Lokalsport

Schützen-Quintett ohne Nerven

Beim 4:1-Sieg gegen den SV Willmandingen gewinnt der TSV Ötlingen zwei Stechduelle

Mit einer überzeugenden Leistung wahrten die Luftpistole-Schützen des TSV Ötlingen die Chance, doch noch in die Bundesliga-Endrunde der letzten Acht im Februar in Coburg einzuziehen. Im Gastspiel beim SV Willmandingen sprang ein souveräner 4:1-Sieg heraus. Damit katapultierten sich die Rübholzer, zuletzt auf dem Schlussplatz, auf Platz sechs.

Sonnenbühl. Im Kellerduell der Bundesliga-Südgruppe lieferten sich die beiden Kontrahenten einen auf hohem Niveau geführten Wettkampf. Spannend war‘s zudem: Zwei Einzel-Paarungen mussten durch Stechschüsse entschieden werden. Am Ende jubelten die Gäste. Der zweite Saisonsieg nährte die Chance, dass der TSV Ötlingen nun doch zur Bundesliga-Endrunde fahren darf.

Daniel Barner (TSV Ötlingen) erwischte einen relativ schwachen Start. Gegen die erste Serie von Jürgen Flad (gute 96 Ringe) konnte er lediglich mit 93 Ringen kontern. Auch wenn es nach der Hälfte dieser Begegnung auf der Position fünf einen Gleichstand von jeweils 184 Ringen gab, konnte Barner den davonziehenden Flad nicht stoppen. Mit 367:373 unterlag er schließlich. Dagegen steuerte Boris Graytser gegen Jochen Möck von Anfang an einem Sieg entgegen. Souverän begann er mit 96 Ringen, baute den Vorsprung permanent aus und lag am Ende mit acht Ringen vorne (373:365). Damit stand es 1:1.

Permanent wechselnde Führungen in den restlichen Paarungen führten zu einem hochspannenden Württemberger-Derby. Leo Braun, beim TSVÖ an Position zwei eingesetzt, lieferte sich mit dem österreichischen Nationalmannschaftsschützen Wolfgang Psenner einen packenden Zweikampf. Zur Halbzeit hatten beide Schützen 190 Ringe auf ihrem Konto, im dritten Durchgang setzte sich Braun dann von seinem Gegner ab, erzielte 94 Ringe und ließ schließlich in der vierten Serie 96 Ringe folgen –am Ende sprangen sehr gute 380 Ringe und ein Sieg gegen den Willmandinger (374) heraus. Die 2:1-Führung für die Ötlinger, die jetzt aus zwei Einzelduellen nur noch einen Punkt zum Auswärtssieg benötigten.

Diesen steuerte die erstmals in der Bundesliga eingesetzte Kerstin Nelson, Neuzugang aus Weil am Rhein, bei. Nelson hatte es mit Willmandingens Michael Heise zu tun. Der begann zwar mit 92 Ringen und bog nach 20 Schuss mit drei Ringen Vorsprung scheinbar auf die Siegerstraße ein. Doch die TSVÖ-Debütantin konterte, schoss in der dritten Serie 94 Ringe und beendete ihren Wettkampf mit 367 Ringen als Erste. Heise erzielte nochmals 92 Ringe, erreichte ebenfalls 367 Ringe und zwang Nelson mit seinem letzten Schuss ins Stechen. Dasselbe widerfuhr Patrick Lengerer: Ötlingens Nummer eins trennte sich von Andreas Heise, einem Zwillingsbruder von Michael Heise, nach anfänglichen fünf Ringen Rückstand 379:379. Damit war ein zweimaliges Stechen notwendig – dramatischer hätte die Bundesliga-Partie nicht verlaufen können.

Kerstin Nelson und Michael Heise begannen mit dem Showdown – beide schossen eine Zehn. Stechschuss zwei brachte auf beiden Ständen eine Neun – die Entscheidung um Gesamtsieg oder -Niederlage blieb weiterhin vertagt. Danach wurden zwei Neuner notiert, damit war ein vierter Stechschuss fällig, bei dem nun die Wertung nach Zehntelringen zum Tragen kam. Kerstin Nelson beendete den „Nervenkrieg“ mit einer 10,7, während Heise nur noch 9,7 Ringe ablieferte. Damit hatten die Ötlinger den dritten Einzelpunkt und den Gesamtsieg gesichert. Auch Patrick Lengerer gewann dann noch im Stechen – eine Zehn gegenüber einer Neun des Willmandingers gab den Ausschlag.

„Ein großes Kompliment unserer Mannschaft, die bewiesen hat, dass sie wieder an die guten Leistungen vergangener Jahre anknüpfen kann“, bilanzierte TSVÖ-Abteilungsleiter Joachim Poppek nach dem Wettkampfende. In den letzten zwei Wettkämpfen der Vorrunde am 6. und 7. Dezember in Ludwigsburg geht es für die Ötlinger gegen Weil und Ludwigsburg um die Fahrkarten für Coburg. In der zweiten Spieltag-Begegnung unterlag Weil am Rhein mit 2:3 dem SV Kelheim-Gmünd, der damit die Tabellenführung übernahm. ww

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