Lokalsport

Schmerzfreier Kochan: "Der Fuß hält ganz sicher"

Die Leidenszeit ist vorbei, am Ende des Tunnels ist Licht erkennbar der Kirchheimer Sprinter Marc Kochan (LAZ Salamander Kornwestheim) startet am morgigen Samstag im Sindelfinger Glaspalast über 60 Meter nach seinem Seuchenjahr 2004 sein Comeback in der Leichtathletik.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Dramatisch veranlagte Zeitgenossen würden es als "Stunde der Wahrheit" bezeichnen Marc Kochan selbst sieht seinem offiziellen Comeback im Sindelfinger Glaspalast am morgigen Samstag recht gelassen entgegen. "Ich bin schmerzfrei", verkündet der 26-jährige in Bezug auf seinen rechten Fuß, der ihm 2004 eine Wettkampfpause eingehandelt und unter anderem die Olympiateilnahme gekostet hatte.

Der Status des morgigen Wettkampfes ist in Leichtathletik-Kreisen im Bereich "Test" anzusiedeln, auch wenn die Leistungen offiziell gewertet werden. Viele Athleten aus dem Süddeutschen Raum nutzen den Termin als Aufgalopp für die anstehende Hallensaison. Der Terminkalender ist eng gesteckt nächste Woche finden in Sindelfingen die baden-württembergischen Meisterschaften statt, eine Woche später die süddeutschen an gleicher Stelle. Zeitgleich dazu steigt am 29. Januar in der Stuttgarter Schleyerhalle noch der renommierte Sparkassen-Cup.

Neben vielen anderen haben für morgen unter anderem Peter Rapp, amtierender deutscher Hallenmeister im Weitsprung von der LAV Tübingen, sowie Fabian Schulze von Salamander Kornwestheim ihre Teilnahme signalisiert. Schulze ist Szenekennern als der Stabhochspringer bekannt, der Tim Lobinger bei den deutschen Meisterschaften 2004 fast das Ticket für die Olympiade in Athen weggeschnappt hätte. Mit übersprungenen 5,70 Meter war er zudem im abgelaufenen Jahr sechst-bester Deutscher. Als prominenter Zuschauer hat sich Sprint-Star Tobias Unger angesagt Daumendrücken für den Comeback-Versuch seines Vereinskameraden und langjährigen Weggefährten Kochan.

Dieser moniert vor dem ersten offiziellen Auftritt seit knapp einem Jahr weniger Probleme mit dem Fuß als mit dem Kopf: "Ich habe momentan noch nicht das richtige Gefühl für das Laufen." Egal, ob mit oder ohne Spikes, der gelernte Wirtschaftsinformatiker läuft derzeit "noch nicht rund und noch zu verkrampft". Morgen geht er über die 60-Meter-Distanz an den Start und formuliert als Ziel selbstbewusst "eine Zeit um die 7,00 Sekunden". Kochans Bestzeit liegt bei 6,77. Dass die Fußverletzung wieder aufbrechen könnte, daran glaubt er nicht im entferntesten: "Der Fuß hält ganz sicher."

Läuft am Samstag alles nach seinen Vorstellungen, ist Kochan auch eine Woche später bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften dabei. Neben dem Start über die 60 Meter ist auch ein Einsatz Kochans in der 4 x 200-Meter-Staffel geplant. Da Salamander Kornwestheim bei diesen Titelkämpfen meist schon im voraus als Gewinner feststeht, hat der Club einen internen Staffelwettbewerb im Visier. Die Verantwortlichen überlegen, eine Staffel aus der Trainingsgruppe von Unger-Coach Micky Corrucle und eine aus den restlichen Salamander-Sprintern zu nominieren. Neben Kochan wäre dies unter anderem noch David Schahbasian, der 2004 über 100 Meter eine Zeit von 10,58 Sekunden erzielen konnte.

Von solchen Zeiten kann er zwar momentan nur träumen, doch Marc Kochan hat sich für 2005 viel vorgenommen: Der Wettkampf morgen soll nicht der letzte bleiben.