Lokalsport

Schützenfest am Sonntagnachmittag

Alle Skepsis trog: Beim 35:29-Heimsieg schossen die Weilheimer Landesliga-Handballer aus allen Lagen. Gegner TV Gerhausen kam nach der Pause gehörig unter die Räder.

WEILHEIM Mit gemischten Gefühlen mag sich manch Weilheimer Fan in Richtung Wühle aufgemacht haben: Zum einen wollte es der Hallenbelegungsplan, dass die TSV-Handballer ihr Heimspiel gegen den TV Gerhausen am ungeliebten Sonntagnachmittag bestreiten mussten, zum anderen war man gespannt, wie die Mannschaft die Niederlage in Ehingen wegstecken würde. Dazu kam der Erfolgsdruck: Der TSV musste unbedingt gewinnen, um nicht ins Niemandsland der Tabelle abzurutschen. Alles Vorzeichen, die nicht so ideal waren am Ende sprang für den TSVW aber ein nie gefährdeter 35:29 (15:12)-Heimsieg heraus.

Anzeige

Den hatten die Limburgstädter einem gut aufgelegten Michael Rehkugler im Tor und einer konzentrierten Abwehrarbeit zu verdanken. Dabei hätte der Sieg noch höher ausfallen können, hätten die Limburgstädter nicht eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen darunter vier Siebenmeter leichtfertig vergeben. Das Spiel begann ohne großes Abtasten. Nach vier Minuten stand es 3:3. In den folgenden Minuten hatte es den Anschein, als hätten beide Mannschaften ihr Pulver bereits verschossen. Ganze fünf Minuten dauerte es bis zum nächsten Tor zum Leidwesen des Weilheimer Anhangs musste Keeper Rehkugler den Ball aus dem Netz holen.

Einen weiteren TSVW-Fehlwurf nutzte Gerhausen, um sich in der 10. Minute beim Stand von 3:5 erstmals mit zwei Toren abzusetzen, ehe Martin Weiss im Gegenzug die Weilheimer Torflaute beendete. Direkt im Anschluss nutzte Björn Bachofer einen Konter zum Ausgleich und Routinier Gerhard Bächle brachte seine Farben mit einem gekonnten Heber gar mit 6:5 in Führung. Im direkten Gegenzug gelang den Gästen der Ausgleich, ehe ab der 14. Minute die bis dahin stärkste Phase der Gastgeber anbrach: Vier Tore in Folge brachten die Weilheimer 10:6-Führung.

Danach nutzte der TVG zwei vergebene Chancen der Hausherren dazu, auf 10:8 zu verkürzen Bächle und Weiss stellten umgehend den Vier -Tore-Vorsprung wieder her. Diesen Vorsprung konnte die Mannschaft um Kapitän Bleher bis kurz vor der Pause halten, ehe Gerhausen einen Siebenmeter vergab. TSVW-Trainer Markus Beichter hatte in der Halbzeit lediglich die mangelhafte Chancenauswertung und das nicht konsequent schnelle Spiel zu bemängeln.

Der TSVW startete dann auch besser im zweiten Durchgang und erhöhte innerhalb von Minuten auf 18:13. Im Folgenden nutzten die Gäste einige Weilheimer Unkonzentriertheiten im Abschluss, um bis zur 40. Minute beim Stand von 19:15 nochmals auf vier Tore zu verkürzen, ehe es zur wohl spielentscheidenden Phase kam. Die Abwehr der Limburgstädter zeigte sich nun gut sortiert und erstickte die TVG-Angriffsbemühungen größtenteils im Keim. Praktisch fand das Gerhauser Angriffsspiel in dieser Phase nicht mehr statt. Und kam doch mal ein Ball an der Abwehr vorbei, war dieser meist eine sichere Beute für Keeper Rehkugler.

Logische Konsequenz des einseitigen Spiels: der mit 27:18 größte Weilheimer Vorsprung nach 48 Minuten. Gerhausen nutzte in der Folge zwar eine Weilheimer Unterzahl zu drei Toren in Folge (27:21) Weilheim agierte an diesem Abend aber zu clever, um sich die Butter noch vom Brot nehmen zu lassen. Zwar ließ in der Abwehr im Gefühl des sicheren Sieges die Konzentration deutlich nach durch teilweise schön herausgespielte Tore gelang es den Hausherren aber, den Vorsprung bis zum Ende des Spiels zu verwalten. Marco Schill war es vorbehalten, den letzten Treffer des Abends zum 35:29-Endstand zu erzielen. Die Beichter-Schützlinge gehen nun als Tabellendritter mit 10:4 Punkten in eine zweiwöchige Spielpause, ehe es am 18. November in der Wühlehalle zum Verfolgerduell mit dem TSV Alfdorf kommt.

ab

TSV Weilheim: Müske, Rehkugler Auwetter, Holl, Sigel, Schill (4), Klein, Gomringer (8/3), Bachofer (8), Weiss (7), Bleher (4), Mauch, Bächle (4)TV Gerhausen: Kurz, Cotello Kayhan (5), Prinz (6/1), Schneekloth (4), Simoniy (2), Lang (4), Beschoner (1), Gossebner, Jooß (5/1), Autenrieth (2).