Lokalsport

Selbstbewusstsein und Spiel gewonnen

VfL schlägt SG Sonnenhof Großaspach 2:1

Da macht man doch gern mal Pause: Während der Ligabetrieb am Wochenende ruhte, hat sich Fußballoberligist VfL Kirchheim beim 2:1-Testspielsieg über Regionalligavertreter SG Sonnenhof Großaspach neues Selbstvertrauen geholt. Und Trainer Rolf Baumann Anregungen für personelle Alternativen.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Schön, wenn Tests verwertbare Erkenntnisse liefern. Noch schöner, wenn man dabei Selbstvertrauen nachtanken kann. Am schönsten, wenn man wie die VfL-Oberligakicker einen klassenhöheren Gegner wie Regionalligist Großaspach beherrscht und 2:1 nach Hause schickt – alle drei Fälle sind am Freitag Abend im Stadion an der Jesinger Allee eingetreten und machten das spielfreie Wochenende für den VfL zur gelungenen Atempause im Ligaalltag. „Der Sieg bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, freute sich Rolf Baumann nach dem Erfolg über die Mannschaft seines einstigen Weggefährten, Jürgen Hartmann. Großaspachs Coach und Baumann hatten 1988 in Diensten des VfB Stuttgart gemeinsam Platz vier in der Bundesliga erreicht.

Dass rund 21 Jahre später der von Baumann betreute Außenseiter den Testkick gewann, war weniger dem Unvermögen der Großaspacher als dem forschen Auftritt des VfL geschuldet. Allen voran Eigengewächs Marcel Helber, der für gehörigen Wirbel auf der rechten Offensivseite sorgte. Die Belohnung für seine couragierte Leistung verschaffte sich der 19-jährige Blondschopf selbst: Helber erzielte per 25-Meter-Schuss aus halbrechter Position nicht nur die Kirchheimer Führung, sondern empfahl sich so auch gleich für weitere Einsätze in der Startelf. „Es freut mich, dass er sich so gut durchgesetzt hat“, lobte Baumann.

Auch ein anderes Kirchheimer Eigengewächs sorgte für das Wohlwollen des Trainers: Marcel Ziegler (19) durfte für den verletzten Maximilian Laible im Angriff neben Antonio Tunjic ran, forderte viele Bälle und gefiel auch durch gutes Lauf- und Stellungsspiel. „Er ist schon richtig nah dran an der Startelf“, ließ sich Rolf Baumann im Hinblick auf ein mögliches Auflaufen Zieglers gegen Durlach am kommenden Samstag entlocken. Zumal ein Einsatz Laibles nach seiner im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers erlittenen Schienbeinprellung noch nicht sicher ist.

Wohl dem also, der wie Rolf Baumann über einen qualitativ breit gefächerten Kader verfügt und momentan offenbar jeden Ausfall gleichwertig ersetzen kann. Dass Spieler wie Otto, Ohran und Laible am Freitag fehlten, machte sich jedenfalls nicht negativ bemerkbar.

Dabei machte nicht nur der Nachwuchs dem VfL-Coach Freude. Auch die Arrivierten hinterließen gegen Großaspach einen starken Eindruck. Nicht zuletzt Emrah Polat, der sich langsam aber sicher zum Mann für wichtige Tore entwickelt. Wie schon im Spiel gegen die Kickers, als er kurz vor Schluss den 2:2-Ausgleich besorgte, nahm sich der 26-Jährige auch am Freitag ein Herz und drosch aus gut 20 Metern den Ball ins Tor. „Heute war‘s sogar mit meinem starken Fuß, dem Rechten“, lachte Polat hinterher, „gegen die Kickers war‘s mit links.“

SG-Keeper Christopher Knett war bei Polats Gewaltschuss ebenso machtlos wie in der ersten Halbzeit bei Helbers. Die Sportgemeinschaft, auf Platz sieben immerhin bester Neuling in der vierten Liga, blieb über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten. Lediglich kurz vor und nach der Pause übten die Gäste Druck aufs Kirchheimer Tor aus. Sieben Minuten vor der Halbzeit sogar zu viel, als Abwehrhüne Dennis Grab aus einem Getümmel im VfL-Strafraum heraus den Ball zum zwischenzeitlichen 1:1 über die Linie stolperte.

Unterm Strich beschrieb der Spruch auf dem Großaspacher Mannschaftsbus die Leistung der SG am ehesten: „Zwischen Himmel und Erde“ – so der Titel des Albums von Schlagerstar Andrea Berg, die mit SG-Manager Uli Ferber liiert ist – hatten sich die Herren Regionalligakicker am Freitag wohl verloren. Mut hat der Test jedenfalls nur dem VfL gemacht.

VfL Kirchheim: Haug (46. Jercic) – Eisenhardt, Kauffmann, Er, Altinsoy – Helber (61. Lasarev), Söylemezgiller, Polat, Hofbauer (61. Hertel) – Tunjic (76. Braha), Ziegler (76. Kovani)

SG Sonnenhof Großaspach: Knett – Adamos, Grab (46. Schmiedel), Aupperle, Cimandern (46. Marschlich) – Mazzola, Franz, Pelipetz, Biyik, Rehm (46. Wengert) – Binakaj

Tore: 1:0 Helber (26.), 1:1 Grab (38.), 2:1 Polat (89.)

Gelbe Karten: Braha – Schmiedel, Wengert

Schiedsrichter: Stefan Daniel (Göppingen)

Zuschauer: 120