Lokalsport

„Schon ein Punktgewinn wäre eine Sensation“

Fußball Im Duell mit Landesliga-Favorit Heiningen ist der zuletzt schwächelnde TSV Weilheim klarer Außenseiter.

Trifft erstmals auf die Ex-Kollegen: André Kriks trug drei jahre das Weilheimer Trikot, ehe er nach Heiningen ging. Foto: Silvia
Trifft erstmals auf die Ex-Kollegen: André Kriks trug drei jahre das Weilheimer Trikot, ehe er nach Heiningen ging. Foto: Silviani

Weilheim. Morgen ist der 11. November, die Faschingszeit beginnt. Anlass für die Kicker des TSV Weilheim, ab 14.30 Uhr beim Landesliga-Favoriten FC Heiningen etwas Närrisches auf die Beine zu stellen? „Schon ein Punktgewinn wäre eine Sensation“, relativiert Trainer Christoph Eisenhardt die Erfolgsaussichten.

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Eine realistische Einschätzung, gemessen an den Resultaten beider Mannschaften in den vergangenen Wochen. Weilheim konnte in den letzten drei Spielen nur einen einzigen Punkt verbuchen und verlor Spitzenreiter Waldstetten bei acht und den Tabellenzweiten Heiningen bei sechs Zählern Rückstand vorerst aus den Augen.

Dagegen strotzt der morgige Gastgeber mit zuletzt drei Dreiern in Folge und einer makelloses Heimbilanz von sechs Siegen in sechs Spielen mit 13:1 Toren nur so vor Selbstvertrauen. Keine Frage: Der TSVW ist diesmal klarer Außenseiter.

„Wir wollen den Abstand auf neun Punkte vergrößern. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir das auch schaffen“, meint André Kriks. Der Torjäger, der drei Jahre das rote Weilheimer Trikot trug, fühlt sich wohl im neuen Umfeld, was sich auch in seinen Leistungen ausdrückt. Den Wechsel hat er noch keine Sekunde bereut. Sein einziges Manko: „Ich hätte mir gewünscht, bisher mehr als drei Tore zu schießen.“

Kann er gegen den Ex-Klub seine Quote verbessern? Die Chance scheint gegeben, denn: „Unsere Gegentore fallen zu leicht“, weiß Chris Eisenhardt. Geschuldet einer Ausfallserie durch Verletzungen und Sperren, die in besonderem Maße die Abwehr betreffen. Aufgrund des Spielermangels beteiligt sich der Coach, früher ein zuverlässiger Verteidiger, wieder selber an den Trainingseinheiten. Gegen Weilimdorf (1:3) saß er als Back-up auf der Reservebank - für alle Fälle.

Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, muss er sich auch diesmal nicht einwechseln. Daniel Heisig kehrt nach seiner Rotsperre in die Innenverteidigung zurück, und auch Mike Tausch steht nach Gelb-Rot-Zwangspause für die Offensive wieder zur Verfügung. Zwei Routiniers als Stabilisatoren für die leicht verunsicherte Truppe. Sechs andere Spieler müssen ihre Wehwehchen noch auskurieren.

„Wir können halt nicht drei oder vier Leistungsträger ersetzen“, ist für Günther Friess die Erklärung für das Loch, in das die Mannschaft zuletzt gefallen ist. Mithilfe der beiden Rückkehrer hofft der Sportliche Leiter auf wenigstens einen Punkt, „denn bei einer Niederlage wäre der Zug nach oben abgefahren“. Um Mut zu machen, bemüht er den Vergleich mit Bayern München: „Wie schnell sich etwas drehen kann, hat man bei ihnen gesehen. Sie hatten fünf Punkte Rückstand auf Dortmund und sind jetzt wieder ganz allein an der Spitze.“

Ex-Kellerkind im Höhenflug

Die Mannschaft der Stunde ist die TSVG Waldstetten. Im Vorjahr lange im Abstiegskampf involviert, thronen die Ostälbler heuer mit konstant guten Leistungen ganz oben. Ihr Höhenflug ist vergleichbar mit dem der Dorfmerkinger, die nach dem souveränen Titelgewinn in der Landesliga nun sogar in der Verbandsliga als Tabellenzweiter nach den Sternen greifen. In Frickenhausen muss Waldstetten auf Tobias Kubitzsch verzichten, der nach seinem Tor in Bettringen (2:4) die Rote Karte sah.

Eine ähnlich beeindruckende Erfolgsserie wie Spitzenreiter Waldstetten weist nur der SV Ebersbach auf. Nach schwachem Start ist die Radojevic-Elf seit sieben Spielen ungeschlagen. Mit derart breiter Brust kommt das Derby zu Hause gegen Bad Boll gerade recht.Klaus Schlütter