Lokalsport

Schwerer Auftakt für Neidlingen


REIMUND ELBE

Anzeige

KIRCHHEIM "Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen", antwortete einst Horst Hrubesch per rhetorischer Bauchlandung auf die Frage, ob sein Club Hamburger SV das Zeug zum Meister habe. Wer alle schlägt, wird es in der Kreisliga A ebenso wie in allen anderen Ligen der Welt schaffen. Nur: So ein Überflieger ist in der neuen Saison nicht in Sicht. Wo vergangenes Jahr der FC Nürtingen 73 mit den Gegnern Katz und Maus spielte und mit 14 Punkten Vorsprung direkt in die Bezirksliga aufstieg, gibt es nun keinen Topfavoriten. Gut für die Teckteams, die im vergangenen Jahr im Aufstiegsrennen chancenlos waren.


Der TSV Weilheim geht in den "Sparflamme"-Spieltag, an dem nur vier Partien am Sonntag auf dem Programm stehen, als Bestplatzierter der vergangenen Runde. Gegner ist Kreisliga-A-Neuling TSV Oberlenningen. In Weilheim sind drei Punkte fest eingeplant. Doch nicht nur das Punktesammeln steht im Vordergrund. "Wir wollen spielerisch einen Schritt nach vorne machen, die ersten Partien werden zeigen, inwieweit uns das gelingt", unterstreicht Weilheims sportlicher Leiter Günther Friess. Gegner TSV Oberlenningen hat den eigenen (Meister-)kader ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Jugend ergänzt, womit das Match in Weilheim ein erster, wichtiger Fingerzeig in punkto Kreisliga A-Tauglichkeit sein wird. TSV-Trainer Karl-Heinz Toparkus, als Motivator bekannt, setzt einen Punktgewinn als Mindestziel an.


Für den letztjährigen Tabellenachten, den TV Neidlingen, beginnt die Punktehatz am Wochenende beim FV 09 Nürtingen. Nach dem enttäuschenden Abschneiden beim Teckboten-Pokal-Turnier, bei dem die Gastgeber bereits in der Vorrunde scheiterten, wurde unterm Reußenstein in den vergangenen Tagen nochmals intensiv gearbeitet. Das Ergebnis des Tatendrangs soll ein Punkt(e)gewinn auf dem Wörth sein. Experten schätzen den TVN-Kader als etwa gleich stark wie in der vergangenen Spielzeit ein. Das könnte zu wenig sein, um einen guten Start bei den ambitionierten Nürtingern zu erwischen. Die 09er haben sich für die kommende Saison verstärkt, unter anderem mit Spielertrainer Timo Wiedmann, der vom FC Frickenhausen aufs Wörth gewechselt ist.


Wer derzeit mit Dettingens Wolfram Bielke spricht, hat es mit einem wohlgelaunten Trainer zu tun. Der Blick in das Dettinger Startprogramm verrät, was zur guten Stimmung unter der Teck beiträgt: Die Sportfreunde aus der Schlossberggemeinde beginnen die Runde mit zwei Heimspielen binnen vier Tagen. Übermorgen gegen den VfB Neuffen, am kommenden Donnerstag (wo noch vier weitere Spiele in der Kreisliga A ausgetragen werden) gegen den TB Neckarhausen. "Wir müssen aus dieser guten Ausgangslage das Beste machen", hofft Bielke, der vier Punkte als das Mindestziel ansetzt. Die beiden Urlaubsheimkehrer Jens Stark und Christian Renz gehören wahrscheinlich mit zur Anfangsformation gegen den VfB Neuffen.


Der TSV Holzmaden entwickelt sich langsam zum TSV "Hollywood" der Liga. Immer wieder ist im Brühl was geboten, fallen auch mal deftige Worte, schwankt zudem die Trainingsbeteiligung. Die Formschwankungen, die schon in der vergangenen Saison "Markenzeichen" des TSV waren, steuern ein Übriges zu der Achterbahnfahrt der Gefühle bei Fans und Trainer bei. Hinzu kommt das peinliche Pokal-Aus in Schlaitdorf, das derzeit auch nicht gerade für Frohsinn sorgt. Probleme gibt es auch noch mit der Spielgenehmigung für die Neuzugänge Carlos Peraira (zuletzt bei einem Club in Porto am Ball) und Mark Hirdes (letzter Verein war Tuspo Waldau). Trainer Alexander Kuhnt, der im Heimspiel gegen den TB Neckarhausen auf Urlauber Sven Körner verzichten muss, startet in die neue Saison mit einem deutlichen Appell an sein Team: "Die Einstellung muss sich ändern, sonst kämpfen wir wieder gegen den Abstieg."