Lokalsport

Saisonstart frühestens im Juni

Manuel Fumic bleibt das Pech auch im neuen Jahr treu. Der WM-Sechste kann frühestens im Juni mit einem Saisonstart rechnen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der Kirchheimer nach seiner Fraktur im Oktober in Münsingen sich im Januar das Schlüsselbein ein zweites Mal gebrochen.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Er hatte kein großes Aufheben darum machen wollen und das Malheur vom 7. Januar mehr oder weniger verschwiegen. Da war er bei einem harmlosen Manöver im Training gestürzt. Obwohl er nicht direkt auf die lädierte Schulter fiel, riss es die Schrauben aus der Metallplatte, die nach dem Sturz bei der Marathon-DM im Oktober in Münsingen sein Schlüsselbein zusammenhält. Manuel Fumic musste anschließend erneut operiert werden. In der Hoffnung, dass er sich genauso schnell wie im Herbst wieder aufs Rad schwingen könnte, hielt der U23-Weltmeister von 2004 erst mal dicht. "Ich habe gedacht, das lässt sich rasch wieder beheben", versucht er zu erklären, warum nur sein Umfeld von dem Malheur erfuhr.

Jetzt folgte einer Nachuntersuchung an der Sportklinik in Stuttgart die Hiobsbotschaft: Der Heilungsprozess verläuft nur langsam. Zu langsam für einen Saisoneinstieg im April. "Ich will, dass die Verletzung vollständig ausheilt. Deshalb werde ich mich wohl bei der deutschen Meisterschaft im Juni in Albstadt zum ersten Mal zeigen können und davor kein Rennen absolvieren", sagt Manuel Fumic. Das Risiko einer erneuten Verletzung sei zu groß. Würden die Fixierungsschrauben noch einmal bei einem Sturz strapaziert, müsste man Knochen aus der Hüfte transplantieren.

Frühestens zum Monatsende wird sich der 23-Jährige wieder aufs (Straßen-)Rad setzen können und mit dem Grundlagentraining beginnen. "Es wird schwer, mitten in der Saison den Einstieg zu finden und mich dann noch für EM und WM zu qualifizieren. Aber vielleicht bin ich dann frischer als die anderen", versucht er der Situation etwas Positives abzugewinnen. Aus seiner Gemütsverfassung macht Manuel Fumic dennoch keinen Hehl. Wenn die Profis am 1. April auf der Karibik-Insel Curacao den Weltcup 2006 eröffnen, wird die Zuschauerrolle schmerzen. "Ich lebe für den Sport und wenn ich ehrlich bin: Es geht mir miserabel." Es kribble schon mächtig in den Beinen, bekennt er offen.

Fumic macht gute Miene zum bösen Spiel. Solche Phasen hätten ja auch schon andere Sportler durchgemacht. Der im Herbst schwer verunglückte Italiener Marco Bui würde über seine Verletzung wohl nur müde lächeln, meint er. Wenn er erst wieder im Sattel sitzt und auf das Ziel deutsche Meisterschaft am 10. Juni hinarbeiten kann, wird das den Heilungsprozess vermutlich fördern.