Lokalsport

Schlussattacke bleibt aus

Fumic Achter bei Mountainbike-EM – Junioren-Silber für Schwarzbauer

Cannondale-Biker Manuel Fumic hat die Europameisterschaft in St. Wendel nicht auf dem insgeheim erhofften Medaillenrang beendet: Am Ende sprang Platz acht heraus, derweil der Franzose Julien Absalon seinen Titel erfolgreich verteidigte. Bei den Junioren holte Luca Schwarzbauer (MTB Teck) die Silbermedaille.

7, Fumic, Manuel, Cannondale Factory Team, , GER
7, Fumic, Manuel, Cannondale Factory Team, , GER

St. Wendel. Vermutlich hätte Manuel Fumic in St. Wendel gerne eine aktivere Rolle gespielt. Der Kirchheimer spürte aber von Beginn an nicht genügend Power in seinen Beinen und entschied sich für eine defensive Fahrweise. Das war in St. Wendel insofern schlecht, als es auf der 6,85 Kilometer langen Runde von großem Vorteil ist, wenn man sich in einer Gruppe aufhalten und damit im Windschatten fahren kann. Es kam aber so, dass Fumic praktisch permanent hinter einer Gruppe hing, erst hinter der elfköpfigen Spitzengruppe und dann hinter der Verfolgergruppe des Ausreißer-Duos Julien Absalon und Fabian Giger (Schweiz).

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„Ich bin gleichmäßig gefahren und habe die Gruppe auch immer mal wieder fast erreicht, aber dann haben sie vorne wieder attackiert“, ließ Fumic das Rennen Revue passieren. Bei 33 Grad im Schatten kämpfte er also irgendwie zwischen Baum und Borke. Weil vor ihm Fahrer schwächelten, kletterte er von Position zwölf auf acht und bis zwei Runden vor Schluss war die Bronze-Position lediglich 30 Sekunden entfernt. Doch Fumic hatte nichts mehr zuzusetzen.

„Platz acht war heute das Maximum für mich“, meinte er, kurz nachdem er mit 2,21 Minuten Rückstand das Ziel erreicht hatte. „Jetzt brauche ich eine Pause. Dann hoffe ich noch einmal zeigen zu können, warum ich letztes Jahr Vize-Weltmeister geworden bin.“

Noch einmal schüttelte er den Kopf, als er erfuhr, dass der Tscheche Jan Skarnitzl die Bronze-Medaille gewonnen hatte. Mit Skarnitzl hatte er die zweite Runde bestritten, ehe der sich am Berg in Richtung Spitzenfeld verabschiedete. Im Kampf um Gold hängte Julien Absalon den Schweizer Giger mit einem Angriff in einem steilen Anstieg ab und gewann schließlich mit 18 Sekunden Vorsprung.

Luca Schwarzbauer bestätigte die in ihn gesetzten Erwartungen als größte deutsche Medaillenhoffnung und ergatterte im Juniorennennen die Silber-Medaille. Der Griff nach Gold ging ins Leere, weil der Däne Simon Andreassen auch diesmal den Tick stärker war.

Der jüngere Andreassen war es, der in der dritten von vier Runden die Entscheidung suchte. „Er hat vier Mal attackiert und vier Mal konnte ich folgen“, erzählte Schwarzbauer im Ziel, was sich zwischen dem Dänen und dem Schwaben abgespielt hat. Vier Mal, doch es gab auch ein fünftes Mal. Und damit war Andreassen dann erfolgreich. „Ich habe alles gegeben“, sagte der 17-jährige Biker vom Lexware Team, der in der Schlussrunde auch noch mit Wadenkrämpfen kämpfte. „Vielleicht habe ich zu viel geschwitzt. Ich habe in der letzten Runde furchtbar gelitten“, bekannte der Reuderner. Schwarzbauer ärgerte sich über seine erneute Zweikampf-Niederlage. „Ich habe schon gehofft, dass ich ihn schlagen kann“, sagt er und fügte hinzu: „Enttäuscht über Silber bin ich nicht.“ Und weiter: „Ich habe immer gesagt, dass, wenn es bei der EM nicht klappt, dann halt bei der WM. Dafür werde ich den Sommer über alles tun.“ Mit der Medaille um den Hals fühlte er sich dann doch besser – und Vize-Europameister hört sich ja auch nicht schlecht an. Sein Team-Manager Daniel Berhe war jedenfalls erfreut über das Edelmetall. „Luca wird seinen Weg machen. Er ist ein Kämpfer und er bleibt auf dem Boden.“

Das deutsche Team hatte am Freitag Staffel-Silber und am Samstag durch Helen Grobert im U 23-Rennen der Damen eine Bronze-Medaille verbucht. Beides kam eher überraschend.