Lokalsport

Sechs Goldmedaillen für sportliche Klasse-Leistungen

Fünf abwechslungsreiche Programmpunkte, vier Ehrungsblöcke mit insgesamt 87 Auszeichnungen, jede Menge Musik und gute Stimmung kennzeichneten am Samstagabend in der gut besuchten Kirchheimer Stadthalle den "Ball des Sports 2005".

HELGE WAIDER

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KIRCHHEIM Variatio delectat Abwechslung erfreut. In Anlehnung an das lateinische Sprichwort war der VfL Kirchheim als Ausrichter des diesjährigen und wie immer vom Kirchheimer Stadtverband für Leibesübungen (SfL) veranstalteten Ball des Sports an die Organisation der Veranstaltung herangetreten. Augenscheinlich waren am Samstagabend vornehmlich zwei Änderungen, von denen eine die Stadt Kirchheim, die andere der VfL zu vertreten hatte: Durch die neuen, pächterfreien Nutzungsmöglichkeiten der Bewirtung gab Glockenwirt Enzo Miscioscia mit seinem Team seinen (erfolgreichen) Catering-Einstand in Kirchheims guter Stube und freute sich über mehr als 200 verkaufter Essen.

Zum anderen machte der VfL den letzten der insgesamt vier Ehrungsblöcke, in dem die Goldmedaillen vergeben wurden, zu einem kleinen Event. Jedem der anwesenden Geehrten dieser höchsten Ehrungskategorie wurde ein Laudator beiseite gestellt, der die Erfolge dieser Sportler noch einmal thematisch unterstrich. Für die Motorsportler Wolf Henzler (Vierter in der US-Speed World Challenge und gleichfalls Vierter in der American Le Man Series Championship) und Claudio Mack (Sieger der ADAC Kart-Meisterschaft und Dritter in der Kart GP1 International Championship) übernahm dies der MCK-T-Vorsitzende Eberhard Frech in einer informativen Interviewform.

Für Sprinterstar Tobias Unger, der übrigens in dieser Woche durch seinen Umzug in die Teckstadt "echter" Kirchheimer wird, stand sein langjähriger Privattrainer Micky Corucle am Rednerpult und ließ die Zusammenarbeit mit Unger noch einmal Revue passieren: vom Beginn der Zusammenarbeit, als Unger 1993 keine Lust mehr auf den klassischen Mehrkampf hatte, bis hin zu seinen internationalen Erfolgen als Hallen-Europameister in Madrid und dem siebten Platz bei der Weltmeisterschaft in Helsinki spannte Corucle den Bogen. Unger, so der VfL-Trainer weiter, sei der weltweit schnellste Sprinter mit weißer Hautfarbe. Nach der Überreichung des Simonssiegels in Gold durch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und den SfL-Vorsitzenden Siegfried Hauff wurde Unger dann auch mit Ovationen gefeiert. Die weiteren Goldmedaillen-Anwärter hatten leider andere Verpflichtungen und ihre Teilnahme am Ball bereits im Vorfeld abgesagt. Sie verpassten eine unter der Regie von Wolfgang Butz festlich geschmückte Stadthalle sowie eine Veranstaltung, die von VfL-Sportlehrer Armin Brand locker-flockig moderiert wurde.

Nach der Einführung durch die VfL-Vorsitzende Doris Imrich, die die anwesenden Sponsoren des Großvereins vorgestellt hatte, begrüßte SfL-Vorsitzender Hauff. Er erinnerte an den Tsunami in Südostasien und den damit verbundenen Tod zweier VfL-Turnerinnen: "Bei einem solchen Schicksal merkt man dann, wie man plötzlich auch hier in Deutschland weit weg von den Katastrophen zu Betroffenen werden kann."

Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker würdigte den SfL als "beschützenden Familienclan" für über 12.000 Sportlerinnen und Sportler in der Stadt. Des Weiteren stellte das Stadtoberhaupt in Aussicht, dass ihrer Einschätzung nach der Sportfördertopf der Stadt mit 92.500 Euro auch im Jahr 2006 stabil bleibe. Damit würde die Stadt, anders als andere Zuschussgeber, ihrer Verantwortung dem Sport gegenüber auch weiterhin gerecht. Bestätigt wurde von Matt-Heidecker auch die nach wie vor kostenfreie Nutzung der Sportanlagen durch die Vereine. Hierfür würden im städtischen Haushalt Kosten in Höhe von 150.000 Euro verrechnet. Mit weiteren kleineren Veranstaltungszuschüssen erreiche die Leistung der Stadt für den Vereinssport fast eine viertel Million Euro pro Jahr.

Für Abwechslung in den Ehrungspausen sorgten fünf Programmpunkte, die überwiegend in VfL-Eigenregie entstanden waren. VfL-Turntrainer Jürgen Heine und seine jungen VfL-E-Jugendturner Yannik Bauser-Dropmann, Markus Bay, Julian Hausch und Felix Pohl demonstrierten Kraft und Körperbeherrschung an Barren und Ringen und verblüfften das Publikum am Ende mit 66 Klimmzügen ein Zug mehr als das VfL-Turn-Urgestein Heine mitterweile alt ist.

Die Karateka und Judoka des VfL zeigten mit eindrucksvollen Vorführungen von Übungen und Grundtechniken, wie Sport und Selbstverteidigung miteinander verbunden werden können. VfL-Turnerin Ira-Sofie Graf begeisterte das Publikum mit ihrem Song "Flic-Flac", mit dem sie bereits im Fernsehen bei Jörg Pilawa aufgetreten war. Begleitet wurde die junge Künstlerin von ihren Turnerinnen- und Turnerkollegen, die auf der Sprungbahn das Publikum in Verzückung versetzten. Höhepunkt des Programms war der von einem VfL-Sponsor geförderte Auftritt des "Linkmichel". Der Neuffener Kabarettist Michael Link startete mit seinem Mundart-Comedy-Programm einen gelungenen Angriff auf die Lachmuskeln des Auditoriums.

Zwischen und nach den Ehrungs- und Programmblöcken gab's noch jede Menge Gelegenheit zum Tanzen. Die Kapelle "Red Points" trug ihr Scherflein dazu bei, spielte taktgenau und abwechslungsreich auf und sorgte dafür, dass sich sowohl ambitionierte Tänzer als auch "nur" zuhörende Gäste bis in die frühen Morgenstunden amüsierten.