Lokalsport

Schwacher Start wirft Lado Fumic zurück

Keine Medaille für die Fumic-Brüder bei den Mountainbike-Europameisterschaften im belgischen Kluisbergen. Lado kam als bester Deutscher auf Platz sieben an, Manuel belegte Platz 18. Stefan Sahm finishte als 22.

EDGAR VELOCI

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KLUISBERGEN Lado Fumic konnte sein Ziel EM-Medaille nicht realisieren. Als bester Deutscher kam er auf Platz sieben an mit über zwei Minuten Rückstand auf den neuen Europameister Jean-Christophe Peraud (Frankreich).

Bundestrainer Frank Brückner begann nach zwei Runden zu hoffen: Eine achtköpfige Verfolgergruppe versuchte, Jean-Christophe Peraud (Frankreich) und Frederik Kessiakoff (Schweden) nachzujagen. An der Spitze dieser Gruppe sah man Manuel Fumic mächtig in die Pedale treten, hinter ihm waren zu diesem Zeitpunkt all die Großen des Metiers: Julien Absalon, Marco Bui, Christoph Sauser und Bruder Lado. Nach dem drehte sich Manuel einige Male um der ältere Bruder (29) war vom Start nicht gut weggekommen. "Ich musste einige zusätzliche Energie investieren, um nach vorne zu fahren", rekapitulierte Lado Fumic hinterher.

In den letzten beiden Runden baute Manuel Fumic ziemlich ab und fiel zurück. "Ich habe viel gemacht, aber in der letzten Runde bin ich buchstäblich auf dem letzten Ast rein gekommen. Da habe ich noch sehr viele Plätze verloren", sagte er. Bevor ihm der "Strom aus ging", wie Manuel Fumic selbstkritisch auch noch sagte, hatte er versucht, die Attacke von Julien Absalon zu kontern. Der Franzose hatte die Achtergruppe förmlich auseinandergenommen. Dem Tempo des Olympiasiegers konnte nur der Italiener Marco Bui folgen, während an der Spitze Jean-Christophe Peraud alleine dem EM-Titel entgegenfuhr.

Lado Fumic war auch nicht in der Lage, den Führenden Paroli zu bieten. So waren die letzten Hoffnungen dvon Bundestrainer Frank Brückner auf Edelmetall schnell verflogen. Das Rennen war extrem schnell und in der Gruppe wurde ständig attackiert. Als Absalon angriff, gab auch der Schweizer Florian Vogel Gas und brach ebenfalls ein. "Ich war blockiert und konnte einfach nicht hinterher", schilderte Vogel die Situation, in der sich seine Medaillenträume in den Wäldern der flämischen Ardennen verflüchtigten. Sein Abstand zu Platz eins war letztlich 2.15 Minuten, Manuel Fumic hatte als 18. 4.29 Minuten Rückstand.

"Taktisch müssen wir das beim nächsten Mal klüger anstellen", kommentierte Lado Fumic später. Derweil sah sich Manuel Fumic, mit Ausnahme der beiden letzten Runden, schon wieder auf einem guten Weg. "Bis zur Weltmeisterschaft werde ich das noch lernen", sagte er.

Stefan Sahm (Bissingen) konnte im Konzert der Großen nicht mitspielen. Er hatte einen miserablen Start und kam erst an 35. Stelle durch die Startloop. Mühsam kämpfte er sich unter die besten 25. Da war dann das Maximum erreicht. Er pendelte fortan nur noch zwischen Rang 20 und 25 und belegte am Ende Platz 22 mit 5.30 Minuten Rückstand auf Platz eins. "Ich habe mich heute sehr müde gefühlt. Aus den Beinen kam null, da war keine Aggressivität möglich", sagte er etwas enttäuscht. Viele Indizien deuteten darauf hin, dass er die Sachsentour doch noch nicht ganz weggesteckt hat.

Die Silbermedaille ging an Olympiasieger Julien Absalon, der 17 Sekunden schneller als Houffalize-Sieger Marco Bui (Italien) war. Bei den Damen überraschte Nina Göhl (Freiburg) als Vierte, mit 4.15 Minuten Rückstand auf Gunn-Rita Dahle (Norwegen). Sabine Spitz wurde mit "schlechten" Beinen und Materialproblemen nur Zwölfte.

Während es vor einem Jahr bei der EM noch vier Medaillen für die deutschen Cross-Country-Biker gegeben hatte, gingen sie dieses Mal leer aus. Allerdings war die Europameisterschaft 2005 besser besetzt als etwa das Weltcup-Rennen in Kanada.