Lokalsport

„Sein bester Lauf in Peking“

Heute wird Tobias Unger in Kirchheim zurückerwartet

THOMAS PFEIFFER

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Peking/Köngen. Mäßige 10,36 Sekunden in der Zwischenrunde des 100-m-Einzelsprints, Platz sieben, damit das olympische Aus – als Solosprinter blieb Tobias Unger in Peking hinter den Erwartungen. Als Läufer im Kollektiv fand er hingegen zurück zur Normalform. Hinter Jamaika, das mit dem umstrittenen Olympia-Dreifachsieger Usain Bold (22) einen neuen Weltrekord erzielte (37,10 Sekunden), Trinidad und Tobago (38,06) sowie Japan (38,15) gelangen dem DLV-Quartett auf der schwierigen Außenbahn Platz fünf und gute 38,58 Sekunden. „Eine tolle Zeit“, schwärmte Unger gar nach Fragen des ZDF-Reporters. Zum Vergleich: die deutsche Bestmarke steht bei 38,29 – gelaufen 1982 von DDR-Sportlern.

Rund 8000 Kilometer westlich vom Schauplatz „Vogelnest“ schaute sich Micky Corucle die Liveübertragung des 4 x 100-m-Finales gestern Nachmittag im Internet an: Sein Sportfachgeschäft in Köngen hatte er eine halbe Stunde lang abgeschlossen, um ungestört zu sein. „Tobias ist technisch ohne Fehler gelaufen“, kommentierte der Heimtrainer in schneller Ferndiagnose danach, „der Lauf schien perfekt.“ Corucle bilanzierte die Leistungssteigerung seines Zöglings: „Das war sein bester 100-m-Lauf in Peking.“

Inzwischen ist Ungers Peking-Aufenthalt bereits Vergangenheit. Noch gestern bestieg er in Peking den Flieger, heute Vormittag wird er auf dem Stuttgarter Flughafen gegen 11.30 Uhr zurückerwartet. „Wahrscheinlich werde ich zur Begrüßung vor Ort sein“, sagte Corucle. Nicht nur er wird da sein – auch Eltern und Freundin wollen ihm als Erste gratulieren.