Lokalsport

Schwieberdingens Abwehr wackelt: VfL setzt voll auf Sieg

Mit einem Dreier können die Kirchheimer Oberliga-Fußballer einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen

Es knistert vor dem Kellerduell: Mit einem Heimsieg über den VfL Kirchheim am Sonntag ab 15 Uhr kann der TSV Schwieberdingen (17.) dem Kontrahenten von der Teck (14.) wieder bedrohlich auf die Pelle rücken. Umgekehrt können sich die Gäste im Abstiegskampf endgültig freischwimmen.

REIMUND ELBE

Kirchheim. Anstatt beim WFV-Pokal-Halbfinale in Crailsheim tummelten sich die Oberliga-Fußballer des VfL Kirchheim am Mittwochabend an der Jesinger Allee. Für das nach dem heftigen Wintereinbruch abgesagte Spiel im Hohenlohischen stand für die Teckstädter ersatzweise ein solides Training in der Heimat auf dem Programm.

Für Emrah Polat war es die letzte Trainingseinheit im Kreise seiner Teamkollegen für über drei Wochen. Der pfeilschnelle Mittelfeldakteur fliegt aus beruflichen Gründen nach China, fällt somit bereits für das im Abstiegskampf wichtige Spiel in Schwieberdingen am Sonntag aus. Polat kehrt wahrscheinlich erst am 18. April nach Deutschland zurück. Der Ausfall der wichtigen Mittelfeldkraft zwingt das Trainergespann Michael Rentschler/Christian Hofberger zum Handeln.

Erster Anwärter auf die Polat-Rolle ist Routinier Torsten Raspe, im Gründonnerstagsmatch gegen die SG Sonnenhof Großaspach (1:1) erst wenige Minuten vor Schluss eingewechselt. Die Ruhe und Routine des 38-jährigen Ex-Profis können die VfL-Mannen beim Mitaufsteiger durchaus gebrauchen, denn zuletzt fehlte in vielen Aktionen ein Ideengeber, Koordinator und Lenker.

Wie brisant das Duell der Schwieberdinger gegen den VfL ist, zeigt folgende einfache Rechnung: Siegen die Kirchheimer, hätten sie ihren Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten auf sieben Punkte ausgebaut, bei einer Niederlage würde beide Teams allerdings nur noch ein Zähler trennen. „Diese Partie ist vorentscheidend im Abstiegskampf“, glaubt Norbert Krumm, Sportlicher VfL-Leiter, „es ist deshalb allen Spielern erlaubt, vor dem Match in die Tabelle zu schauen.“

Zum Kader für das Spiel hinzustoßen könnten die Nachwuchsakteure Uwe Beran und Armin Ohran, Defensivspieler Michael Kutscher fällt dagegen weiter aus.

Auf die anderen Kirchheimer Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib warten am Wochenende schwierige Aufgaben. Der Tabellenletzte VfR Mannheim gastiert beim Aufstiegs­aspiranten FC Astoria Walldorf, die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers bei der SG Sonnenhof Groß­aspach und der Bahlinger SC beim regionalliga-ambitionierten TSV Crailsheim. Lediglich der SV Linx (Drittletzter) hat Heimrecht gegen den FC Nöttingen.

Der Sonntag könnte angesichts dieser Konstellation für die Kirchheimer zum Feiertag, jedoch auch zum Frusttag werden. Beim Gegner aus Schwieberdingen läuft es alles andere als rund im ersten Oberligajahr in der Vereinsgeschichte. Das Team von Gianni Coveli startete im vergangenen August mit drei Niederlagen in die Saison, sammelte zwar hie und da das ein oder andere Pünktchen, doch der nackte Kampf ums Überleben ist voll entbrannt. Mit 62 Gegentoren haben die Kicker aus der 11 000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Ludwigsburg die mit Abstand schlechteste Defensivbilanz aller Oberligaclubs aufzuweisen.

Verschärft hat sich die aktuelle Situation nach zwei glatten Niederlagen in Folge: Gegen den SSV Ulm 1846 setzte es eine 0:4-Heimklatsche, bei Normannia Gmünd am vergangenen Samstag gab es ein 0:3. Einziger Mutmacher in jüngster Vergangenheit war eine bemerkenswerte Aufholjagd in Mannheim: Beim VfR machten die Schwieberdinger vor drei Wochen aus einem 0:3 ein 3:3. „In den kommenden Spielen gegen Kirchheim, die Stuttgarter Kickers II und den Bahlinger SC muss meine Mannschaft Vollgas geben“, sagt der Trainer. Auch die Schwieberdinger wissen, was die Stunde geschlagen hat.

VfL: Gühring – Koch, Grimm, Dihl (Mayer), Eisenhardt – Isci, Raspe, Er, Spina – Gonsior (Tunjic), Laible.

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