Lokalsport

Selbstbewusst an die Nordseeküste

Kirchheims Basketballer beschließen Erfolgsjahr in Cuxhaven – Anreise in zwei Mini-Vans

Bevor der Weihnachtsmann kommt, geht‘s für die Basketballer der Kirchheim Knights an die Nordsee: Am Samstag gastieren die Ritter beim letztjährigen Vizemeister der Pro A, den Cuxhaven BasCats. Knights-Coach Frenkie Ignjatovic, der auf den gesamten Kader zurückgreifen kann, hofft auf die Krönung einer bislang begeisternden Hinrunde.

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Moritz Hönig

Kirchheim. Mit dem Gastspiel in Cuxhaven geht für die Ritter am Samstag ein turbulentes, aber erfolgreiches Jahr zu Ende: Auf den Tag genau vor acht Monaten gelang den Kirchheim Knights dank des spektakulären 105:101-Sieges in München der letzte Schritt zum viel umjubelten Aufstieg in die Pro A. Mit neuem Trainer und runderneuertem Team wurde die Mission Klassenerhalt in Deutschlands zweithöchster Spielklasse in Angriff genommen – und das in bislang grandioser Manier: Nach zwölf Spieltagen stehen die Knights auf Tabellenplatz vier. „Eine tolle Geschichte, die wir so nicht vorhersehen konnten“, freut sich Knights-Geschäftsführer Siegfried Meissner, der das Saisonziel (noch) nicht korrigieren möchte: „Wir bleiben realistisch.“

Auch Coach Frenkie Ignjatovic spart beim Blick auf die Tabelle nicht mit Superlativen: „Das war bislang für uns alle eine grandiose Saison.“ Von den ominösen, für den Klassenerhalt aller Voraussicht nach benötigten zehn Siegen, die Ignjatovic zu Saisonbeginn gefordert hatte, sind sieben bereits eingefahren. Und auch in Cuxhaven scheint ein Sieg im Bereich des Möglichen: Alle Spieler sind fit, das Selbstvertrauen groß wie nie. Den Grund für den momentanen Höhenflug sieht der Trainer vor allem in der mannschaftlichen Geschlossenheit. So glänzte vergangene Woche gegen Bremen einmal nicht Knights-Topscorer Adam Baumann, der vom Gegner gekonnt aus dem Spiel genommen wurde, sondern vor allem Clifford Crawford und Philipp Heyden. „Die Verantwortung ist auf viele Schultern verteilt, sodass wir für die Gegner nur schwer einzuschätzen sind“, so Ignjatovic.

Anders die Situation in Cuxhaven: Das Spiel der BasCats lebt von der Spielfreude und Genialität von Aufbauspieler Brandon Watkins. Der 1,80 Meter große amerikanische Neuzugang ist mit durchschnittlich 24,8 Punkten der Topscorer der Liga und der verlängerte Arm von Trainer Vilmantas Matkevicius. Im bisherigen Saisonverlauf war Watkins in der Offensive allerdings zu häufig auf sich allein gestellt – mit Frank Kelsi Bennett (15,1) und Josh Porter (14,8) punkteten lediglich zwei seiner Teamkollegen regelmäßig zweistellig.

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge rangieren die Norddeutschen derzeit nur auf dem enttäuschenden neunten Tabellenplatz. Nicht der Anspruch des letztjährigen Vizemeisters, der nur aufgrund fehlender Rahmenbedingungen auf den Aufstieg in die BBL verzichten musste. „Cuxhaven hat ganz andere Möglichkeiten und Ziele wie wir“, sagt Frenkie Ignjatovic, der einen starken Gegner erwartet: „Die werden gegen uns sicherlich alles versuchen, um das Jahr noch einigermaßen versöhnlich abzuschließen.“

Um am Samstag mit der nötigen Frische auflaufen zu können, starten die Knights in zwei Mini-Vans bereits am heutigen Morgen in Richtung Nordsee und verbringen die Nacht vor Ort. Für die längste Auswärtsfahrt der Saison, zwischen Kirchheim und Cuxhaven liegen stolze 760 Kilometer, hofft Coach Ignjatovic vor allem auf freie Autobahnen: „Wir wollen abends noch einmal trainieren und kommen hoffentlich ohne Stau durch.“

Auch einige Fans werden sich wieder auf den Weg machen, um die Ritter bei diesem schweren Auswärtsspiel zu unterstützen. Der Anpfiff in der Cuxhavener BasCats-Arena erfolgt, zu ungewöhnlich früher Stunde, bereits um 16.30 Uhr.