Lokalsport

Schulstress mal anders

Beim 19. Citylauf messen sich rund 600 Schüler in Pendelstaffeln miteinander

Das neue Schuljahr ist noch keine vier Wochen alt, da steht für Kirchheims Pennäler bereits der erste Test auf dem Programm: Statt Gehirnschmalz ist am kommenden Sonntag allerdings Muskelkraft gefragt, wenn beim 19. Citylauf in der Marktstraße die schnellsten Pendelstaffeln gesucht werden – für Ausrichter LG Teck eine organisatorische Herausforderung im Grenzbereich.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Mag sein, dass deutsche Schüler in internationalen Vergleichsstudien wie PISA oder IGLU der Konkurrenz hinterherhinken. Was die Sprintfertigkeiten angeht, dürften zumindest Kirchheimer Pennäler ihresgleichen suchen. Wie sonst ist zu erklären, dass sich der Citylauf im 19. Jahr seines Bestehens so großer Beliebtheit an den hiesigen Bildungshochburgen erfreut. Seit Jahren machen Teilnehmerzahlen jenseits der 600 den Pendelstaffel-Wettbewerb zur größten Breitensportveranstaltung Kirchheims. „In manchen Schulen gibt es im Vorfeld sogar richtige Ausscheidungsrennen“, weiß Martin Moll, der die Veranstaltung in seiner Funktion als Abteilungsleiter der ausrichtenden LG Teck seit der Premiere im Jahr 1991 fest im Sportkalender der Teckstadt etabliert hat. Die Idee zum Citylauf hatte Moll, als er sich seine eigene Schulzeit ins Gedächtnis rief. „Damals gab es schon einmal ein Staffelrennen in der Marktstraße“, erinnert er sich – den Klassiker neu aufzulegen, war im Nachhinein betrachtet ein Coup mit vielen Gewinnern. „Wenn man sieht, mit wie viel Begeisterung die Teilnehmer dabei sind, ist das schon klasse“, freut sich Moll, der jährlich rund 100 Sechserstaffeln aus den verschiedenen Kirchheimer Schulen von der 3. bis zur 13. Klasse begrüßen kann.

So viel Andrang verlangt eine minutiöse Planung: Bereits am ersten Schultag hat Martin Moll („Während der Vorbreitungen kann ich nicht in Urlaub fahren“) den Schulen die Ausschreibung geschickt. „Dieses Jahr haben wir Gott sei Dank eine Woche mehr Vorlaufzeit“, sagt der 52-Jährige, der sich sofort nach Meldeschluss am morgigen Donnerstag an die Einteilung der Läufe macht – wer gegen wen auf den vier Bahnen die Marktstraße rauf und runter rennt, ist mitunter schon Prestigesache. „Der sportliche Stellenwert ist über die Jahre immer größer geworden“, freut sich Moll. Da spurten dann auch schon mal nationale Topathleten wie Anja Wackershauser über das Kopfsteinpflaster: Vor drei Jahren stellte die DLV-Sprinterin mit dem Sextett der 13. Klasse des LUGs den Streckenrekord auf: 2.07,02 Minuten – davor und danach hat keine Staffel die sechsmal 160 Meter lange Strecke zwischen Marktbrunnen und Wachthaus schneller absolviert.

Bevor jedoch am Sonntag um 11 Uhr der erste Startschuss fällt, heißt es für das Organisationsteam der LG Teck nochmals richtig ranklotzen. Allen voran Martin Moll, der eigenhändig die Urkunden im Kopiergeschäft vervielfältigt, die Bahnen abklebt oder die Lautsprecheranlage mit aufbaut – auch wenn er viele Dinge persönlich erledigt, will er den Citylauf nicht als One-Man-Show verstanden wissen. „Insgesamt sind knapp 60 Mitglieder im Einsatz“, betont der Initiator.

Wie zum Beispiel Hartmut und Ulla Reichel, die für den Wirtschaftsbetrieb verantwortlich zeichnen – angesichts der Heerscharen hungriger und durstiger Menschen auf und neben der Strecke kein Job von Pappe. Immerhin bleibt durch die Bewirtung unterm Strich auch etwas für die Vereinskasse übrig. Die Kosten für den jeweiligen Verzehrgutschein, den alle Teilnehmer erhalten, sowie für Pokale, Urkunden und Beschallungsanlage übernimmt der formell als Veranstalter firmierende City Ring.

Im Anschluss an die rund zweieinhalbstündigen Staffelwettbewerbe sucht die LG Teck übrigens nach 2008 zum zweiten Mal wieder die schnellsten Kirchheimer: Im fliegenden Sprint muss ab etwa 14 Uhr eine 25-Meter-Strecke zwischen zwei Lichtschranken so schnell wie möglich absolviert werden. Neben diversen Schülerklassen und einer Jugendklasse können sich auch Erwachsene mit der Uhr messen. Anmeldungen sind ganz spontan vor Ort am Infostand in der Marktstraße möglich.