Lokalsport

Schott und Fischer erwischen Traumstart

Auftakt nach Maß für Wolf-Hirth-Piloten beim 44. Internationalen Hahnweidewettbewerb am Samstag

Mit spannenden und schnellen Rennen sind die Segelflugpiloten am Samstag in den 44. Internationalen Hahnweidewettbewerb gestartet. Trotz kniffliger Wetterbedingungen gelang fast allen die Rückkehr zur Hahnweide. In der Standard- und der 18-Meter-Klasse gelang den Lokalmatadoren Eberhard Schott und Felix Fischer (Fliegergruppe Wolf Hirth) ein Auftaktsieg.

Rainer Rauch

Kirchheim. Das traditionelle Eröffnungsbriefing am Freitagabend war geprägt von der Wiedersehensfreude der teils weit angereisten Piloten aus sieben europäischen Nationen. In ihrem Grußwort zum Auftakt des Wettbewerbs freute sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, dass die Fliegergruppe Wolf Hirth mit der 44. Auflage des Wettbewerbs zur festen Größe in europäischen Fliegerkreisen geworden ist. Sie könne gut verstehen, dass die Piloten gerne zur Hahnweide kommen – liegt sie doch ihrer Meinung nach im landschaftlich reizvollsten Bereich der Stadt.

Doch auch fliegerisch gibt es gute Gründe, die für Kirchheim sprechen: Der nahe gelegene Albtrauf wurde seinem Ruf als Wetterküche des Südens am Samstag wieder gerecht. Hahnweide-Meteorologe Jupp Dahlem empfahl beim morgendlichen Pilotenbriefing dringend, die Strecken entlang der Nordkante der Alb nach Osten zu legen, um den herannahenden Schauern aus Südwesten auszuweichen. Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern setzten die schnellsten Piloten dies gut um.

In der offenen Klasse lieferten sich Steve Jones (Lasham, England) und Holger Karow (Fliegergruppe Wolf Hirth) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach 283 geflogenen Kilometern hatte der Brite ganze 26 Sekunden Vorsprung herausgeflogen. Zeitgleich über die Ziellinie gingen die Brüder Theisinger aus Landau in der Pfalz. Seit Jahren haben sie ihren Teamflug perfektioniert und bei den letzten deutschen Meisterschaften punktgleich Platz eins belegt. Dicht dran am Brüderpaar waren Michael Eisele und Thomas Wettemann (FLG Köngen). In der zahlenmäßig am stärksten besetzten 18-Meter-Klasse distanzierte Eberhard Schott die Konkurrenz deutlich. Mit über drei Minuten Vorsprung hatte er sich umgerechnet einen Vorsprung von fünf Kilometer auf einer Gesamtstrecke von 259 Kilometern erflogen. Auf den Plätzen folgten Gary Stingemore und Phil Jones (beide England).

Ähnlich eindeutig wie beim Vereinskollegen Schott fiel der Tagessieg von Junior Felix Fischer aus. Auch er flog auf einer Gesamtstrecke von 216 Kilometer fast drei Minuten Vorsprung auf Petra Zimmermann-Lauer und Anton Lugtenburg (beide Bayern) heraus. Herausragend stark besetzt dieses Jahr ist die Doppelsitzerklasse. Vieles spricht für eine Neuauflage des Duells Schwarzwald gegen Alb. Am Samstag hatten die Schwarzwälder Stefan Krauss und Markus Schweitzer die Nase vorne. Gefolgt vom Älbler-Trio Patrick Puskeiler, Franz Gall und Andreas Lutz (alle Kirchheim).

Am gestrigen Sonntag dann folgte für die Piloten gleich die Ernüchterung in Form einer Tiefdruckrinne, die von der Biskaya bis nach Deutschland hineinreichte. Nur zehn Piloten gelang rechtzeitig vor Ankunft der Regenfront am Nachmittag die Rückkehr zum Ziel auf der Hahnweide. Ob der Sonntag damit als regulärer Flugtag gewertet werden kann, war gestern bei Redaktionsschluss noch nicht entschieden.

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