Lokalsport

Schon der Hinflug ein Abenteuer

Distanzreiterin Sabrina Arnold wird in Arabien bestplatzierteste Europäerin

Beim mit 200 000 Euro Preisgeld dotierten „President of United Arab Emirates Endurance Cup“ im 160-Kilometer-Distanzreiten durch die Wüste ließen Sabrina Arnold aus Ötlingen und ihr zehnjähriger Fuchs-Wallach Beau die komplette Konkurrenz aus Europa hinter sich.

Anzeige

KLAUS SCHLÜTTER

Kirchheim. Bereits zum siebten Mal seit 2002 bestritt Sabrina auf Einladung der Veranstalter einen Wettbewerb in Arabien, ihre Schwester Melanie (33) – diesmal nicht dabei – war dort fünf Mal am Start. „Es ist jedes Mal ein Abenteuer“, sagt sie. Das begann schon mit der Anreise.

Mit dem Pferdetransporter ging‘s erst mal auf die lange Fahrt nach Maastricht in den Niederlanden, wo eine spezialisierte Pferdespedition den Flug der Vierbeiner organisierte. Jeweils drei Pferde wurden in einem Container untergebracht und dieser im Flugzeug verankert. „Ich muss mir keine Sorgen um mein Pferd machen. Während des achtstündigen Fluges steht es ruhiger als in einem Autoanhänger, wo es in jeder Kurve hin und her schaukelt, und wird von geschultem Personal betreut“, versichert Sabrina.

Sie selber fuhr mit dem Auto weiter nach Amsterdam, flog dann über Frankfurt nach Abu Dhabi, wo sie Beau wieder ein Empfang nehmen durfte. Es folgten zwei Wochen Training bei Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad. „Wegen der Hitze hatte ich mein Pferd vorher geschoren und musste aufpassen, dass es keinen Sonnenbrand bekam“, erzählt sie. Beaus empfindlicher Rücken wurde mit einer Decke geschützt.

Schwere Maschinen präparierten einen Rundkurs durch die Wüste, der Sand wurde mit Wasser gebunden. Jedem der 106 Teilnehmer aus 21 Nationen stand ein Begleitfahrzeug zur Verfügung, aus dem Zwei- und Vierbeiner mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt wurden. Die prominentesten Reiter – Söhne von Scheich Mansour – wurden von zahlreichen Bodyguards sogar in mehreren Autos begleitet.

Das Ötlinger Duo bestritt das Ausdauerrennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 Stundenkilometern und war insgesamt 9.27 Stunden unterwegs. Sabrina Arnold: „Langeweile kam nicht auf. In der Nähe war ein großer Kamelmarkt. Vor Kamelen, die sie nicht kennen, haben Pferde Angst und reagieren manchmal unkontrolliert. Wir standen unter ständiger Anspannung.“

Aber sie und ihr Beau meisterten die Herausforderung ohne Probleme. Mit Platz 43 war Sabrina beste Europäerin vor allen Franzosen, Ungarn, Belgiern, Polen und Holländern, nachdem sie nur einen Monat zuvor beim Scheich-Mohamed-Cup in Dubai einen beachtlichen 25. Rang eingenommen hatte. Die Einladung für den nächsten Endurance-Cup in Abu Dhabi im kommenden Jahr kommt bestimmt. Dann wird Scheich Mansour seine prall gefüllte Privatschatulle wieder öffnen und dem Team aus Schwaben Flug und Unterkunft bezahlen.

Solch einen großzügigen Sponsor würden sich Sabrina und ihre Schwester immer wünschen. Ihren aufwendigen Sport können sie sich nur mit der Unterstützung ihrer Eltern leisten, die einen Pferdehof betreiben. Den erfolgreichen Wallach Beau hat der Vater von der Erbprinzessin zu Fürstenberg in Donaueschingen erworben.

Das nächste große Ziel erfordert wieder hohen finanziellen Aufwand. Am 26. September vertritt Sabrina Arnold Deutschland bei den Weltreiterspielen in Kentucky/USA, für die sich pro Nation fünf Reiter beziehungsweise Reiterinnen qualifiziert haben. „Meine Hoffnung ist ein Platz unter den Top Fünf, schön wäre eine Einzelmedaille“, sagt die Weltranglistenerste von 2001.