Lokalsport

Schumacher muss vorzeitig gehen

Kreisliga A: Neidlinger entlassen ihren Trainer und wünschen ihm alles Gute

Zweiter Paukenschlag in der Fußball-Kreisliga A binnen der letzten 14 Tage: Nach Marc Kaisner (TSV Jesingen) ist nun auch Neidlingens Übungsleiter Roland Schumacher ab sofort von seinem Amt entbunden. Der 34-Jährige, der zum Saisonende ohnehin demissioniert hätte, bekam die Ausbootung einen Tag nach der 1:4-Heimniederlage gegen die SGEH mitgeteilt.

TV Neidlingen (blau) - SGEH IITeckbotenpokal Fussball 2011Nicht aufzuhalten: Neidlingens Spielertrainer Roland Schumacher (re.)
TV Neidlingen (blau) - SGEH IITeckbotenpokal Fussball 2011Nicht aufzuhalten: Neidlingens Spielertrainer Roland Schumacher (re.)

Kirchheim. Zwei Mal, zuletzt in Jesingen (1:3) und gegen die SGEH, haben die Neidlinger Nichtabstiegs-Kämpfer schwach gespielt, laut Marlon Lamour sogar „katastro­phal“. Nach dem SGEH-Spiel zog der TVN-Abteilungsleiter die Reißleine. Um für die vier Kreisliga-A-„Endspiele“ in Raidwangen (morgen/19 Uhr), gegen Notzingen (13. 5.), in Großbettlingen (24. 5.) und gegen Kellerrivale Marsonia Frickenhausen (3. 6.) „ein Zeichen zu setzen“ und die Mannschaft vielleicht nochmals anzustacheln, kündigte er des Trainers Vertrag am Montag mit sofortiger Wirkung – aber er kündigte nicht die Freundschaft. Lamour: „Mir geht es um den Verein, um den Klassenerhalt der Mannschaft. Deshalb die Entlassung. Freunde bleiben Roland und ich trotzdem. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute“. Interimstrainer in den vier Schlussspielen wird Lamour nun selbst: Zusammen mit Spielleiter Klaus Moll will er noch retten, was zu retten ist.

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Als Schumacher (im dritten TVN-Jahr) vorgestern die Nachricht erhielt, war er nach eigener Aussage durchaus gefasst. Umso mehr, als seine Demission intern ohnehin schon beschlossene Sache war – „vor zwei Wochen haben wir uns zusammengesetzt und festgelegt, am Saisonende die Trennung vorzunehmen.“ Womöglich bestünde zwischen diesem Abkommen und der sportlichen Krise sogar ein Zusammenhang, spekuliert Schumacher: „Denkbar, dass die Spieler, nachdem sie davon erfahren haben, nicht mehr so richtig an den Trainer geglaubt haben.“ Doch so oder so will Schumacher, der beim Teckbotenpokal-Turnier 2011 das Achtelfinale wegen der Hochzeit seines Abteilungsleiters hatte sausen lassen, jetzt erst mal eine Denkpause einlegen. Danach ist er („im SGEH-Spiel war auch ich ratlos“) für neue Angebote offen.

Morgen steht der TVN in der Nach-Schumacher-Ära zum ersten Mal auf dem Prüfstand – wie auch Rivale TG Kirchheim dann spielt. Die TG ist die einzige Liga-Mannschaft, die in dieser Saison noch kein Auswärtsspiel gewann, und muss jetzt zur fünfmal in Folge unbesiegten SGEH (13 Punkte). SGEH-Trainer Pedro Pereira zuversichtlich: „Wir wollen unsere imposante Serie fortsetzen.“ Pereira wird der SGEH künftig erhalten bleiben, wie auch TG-Spielertrainer Goran Popovic – ganz egal, in welcher Spielklasse die Turngemeinde in der Saison 2012/13 auch spielen wird.

Es wird die Kreisliga A sein – glaubt TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretz­schmar. „Unsere Mannschaft hat jetzt nicht mehr so viel Druck, weil der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz schon vier Punkte beträgt“, sagt er. Doch es droht die Relegation. „Noch einen Nichtabstiegsplatz zu erreichen, wird schwer werden.“

Nach dem Trainerwechsel (Marc Augustin kam für Marc Kaisner) scheint der TSV Jesingen wieder in Tritt zu kommen. Vier Punkte aus zwei Spielen lautet die jüngste Positivbilanz. Im Donnerstag-Heimspiel gegen den TSV Grafenberg könnte die Mannschaft einen großen Sprung aus dem Tabellenkeller machen. „Tatsächlich ging ein Ruck durch die Mannschaft“, urteilt Uwe Wascheck, der Sportliche Leiter, und hofft jetzt auf eine Fortsetzung der Erfolgsserie. Derweil besitzt der TSV Notzingen die Chance, mit einem Heimsieg über den FV 09 Nürtingen II schon vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern.

Nach seinem Kurzeinsatz im letzten Landesligaspiel des TSV Weilheim beim FC Eislingen (2:2) muss Torjäger Nicolo Incorvaia wieder einmal sieben Tage pausieren. Damit steht der beste Torschütze der Kreisliga A, Staffel 2, dem TSVW II gegen den Tabellenletzten SPV 05 Nürtingen morgen Abend nicht zur Verfügung.

Im Spitzenspiel erwartet der Tabellendritte TSuGV Großbettlingen Spitzenreiter TSV Grötzingen. Falls Neuling NK Marsonia Frickenhausen das Spiel beim TSV Beuren verlieren sollte, droht der Mannschaft der vorzeitige Abstieg. Der 1. FC Fricken­hausen II kämpft im Heimspiel gegen den VfB Neuffen um seine allerletzte Chance.