Lokalsport

Sechs greifen nach dem Pott

Endrunde im Handball-Bezirkspokal in Kirchheim mit zwei SLG-Teams

Handball-Deutschland im Final Four-Fieber – auf nationaler wie auf lokaler Ebene. Während man in Hamburg um den DHB-Pokal kämpft, geht‘s in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte drei Nummern kleiner zu: Der VfL Kirchheim ist am Sonntag Ausrichter der Bezirkspokal-Endspiele der Frauen und Männer.

RUDI DÖLFEL

Kirchheim. Während Hamburgs Trainer Martin Schwalb von einem „Top-Event im internationalen Handball-Kalender“ spricht, galt der Bezirkspokal bislang als lästige Pflichterfüllung – zumindest bei einigen Clubs im Kreis Esslingen. Diesmal könnte die Atmosphäre besser sein, denn für Spannung ist in Kirchheim gesorgt: Klassenniedrige Außenseiter stoßen dort auf Favoriten.

Um die Attraktivität des Bezirkspokals zu steigern, wurde bei den Männern der Pokal-Endrundenmodus vor zwei Jahren geändert. Nun kämpfen vier Mannschaften an einem Schauplatz um den Titel – dieses Mal der VfL Kirchheim, SG Lenningen, HSG Ostfildern und der TV Reichenbach. In Hamburg gilt der THW Kiel als der große Favorit, unter der Teck ist‘s Ostfildern. Nachdem an der HSG-Meisterschaft in der Landesliga nicht mehr gezweifelt wird, so lockt jetzt das Double, zumal es diesem Verein noch nie gelungen ist, den Pokal in die Vitrine zu stellen. Den muss Lenningen als amtierender Pokalsieger diesmal mitbringen, und den Pott würde SG-Oldie Jochen Renz auch gerne wieder mitnehmen. 1992 konnte er zum ersten Mal einen Siegerschluck daraus nehmen.

Fraglich allerdings, ob der SG-Erfolg aus dem Vorjahr reproduzierbar ist. Die Kiedaisch-Sieben trifft auf Landesliga-Überflieger Ostfildern und hat in der Punkterunde keine guten Erfahrungen mit Grundler und Co. gemacht. Lukas Grundler und Benedikt Klein werden nicht spielen. Hinter Jörg Hermann steht noch ein Fragezeichen. Nach überstandener Fingerverletzung ist Mario Lovric wieder dabei. Bei der SG sieht Holger Kiedaisch den Pokal als gute Vorbereitung und weitere Trainingseinheit für das Restprogramm in der Punkterunde. Apropos Trainingseinheit: Vom Mittwochtraining „klinkten“ sich so viele Spieler aus, dass das Trainertrio fast ein Individualtraining anbieten konnte. Im Blick auf die schweren Aufgaben, welche noch auf die SG zukommen, lautet Kiedaischs Credo: „Ich wünsche mir nur, dass wir da verletzungsfrei rauskommen“.

Selbiges wünscht sich auch der VfL-Pressesprecher und Spieler Marc Pradler. Kirchheim steht in der Bezirksklasse vor dem Aufstieg und kann nach Jahren der Stagnation wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen. Vor dem Bezirkspokal-Halbfinale gegen den Bezirksliga-Dritten, TV Reichenbach, steht heute Abend allerdings erst noch das Punktspiel beim TSV Owen II an. Da kann die Mitranic-Truppe keine Geschenke erwarten, denn der TSV kämpft noch um den Klassenerhalt. „Es wäre das Zuckerle, wenn wir ins Pokalendspiel einziehen würden“, sagt Pradler, setzt aber klare Prioritäten: „Die Punkterunde hat Priorität“. Zumindest einen Vorteil hat der VfL: Er ist die harzfreie Sporthalle gewohnt. Vier der insgesamt sechs Endrunden-Teams kommen aus der Teck-Neuffen-Region, was auf eine entsprechende Zuschauerresonanz schließen lässt.

Vor dem Endspiel der Frauen, das zwischen Männer-Halbfinals (verkürzte Spielzeit übrigens zwei Mal 20 Minuten) und Männer-Endspiel stattfindet, hat die SG Lenningen II ein ehrgeiziges Ziel: „Nach der Meisterschaft in der Bezirksklasse wollen wir jetzt das Double“, betont Antje Schlenk und fügt hinzu, „der Bezirkspokal wäre die Krönung.“ In Sachen Bezirkspokal verfügt die SG über reichlich Erfahrung. Bereits 1996 stand sie im Endspiel gegen Neuffen und gewann 13:8. Ein Jahr später wurde Ruit mit 20:12 aus der Halle gefegt. In Lenningens „goldener Zeit“ musste 2002 auch Plochingen bei der 21:34-Niederlage die Klasse des Täles­teams anerkennen. Von der 96er-Mannschaft stehen morgen noch Nicole Schmid, Daniela Kiedaisch, Karin Sliwka, Sonja Eberhard, Sandra Scheu und Antje Schlenk im Aufgebot und hoffen auf ein Déjà-vu-Erlebnis. Finalgegner TB Neuffen steht in der Bezirksliga auf dem zweiten Tabellenplatz, kann aber den HC Wernau nicht mehr vom Meistersockel stürzen. Für den TB wäre es ein Riesenerfolg, nach 2000 den Pokal wieder unter die Burg zu entführen. Die SG qualifizierte sich durch Siege über Urach (27:23), Wernau (20:17) und Deizisau/Denkendorf II (23:18) fürs Finale, der TB siegte gegen Neuhausen (22:18), Nellingen III (24:19) und Wolfschlugen (30:22).

Männer, Halbfinale

13 Uhr VfL Kirchheim - TV Reichenbach

14 Uhr: HSG Ostfildern-SG Lenningen

Männer, Endspiel

17 Uhr ? - ?

Frauen, Endspiel

15.15 Uhr: SG Lenn. II-TB Neuffen

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