldway-Merida) ist wieder ins Renngeschehen eingestiegen. Er hat zuletzt als Sieger in Urach (Schwarzwald) Form bewiesen.