Lokalsport

Sehrig verlangt Siegermentalität

Klaus-Dieter Leib

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Kirchheim. Die Begegnung beim FV Illertissen am Mittwochabend (0:4) war noch nicht einmal eine Minute abgepfiffen, da betrieb Dietmar Sehrig mit seiner Mannschaft noch auf dem Stadionrasen Ursachenforschung. Wie konnte es sein, dass der VfL Kirchheim – der mit einigen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet ist – gegen eine der vermeintlich schwächeren Oberliga-Mannschaften derart unter die Räder kommt? Sehrig fand auch keine Erklärung für den krassen VfL-Leistungseinbruch vier Tage nach der Aufholjagd im Heimspiel gegen den Bahlinger SC (2:2). Vor allem die Art und Weise, wie die Gegentore zustande kamen, gab und gibt dem Übungsleiter zu denken. „Wir haben es dem FV Illertissen nicht gerade schwer gemacht“, sagte Sehrig ernüchtert.

Gegen Gmünd erhofft er sich vor allem von seinen Defensivkräften mehr Konzentration, des Weiteren wünscht er sich die Rückkehr zur Siegermentalität. Mit einem Wort: Seine Kicker sollen aufwachen. Nur so hat man die Chance, endlich den ersten Dreier in dieser Saison einzufahren.

Was in Illertissen besonders auffiel, war die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor. Obwohl die Teckstädter über weite Strecken die überlegene Mannschaft waren, erspielten sie zu wenig aussichtsreiche Einschussmöglichkeiten. Nur insgesamt drei Mal überhaupt wurde es richtig gefährlich für den Illertissener Torhüter Manuel Schoppel – für eine Mannschaft, die am Ende der Saison einen einstelligen Tabellenplatz belegen will, ist dies zu wenig.

Keine Erklärung für die schwache Vorstellung fand auch Verteidiger Mathias Koch. „Ich kann nicht verstehen, wie man gegen eine spielerisch solch schwache Mannschaft überhaupt verlieren kann.“ Sein Optimismus im Vorfeld – der 26-Jährige hatte vor dem Bahlinger Spiel auf sieben Punkte in drei Partien spekuliert – war nicht aufgegangen. Jetzt sind höchstens noch vier möglich, und Koch findet das naturgemäß höchst bedauerlich.

Wie geht‘s weiter mit dem VfL, wie mit seiner Formkurve? Der Schuss kann durchaus nach hinten los gehen: Nach der Partie gegen Normannia Gmünd gastieren die Teckstädter bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, eine Woche später ist der derzeitige Tabellenvierte FC 08 Villingen an der Jesinger Allee zu Gast. Beide Mannschaften zählen zu den Mitfavoriten auf den Aufstieg in die Regionalliga.

Mit dem 1. FC Normannia Gmünd kommt morgen eine Mannschaft nach Kirchheim, die ebenfalls einen Fehlstart zu verzeichnen hat. Nach der 0:3-Klatsche beim FC 08 Villingen folgte am Mittwoch ein 1:1 gegen Aufsteiger Kehler FV. Wobei Gmünds Trainer Alexander Zorniger mit seinen Spielern allerdings noch nicht einmal unzufrieden war: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und drei Minuten vor Schluss unglücklich den Ausgleich kassiert.“ Von einem Fehlstart will Zorniger noch nicht reden, dafür sei die Saison noch zu jung. „Das ist noch kein Beinbruch, eher eine leichte Zerrung“, erklärte er mit einer Metapher.

In der letzten Saison gab es für den VfL eine 1:3-Heimniederlage . Ein weiteres Argument für einen Dreier.