Lokalsport

Sehrig und ein ganzer Sack voller Probleme

Der VfL Kirchheim ist Tabellenletzter der Fußball-Oberliga. Die Aussichten, dass sich dies morgen ändert, sind nicht rosig. Denn: Meisterschaftsmitfavorit FC Villingen rückt an (Anpfiff 15.30 Uhr).

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Kleine Erfolgserlebnisse sind besser als gar keine. Streng nach diesem Motto verfahren aktuell die VfL-Verantwortlichen, wenn sie die sportliche Lage der Teckstädter versuchen darzustellen. Nach der nur phasenweise überzeugenden Vorstellung beim 3:0-Sieg im WFV-Pokal am Mittwochabend beim Verbandsligisten VfL Sindelfingen hoben Trainer wie sportlicher Leiter in erster Linie die positiven Aspekte hervor: Kein Gegentor kassiert, eine Runde weiter, etwas Selbstbewusstsein für den Oberliga-Alltag getankt. „Es war ein Schritt in die richtige Richtung“, bilanzierte Trainer Dietmar Sehrig den 90-minütigen Auftritt im Landkreis Böblingen, „auch wenn wir sicherlich nicht jede Aktion sauber gespielt haben.“

Selbiges wird morgen gegen den FC Villingen allerdings bitter nötig sein. Sehrig erwartet ein „gnadenloses Spiel“ gegen den ambitionierten Tabellensechsten. Die Villinger sind seiner Ansicht nach neben 1899 Hoffenheim II das zweite Topteam der Liga. „Ich hoffe auf jeden Fall, dass dieser Pokalsieg in Sindelfingen mehr Ruhe in unser Spiel bringt“, hofft der ehemalige Keeper des SC Geislingen, „und dass das Team noch enger zusammenrückt.“

Ausgerechnet jetzt kommen neue Hiobsbotschaften: Torwart und Kapitän Patrick Gühring fällt erneut aus, nachdem sich die Narbe an der lädierten Wade wieder entzündet hat. Der Heilungsprozess nach dieser zunächst relativ harmlos erscheinenden Verletzung verläuft komplikationsreicher als gedacht. In Sindelfingen testete Sehrig die nominelle Nummer drei im Tor, Edgar Porada. Außer einer kleinen Unsicherheit Mitte der zweiten Halbzeit hatte der Youngster wenig Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Die Sindelfinger Angreifer schossen bei ihren fünf guten Chancen entweder neben oder über das Tor. Ob Porada zu seinem ersten Oberligaeinsatz kommt, entscheidet sich laut Dietmar Sehrig erst heute Abend. Uttikal oder Porada – nicht die einzige Frage, die das Trainerteam beantworten muss. Nachdem der am Mittelfuß verletzte Stürmer Maximilian Laible – die zweite Hiobsbotschaft – ebenfalls nach Komplikationen im Heilungsprozess möglicherweise die komplette Hinrunde ausfällt, könnte Uwe Beran für die nächsten Monate zum Alleinunterhalter im Angriff der Kirchheimer werden. Denkbar jedoch auch, dass Sehrig künftig Nicola Spina als zusätzliche Spitze aufbietet. Der Ex-Großaspacher gehört zu den wenigen Kirchheimern, die in den ersten Oberligapartien der Saison Torgefährlichkeit ausstrahlten.

Die angestrebten Transfers gestalten sich derweil schwieriger als erwartet. Der sportliche Leiter Norbert Krumm hat zwar mehrere Kandidaten an der Angel („wir wollen vor dem 31. August möglichst noch zwei Spieler verpflichten“), doch einige davon werden auch von anderen Oberligaklubs umworben. Krumm droht nun die Zeit davonzulaufen. Nach dem 31. August wäre nur noch der Transfer vereinsloser Spieler möglich. Das Glück läuft den Kirchheimern derzeit nicht hinterher. Ein Sieg oder selbst ein Remis gegen den FC Villingen wäre unter diesen Begleitumständen eine Wohltat für Spieler, Fans und Funktionäre.

Mögliche VfL-Aufstellung: Porada (Uttikal) – Koch, Dihl (Kauffmann), Grimm, Eisenhardt – Gürol (Söylemezgiller), Er, Polat, Isci (Ohran) - Spina, Beran.