Lokalsport

Schock für Unger: neue Pause

Ein Längsriss an der Achillessehne wirft ihn um Wochen zurück – Olympiade nicht in Gefahr

Für die überraschende Niederlage von Tobias Unger bei der Hallen-DM in Sindelfingen über 200 Meter gibt es nachträglich eine schlüssige Erklärung: Der deutsche Meister über 60 Meter hat sich beim Finallauf seiner Spezialstrecke an der Achillessehne verletzt.

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Klaus SchlütTer

Kirchheim. Eine Kernspintomographie im „Sport“ in Stuttgart brachte es an den Tag. Tobias Unger hat sich auf der für seine Schrittlänge zu engen Bahn drei einen 15 Millimeter langen und zwei Millimeter breiten Längsriss an der Achillessehne des linken Fußes zugezogen. Das bedeutet: Tiefenbestrahlungen, vier bis sechs Wochen keine Spikes.

Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele sei jedoch nicht gefährdet, hieß es aus dem Unger-Umfeld.

Vermutlich wird der Kirchheimer Konsequenzen aus dieser neuen Verletzung – er ist schon an beiden Achillessehnen operiert – ziehen. Sein Trainer Micky Corucle: „Die Belastungen sind brutal, wenn er mit 36 Stundenkilometern in die Kurve geht. Das war vermutlich sein letzter Start in der Halle über 200 Meter, zumal auf dieser Strecke international keine Meisterschaften mehr gelaufen werden.“

Nach einer kurzen Zwangspause wird sich Unger gemeinsam mit Marius Broening (LAV Tübingen) auf Peking vorbereiten. Beide zielen auf die Qualifikation für die 100 Meter und auf einen Staffelplatz, „Tobi“ zusätzlich auf die 200 Meter. Corucle ist zuversichtlich: „Sie sind Freunde, trainieren täglich zusammen und werden sich gegenseitig hochschaukeln. Ich rechne, dass sie im Sommer beide unter 10,20 Sekunden bleiben.“

Corucle selber hat Olympia abgehakt. Er hat schon im Herbst 2007 seine Stelle als Staffel-Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) abgegeben und fungiert nur noch als Heimtrainer. Aus privaten Gründen, wie er sagt.