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SCHWENNINGEN So sieht wohl Euphorie aus: ...

SCHWENNINGEN So sieht wohl Euphorie aus: "Wir haben super gespielt, super verteidigt, super gefightet und toll zusammengehalten", fasst Kai-Uwe Kranz das, was wohl alle Spieler und Kirchheimer Zuschauer unmittelbar nach dem Spiel in Schwenningen dachten, zusammen.

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Zu diesem Zeitpunkt hatten auch die Fans ihren Ärger erst einmal vergessen. Später kam er wieder hoch. Was war passiert? Der harte Kern der VfL-Anhänger war gegen Ende des Spiels in den Innenraum gestürmt, um die Schwenninger Spieler an der Grundlinie beim Freiwurf zu irritieren. Das ging natürlich nicht, doch es dauerte eine Weile, bis KGJ-Abteilungsleiter Novica Petrovic mit Hilfe der Schiedsrichter den gut 20 jungen Leuten klargemacht hatte, dass sie sich hinter der drei Meter von der Linie entfernten Werbebande aufzustellen hätten.

Über die nachfolgenden Geschehnisse gab es mehrere Versionen. Da war die Rede von einem Schlag auf den Kopf eines Fans mit einer Flasche, zu dem sich ein KGJ-Funktionär hätte hinreißen lassen. Dem Austausch einiger verbaler Unfreundlichkeiten, der Drohung, mit dem Messer eine der zahlreichen Kirchheimer Trommeln zu zerschneiden. Petrovic: "Niemand ist geschubst oder geschlagen worden. Klar, dass unsere Ordner etwas aufgeregt waren, als da plötzlich 20 Leute fast aufs Feld stürmten."

Nach dem Spiel versöhntDann erlaubte sich der Mann an der Tonanlage noch den Gag, bei Freiwürfen für Ross Jorgusen Musik loslaufen zu lassen Schiedsrichter Bernd Neumann: "Einmal war das mindestens der Fall." Jorgusen traf dennoch zweimal. Das Wichtigste bei all dem: Nach dem Spiel versöhnten sich die Parteien wieder, die allermeisten sahen ein, dass Aktionen in der Hitze des Spiels nicht auf die Goldwaage gelegt werden sollten. Viele Schwenninger zollten den VfL-Fans sogar Respekt ob ihres tollen Engagements.

Engagiert trat auch das Team auf, stellvertretend für alle Beteiligten sagte es Bill Goehrke so: "Das war eine riesen Mannschafts-Leistung." Der Amerikaner war besonders heiß, da gerade seine Mutter aus Chicago zu Besuch ist. "Es war so toll, dass sie gesehen hat, wie faszinierend das alles hier ist." Goehrke sagte aber auch: "Dieses Spiel hat gezeigt, was für ein Team wir sind." Nach vorne blickte indes Kai-Uwe Kranz: "Unser Ziel ist nicht die Aufstiegsrunde, sondern der direkte Aufstieg in die zweite Liga. Wenn die Führungsspieler gehalten werden können und ein Center dazukommt, will ich dabei sein." Trainer Theo Leftakis: "Wenn wir die Ludwigsburger Center gehabt hätten, wären wir Meister geworden." Da liegt eine Menge Arbeit vor dem VfL.

mad