Lokalsport

Sambia als Hoffnungsmacher

Beim 0:2 halten VfL-Kicker lange mit und kassieren ein Lob vom Nationaltrainer

Internationales Flair unter der Teck: Im Testspiel gegen die Nationalmannschaft Sambias gaben die Kirchheimer Oberliga-Fußballer lange eine erstaunlich gute Figur ab. Am Ende verloren sie noch 0:2 (0:0).

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Kirchheim. Allein das Wetter spielte an der Jesinger Allee an diesem Abend nicht mit: Vor der Partie hatte es in Strömen gegossen, geblitzt und gedonnert – während der Partie regnete es immer wieder mal. So erschienen denn auch nur 230 Zuschauer, von denen freilich keiner die Schlussphase des Vorspiels zwischen der VfL-U 19-Mannschaft und der mit einigen Nationalspielern gespickten U 17-Truppe des VfB Stuttgart sehen konnte. Wegen des Unwetters hatte der Referee die Partie beim Stande von 1:0 für die Blauen (Torschütze Egzon Kabashi) abgebrochen.

Auf nassem Geläuf entwickelte sich eine flotte Partie, die eine Gedenkminute eingeleitet hatte: Am Dienstag war Sambias Präsident Levy Mwanawasa (59) an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben. Danach waren die Schützlinge von VfL-Coach Dietmar Sehrig vor allem läuferisch gefordert, da die Südafrikaner nach einem frühen Warnschuss von Nebih Kadrija an den kurzen Pfosten (1.) das Kommando übernahmen. Bis zur 20. Minute brannten die Sambier ein Offensivfeuerwerk ab – die Kirchheimer hatten mit Mann und Maus zu verteidigen. Die besten Chancen in dieser Phase hatten Emmanuel Maywca, der knapp verzog (11.), und Rainford Kabala, der frei stehend an VfL-Torhüter Philipp Uttikal scheiterte (16.). In der Folge sorgten weitere Gäste-Chancen für VfL-Gefahr.

0:0 bei Halbzeit – Sambias Trainer Herve Renard war damit später nicht zufrieden: „Wenn du 20 Mal aufs Tor schießt und der Ball 15 Mal vorbeigeht, ist das zu wenig.“ Auf die erlebten 90 Minuten gemünzt, formulierte der Franzose aber eine positive Kritik: „Die Vorgabe, flach zu spielen, hat meine Mannschaft gut umgesetzt. Insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Für Stimmung auf der Tribüne, nicht nur bei der Halbzeit, sorgten rund 30 singende sambische Landsleute, die sich aus der Region eigens zum seltenen Freundschaftsspiel zusammengefunden hatten.

Beide Coaches wechselten zur Pause fast alle Ersatzspieler ein: Sehrig deren acht, sein Antipode sieben. Demzufolge ging der Spielrhythmus nun verloren. Benny Dihl rettete für den nun im Tor stehenden Kirch­heimer Torspieler-Trainer Frank Nagel nach einem Schuss von Isaac Chansa auf der Linie (53.). Nagel war zum Einsatz gekommen, da neben Patrick Gühring (wurde geschont) auch Edgar Porada (eingeklemmter Ischias-Nerv) ausfiel. Bei Sambia merkte man das Fehlen seiner Stars Christopher Katongo (Arminia Bielefeld), Moses Sichone (derzeit vereins­los) und Andrew Sinkala (FC Augsburg) kaum, und besonders Katongo-Bruder Felix sorgte im Mittelfeld des Öfteren für viele gute Spielansätze.

Die Teckstädter verkauften sich derweil weiter teuer und verteidigten erfolgreich. Just, als sich viele Fans bereits auf ein torloses Unentschieden eingestellt hatten, nahm die Partie noch einmal Fahrt auf. Zunächst bot sich Nicola Spina die größte VfL-Chance zur Führung. Schön freigespielt von Uwe Beran, setzte er seinen Schuss frei stehend vor Sambias Keeper Bob Bandaa etwas zu hoch an – das Leder klatschte gegen die Latte (78). Im direkten Gegenzug köpfte Roger Kola eine Flanke von Rainford Kalaba unhaltbar zur verdienten sambischen 1:0-Führung ein. Nur vier Minuten später nutzte erneut Kola einen VfL-Abwehrlapsus zu ei­nem schönen Schlenzer in den Win­kel. Der 0:2-Endstand.

VfL-Trainer Sehrig sprach nach der Partie von einem „gelungenen Test“, während sein Pendant „Kirch­heim für einen guten Gegner“ hielt. Mit der an der WFV-Sportschule Ruit guten Vorbereitung im Rücken, zeigte sich Renard hoffnungsfroh, das letzte entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Togo im September in Sambia zu gewinnen.

Lobende Worte fand auch der DFB-Auslandsinstruktor Jochen Figge, der die sambische Auswahl vor Ort betreute. „Das habt ihr gut organisiert, und einen schönen Platz habt ihr auch“, sagte er in Richtung des Spiele-Veranstalters VfL. wr

VfL Kirchheim: Uttikal (46. Nagel) – Eisenhardt (46. Altinsoy), Grimm (46. Dihl), Kauffmann (46. Schraivogel), Thies – Ohran (46. Isci), Koch (46. Nita), Polat (46. Beran), Kadrija, Er (46. Spina) – Söylemezgiller.

Nationalmannschaft Sambia: Bandaa – Kasonae (46. Chiwanki), Tana (46. Hachilensa), Chivuta (46. Chansa), Nachipuka (46. Simwanza) – Kalaba, Himonde, Katongo, de Kombe (46. Mwanza) – Banba (46. Kola), Maywca (46. Sunzu / 76. Nachipuka).

Tore: 0:1, 0:2 Kola (79., 83.).

Gelbe Karten: Eisenhardt, Dihl – Kola, Mwanza.

Schiedsrichter: Steck (Wolfschlugen) bildete mit seinen Assistenten Lasar und Müller ein gutes Gespann.

Zuschauer: 230.