Lokalsport

Schumis TV-Lob als Zuschauermagnet?

Nachdem nun auch das Fahrerfeld für das Eliterennen am Sonntag größtenteils feststeht und letzte organisatorische Hürden wie die Gestaltung des Marktplatzes geklärt sind, steht einem Erfolg des zweitägigen Spektakels Kirchheimer Radrennen nichts mehr im Wege zumal der Hauptdarsteller via TV auf den GP Kirchheim hingewiesen hat.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Eine bessere Promotion kann man sich für ein Sportereignis kaum wünschen: Wenn das Zugpferd der Veranstaltung im Plausch mit einer TV-Legende einem Millionenpublikum erklärt, dass er sich "auf das Rennen in Kirchheim freut. Das wird bestimmt eine klasse Veranstaltung." So geschehen am späten Mittwochabend, als Stefan Schumacher zu Gast in der Harald-Schmidt-Show in der ARD war. Ob und wie sich die lobenden Worte des 24-jährigen Gerolsteiner-Profis tatsächlich auf die Zuschauer-Resonanz auswirken werden abwarten.

Die Freude darüber, dass Schumacher und Schmidt ("Ich hab' im Internet gelesen, dass die in Kirchheim große Stücke auf dich halten, Stefan") überhaupt über das Radrennen auf dem Alleenring geplauscht haben, ist dennoch groß: "Besser kann man die Werbetrommel ja kaum gerührt bekommen", freut sich der für die sportliche Leitung während des zweitägigen Events verantwortliche Mann, RKV-Radsportabteilungsleiter Albert Bosler.

Neben aller Schumacher-Euphorie bekommt die Veranstaltung allmählich auch endlich die Konturen, die von Kritikern in den vergangenen Wochen vermisst wurden. So ist laut Bosler die Quote an Profifahrern, die zur Erfüllung der Verbandskriterien für das Eliterennen am Sonntag nötig ist, geschafft: Neben sieben Fahrern des tschechischen Continental-Teams Sparta Praha (unter anderem mit den tschechischen Bahn- und Straßenmeistern) hat sich auch das deutsche Continental-Team Lamonta mit drei Fahren angesagt. Der 27-jährige Steffen Weigold war im vergangenen Jahr unter anderem Fünfter der deutschen Crossmeisterschaft und Gewinner des Bergtrikots bei der Regio-Tour. Als ehemaliger Gerolsteiner-Fahrer hat er auch schon am Giro d'Italia teilgenommen. Sein Teamkollege Uwe Hardter (29) hat einen 62. Platz beim Giro vor drei Jahren sowie einen siebten Platz beim GP Schwarzwald 2002 vorzuweisen. Komplettiert wird das Lamonta-Trio durch den 25-jährigen Erik Hoffmann, letztjähriger Sieger der Straßenrennen in Wittnau, Bonlanden, Gomaringen, Villingen-Schwenningen und Holzhausen. Mit dem prominentesten Lamonta-Fahrer standen die organisierenden Fumic-Brüder schon vor Wochen in Kontakt, aber nachdem seine zwischenzeitlich aufgehobene Dopingsperre wieder in Kraft gesetzt wurde, war an eine Teilnahme von Danilo Hondo (mehrfacher Etappensieger bei der Friedensfahrt; Zweiter bei Mailand San Remo 2005) nicht mehr zu denken. "Schade", so Manuel Fumic, "wir waren nahe an seiner Zusage dran."

Selbige für das Eliterennen am Sonntag gegeben hat hingegen das Gros der 20 Mountainbiker, die am morgigen Samstag ab 18.30 Uhr den neu kreierten City-Sprint im Eliminator-Modus fahren werden. Auch die Fumic-Brüder haben einen Doppelstart an beiden Tagen fest zugesagt trotz Organisations-Stress. "An den Renntagen werden wir dank der rund 450 Helfer den Kopf frei haben und können uns auf die Rennen konzentrieren", sagt Manuel Fumic, der die letzten Organisationshürden umschifft sieht: Das für den Marktplatz geplante Party-Zelt scheiterte nun doch an der Zeitkollision mit den Marktbeschickern. Dafür wird die etwa 300 Quadratmeter große Fläche kurzerhand bestuhlt. Bei Regen sollen dort, im Start- und Zielbereich, XXL-Schirme das Publikum vor Nässe schützen. Dieser letzten Unwägbarkeit stehen die Fumics aber auch gelassen gegenüber: "Ab Samstag soll es ja wieder besser werden", hofft der jüngere der beiden Brüder.

Ob die gesamte Veranstaltung besser als in den vergangenen Jahren werden soll diese Frage stellt sich weder für die Fumics noch für Albert Bosler. "Wir wollen uns nicht an Vorangegangenem messen lassen", sagt Bosler und die Fumics betonen, dem Ganzen bewusst mehr Eventcharakter verleihen zu wollen auf Kosten sportlich hochklassiger(er) Rennen? "Wir hätten den Etat auch für ein Spitzen-Fahrerfeld ausgeben können", sagt Manuel Fumic, "aber bei einer Zwei-Tages-Veranstaltung muss auch das Drumherum für die Zuschauer passen. Wir wollen ein Event von Kirchheim für Kirchheim."