Lokalsport

Sechs Wochen Vorbereitung auf Mission Klassenerhalt

11.1., 11 Uhr – dieses Datum markiert für die Oberligakicker des VfL den Beginn der Trainingsvorbereitungen 2009. Ab morgen heißt es für die abstiegsbedrohten Teckstädter sechs Wochen lang schwitzen für die Rückrunde, an deren Ende nur ein Ziel steht: der Klassenerhalt. VfL-Coach Rolf Baumann kann dabei erstmals seit seinem Amtsantritt auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Wenn Rolf Baumann morgen um 11 Uhr zur ersten VfL-Trainingseinheit im neuen Jahr bittet, wird er sich an drei Gesichter erst noch gewöhnen müssen. Neben Rückkehrer Antonio Tunjic (nach halbjährigem Gastspiel bei den Stuttgarter Kickers bekanntlich wieder unter die Teck gewechselt) kann Baumann auch die wiedergenesenen Uwe Beran (Meniskusprobleme im linken Knie) und Sabri Gürol (Leistenbruch) begrüßen – beide hatten sich vor Baumanns Amtsantritt am 18. Oktober verletzt, beide kennen den VfL-Coach nur aus kurzen Gesprächen. „Mit ihnen wird sich in unserem Mittelfeld etwas tun“, ist sich Baumann sicher, dass die zwei 19-Jährigen den Kader qualitativ verstärken.

Während es Gürol in drei Einsätzen jedoch erst auf 71 Oberligaminuten brachte, war Beran bis zu seiner Verletzung die Entdeckung der VfL-Hinrunde schlechthin. Von den ersten neun Partien bestritt der Gymnasiast alle von Beginn an, wurde dabei dreimal ausgewechselt. Er erzielte das erste Kirchheimer Saisontor und kassierte nach jedem seiner engagierten Einsätze Lob der damaligen Trainer Sehrig und Kleitsch. Kein Wunder also, dass er vom WFV zusammen mit seinen Teamkollegen Armin Ohran, Hans-Alex Thies und Philipp Uttikal unlängst zu einem U21-Lehrgang im Februar eingeladen wurde. Auch wenn die Erwartungen an seine Rückkehr hoch sind, will Rolf Baumann Beran noch Zeit geben: „Ich mache ihm keinen Druck. Er wird sich mit seinem jugendlichen Elan wieder herankämpfen.“ Der Youngster selbst sieht‘s ähnlich: „Bis zum Ende der Vorbereitung will ich fit für 70 bis 80 Minuten sein“, sagt Uwe Beran, der sich seit Kurzem mit leichtem Jogging und Radfahren fit macht. Nachdem sein Orthopäde, den er regelmäßig in der Uniklinik seines Wohnorts Ulm aufsucht, grünes Licht für volle Belastung gegeben hat, strotzt er nur so vor Tatendrang. „Ich will wieder in die Stammelf und mit der Mannschaft den Klassenerhalt schaffen.“

Auf dem Weg dahin müssen er und seine Teamkollegen jedoch noch gehörig Schweiß vergießen. Sechs Wochen lang ist die Vorbereitungsphase vor dem ersten Spiel am 21. Februar gegen Durlach. Sechs Wochen, in denen Rolf Baumann den Aufwärtstrend von vor der Winterpause (neun Punkte aus sieben Spielen) unterfüttern will. „Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht wie bisher“, sagt der 45-Jährige, der bereits morgen mit ballorientierenden Einheiten beginnen will. „Da müssen wir noch konstanter werden.“ Nach vier Trainingseinheiten geht‘s für den VfL-Tross dann am kommenden Freitag ins vereinseigene Kanzelwandhaus, um „den Geist von Riezlern zu beschwören“, wie Geschäftsführer Walter Rau orakelt: Der neudeutsche Begriff des „Teambuilding“ soll bei dem dreitägigen Trip ins Kleinwalsertal im Vordergrund stehen, ehe nach der Rückkehr der Trainingsbetrieb weitergeht. „Um in der Rückrunde zu bestehen, müssen wir uns gut vorbereiten“, weiß Rolf Baumann.

Vor allem im Hinblick auf die drei durch Nachholspiele in Liga und Pokal entstandenen Englischen Wochen tut eine gut dosierte Vorbereitung Not. „Wenn wir uns genug Kraft antrainieren, habe ich vor dieser Zusatzbelastung keine Angst“, so Baumann. Mut macht ihm dabei nicht zuletzt die, wie er sagt, „neue Qualität“ im Sturm. „Mit Tunjic, Laible und Santos-Araujo haben wir drei Angreifer, die Kirchheim so noch nicht kennt.“ Stammplatzgarantien will der Trainer hier jedoch genauso wenig geben wie auf der Torwartposition. Zwar wird Stammkeeper Patrick Gühring nach erfolgreicher Genesung von seiner Knieoperation wieder voll ins Training einsteigen, doch wer gegen Durlach zwischen den Pfosten stehen wird, ist noch offen. „Philipp Uttikal hat nach Patricks Verletzung drei gute Spiele gemacht und auch Edgar Porada ist ein guter Mann“, schwärmt Baumann – der Konkurrenzkampf im Tor ist demnach eröffnet.

Keine Verstärkungen wird es aller Voraussicht nach in der Kirchheimer Abwehr geben. Die VfL-Verantwortlichen hatten unter der Woche versucht, Verteidiger Andreas Mayer zu einem Comeback zu bewegen. Der 21-Jährige, in der vergangenen Saison eine der Stützen des Teams in der Viererkette, kehrte unlängst von einem studienbedingten USA-Aufenthalt zurück, stünde für die Rückrunde theoretisch zur Verfügung. „Er will sich jedoch zunächst mal verstärkt um ein weiteres Stipendium für Amerika bemühen, weil er im Sommer für zwei Jahre rüber will“, weiß Geschäftsführer Rau. Bei vier Mal Training pro Woche und den Spielterminen am Wochenende wäre alles andere als eine Absage Mayers demnach eine Überraschung. Immerhin: „Er hat sich Bedenkzeit erbeten“, so Rau, „falls er wieder spielen wollte, sind wir seinen Worten nach der erste Ansprechpartner.“

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