Lokalsport

Selbst das Paradepferd scheute

Turnen In der zweiten Bundesliga gab es für die Turner des ersatzgeschwächten VfL Kirchheim gegen den StTV Singen keinen Blumentopf zu gewinnen. Immerhin gab es Score-Punkte. Von Heiko Paul

Trotz guter Leistung am Pferd gab es für Henning Weise keine Score-Punkte. Foto: Heiko Paul
Trotz guter Leistung am Pferd gab es für Henning Weise keine Score-Punkte. Foto: Heiko Paul

Nichts zu holen gab es für die VfL-Turner gegen den Meisterschaftsaspiranten StTV Singen. In der zweiten Bundesliga in dieser Saison noch ungeschlagen, zeigten die Singener mit ihrem 75:13-Sieg dem ersatzgeschwächten VfL die Grenzen auf.

Zwei Ziele hatten die VfL-Turner gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer StTV Singen vor ihrem Auswärtswettkampf in Singen: eine Gerätewertung gewinnen und über zehn Score-Punkte erturnen. Der erste Wunsch ging nicht in Erfüllung, die ersatzgeschwächten Kirchheimer bleiben auch an ihrem Paradegerät Pferd ohne Gerätesieg. Doch gute Leistungen bei einzelnen Übungen sorgten immer wieder für den ein oder anderen Score-Punkt. Immerhin 13 kamen so im Laufe des Wettkampfs zusammen. Das Ziel, über zehn Score-Punkte zu kommen, war also erreicht.

Julian Hausch eröffnete für die Kirchheimer den Wettkampf mit seiner ersten Bodenübung der Saison und holte auch gleich dank eines Doppeltwists am Ende der letzten Bahn drei Score-Punkte. Die VfL-Turner lagen 3:0 in Führung - leider aber zum ersten und letzten Mal in diesem Wettkampf. Manuel Hofmann bekam den Schweizer Topturner Michael Meier als Gegner und Benjamin Leitner stürzte. Simon Paul zog sich in seinem ersten Wettkampf nach langer Verletzungspause achtbar aus der Affäre, unterlag aber dem Singener Bodenspezialisten Philipp Leitenmair.

Am Pferd holte Manuel Hofmann mit einer sauberen Übung gleich im ersten Duell drei Score-Punkte. Der StTV Singen hatte in der Folge auf die Übungen von Julian Hausch, Henning Weise und Nico Hofmann immer die besseren Antworten, unter anderem durch den ehemaligen russischen Nationalturner Matvey Petrov.

An den Ringen dann leider ein Nuller für die VfL-Turner Manuel Hofmann, Henning Weise, Nico Hofmann und Julian Hausch. Letzterer hatte bei seiner Übung doppeltes Pech. Einmal griff er bei seinem neuen Abgang, einem Doppelsalto mit Doppelschraube mit einer Hand auf den Boden, zum anderen zogen ihm die Kampfrichter dermaßen viele Punkte in der Note für die Qualität der Ausführung ab, dass die Kirchheimer Zuschauer nur den Kopf schüttelten.

Am Sprung dann war Julian Hausch der einzige Kirchheimer, der einen Score-Punkt ergatterte. Moritz Pohl hatte am Barren nach guter Übung das Pech, auf Matvey Petrov zu treffen, Nico und Manuel Hofmann gingen ebenfalls leer aus. Julian Hausch dagegen gewann in seinem Duell wieder drei Punkte. Am Reck gelang ihm dies leider nicht - immerhin wurde es gegen Philipp Leitenmair ein 0:0. Mit seiner am Reck höchstbewerteten Kirchheimer Übung gewann dafür Moritz Pohl aus dem Kirchheimer Quartett noch drei Punkte.

Mit einer 13:75-Niederlage und ohne Gerätesieg mussten die VfL-Turner nach Hause fahren. Weil der Tabellennachbar TV Buttenwiesen seinen Wettkampf gegen den KTV Ries ebenfalls hoch verlor, bleiben die VfL-Turner in der zweiten Bundesliga auf dem vorletzten Tabellenrang, der zum Verbleib in der Liga berechtigt. Endgültig entschieden wird die Liga ohnehin erst am 17. November. Der VfL trifft in seinem letzten Wettkampf zu Hause in der Raunersporthalle auf den KTV Ries - in voller Besetzung eine vielleicht lösbare Aufgabe.

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