Lokalsport

Selbstvertrauen für die deutsche Meisterschaft

Zum vierten Mal in Folge hat die Quwaz-Inline-Challenge die kleine Stadt Hüfingen im Schwarzwald-Baar-Kreis in den Blickpunkt der internationalen Inline-Szene versetzt. Für Nationalmannschaftsmitglied Annette Frik (Kirchheim) sprang ein dritter Gesamtrang heraus, für die Fahrer des Teckspeed-Teams einige schöne Platzierungen.

HÜFINGEN Für die Kirchheimerin Annette Frik (Zepto Skate Team) begann die Veranstaltung mit einem Einzelzeitfahren über 1500 Meter durch die Innenstadt von Hüfingen bei strömendem Regen. Friks Team konnte sich mit nur wenigen Sekunden Rückstand geschlossen auf den Plätzen vier bis sechs einreihen und hatte damit eine gute Ausgangsposition für den folgenden Marathon. Bevor es so weit war, trat aber erst noch Nancy Tropsch aus Kirchheim in Aktion: Die eigens mitgereiste Physiotherapeutin lockerte die Muskeln der Teammitglieder.

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Der Marathon führte über vier Runden (10,5 Kilometer) und barg einen sehr steilen Anstieg in sich. Auf diesen Anstieg hatte sich Annette Frik in den letzten Wochen im Training in Kirchheim intensiv auf der derzeit gesperrten Plochinger Steige vorbereitet. Die Quälerei trug Früchte: Sie zeigte Kletterqualitäten. In den nächsten Runden blieb sie am Berg immer dicht hinter den beiden Favoritinnen Tina Strüver und Sandra Wieduwilt.

Nach einer weiteren Tempoerhöhung in der dritten Runde bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe mit Annette Frik und deren Teamkollegin Miriam Lang. In der Schlussphase kam es zum Sprint dieser Gruppe. Annette Frik belegte Platz fünf und lag am Ende des ersten Tages in der Gesamtwertung auf Platz drei.

Tags später folgte der entscheidende Halbmarathon über acht Runden durch die Hüfinger Innenstadt. Der Wettergott meinte es nun gut mit den Damen, denn die Strecke trocknete kurz vor dem Start fast vollständig ab. In den Runden eins bis sieben gab es für die ersten vier Läufer jeweils 5, 3, 2 und 1 Sekunde(n) Zeitgutschrift. Wichtig war, solche einzuheimsen: Die Abstände zwischen den Läuferinnen waren sehr gering. Denise Kessler und Nina Spilger, die beide auch in der Nationalmannschaft fahren, lagen nur acht Sekunden hinter den beiden Frauen vom Zepto-Team.

Nach den ersten beiden Zwischensprints sah es nicht gut aus für das Zepto-Duo, denn Kessler holte sich bis dahin bereits vier Sekunden Zeitgutschrift. Dann wendete sich das Blatt: Annette Frik konnte in allen folgenden Zwischensprints ihre Konkurrentinnen hinter sich lassen und den dritten Platz in der Gesamtwertung absichern. Ein Erfolg, der ihr Selbstvertrauen für die in knapp zwei Wochen anstehenden deutschen Meisterschaften in Stuttgart über die Halbmarathon-Distanz (5. Juni) geben sollte. Zusätzlich war diese Platzierung eine weitere Empfehlung für den neuen Bundestrainer Bill Begg (Neuseeland) im Hinblick auf das Aufgebot für die Europameisterschaft. Übrigens: Am kommenden Donnerstag wird die Kirchheimerin bei der Bissinger Meile an den Start gehen eine der wenigen Möglichkeiten, sie in der Region einmal "live" zu erleben. Auch ihr Teamkollege Christian Domscheit, einer der schnellsten deutschen Inliner, hat sich angesagt.

Für die Fahrer des Kirchheimer Teams Teckspeed stand mit dem ersten Wertungslauf des Baden-Württemberg-Inline-Cups in Hüfingen ein anspruchsvoller Marathon auf dem Plan. Die 10,5 Kilometer lange und selektive Strecke musste vier Mal durchlaufen werden und wartete mit einer schweren Steigung und einer schneller Abfahrt auf, bei der die Top-Fahrer bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreichen. Pünktlich um 18 Uhr wurden die rund 220 Speedskater auf die 42 Kilometer lange Strecke geschickt, darunter auch Starter aus Frankreich und Liechtenstein. Bei anfangs schwierigen Straßenverhältnissen durch vorausgehende Regenschauer sicherte sich der Franzose Thomas Fortin (Team Roll'X Strasbourg) die Wertung der Herren in der für diese schwere Strecke unglaublichen Zeit von 1.10,37 Stunden. Albrecht Blessing (TSV Ötlingen) und Martin May (TSuGV Großbettlingen erkämpften sich die Plätze 105 und 120. Jens Löffler (HWSC Schwenningen) und Lars Hamann (TV Neidlingen), die für das Quwaz-Team starteten, belegten die Plätze 19 und 51.

Von den Teckspeed-Frauen erkämpfte sich Mayke Exterkate (TSV Ötlingen) trotz Verwicklung in einen Massensturz und leichter Verletzung den 11. Platz. Michaela Schorpp (TSV Ötlingen) musste wegen Fußproblemen das Rennen vorzeitig beenden.

Im Halbmarathon der lizensierten Männer konnte sich Albrecht Blessing (TSV Ötlingen) bis zum Schluss in der Spitze halten und als 17. über die Ziellinie sprinten. Martin May und Mike Ohlsen (TSV Ötlingen) folgten auf den Rängen 49 und 50. Im Damen-Rennen fiel Mayke Exterkate aus der Spitzengruppe zurück und erkämpfte sich ohne Teamunterstützung noch einen respektablen 14. Platz. Als Abschluss des Tages gingen die Herren-Teams der German-Blade-Challenge an den Start. Sieger wurde Benjamin Zschätsch (Lugino-Team), der die 21 Kilometer in 34:51 Minuten zurücklegte. Die GBC-Fahrer Jens Löffler und Lars Hamann erskateten sich die Plätze 32 und 36.

jd/hd