Lokalsport

SG als schlechter Gastgeber: Siege für Männer und Frauen

Damit hatte Veranstalter SG Lenningen nicht gerechnet: Seine beiden Mannschaften, sowohl die Frauen als auch die Männer, standen im Endspiel um den Lenninger Winterpreis. Noch besser: beide gingen als Sieger vom Platz. Bei den Männern setzte sich die SG gegen den TV Neuhausen II mit 19:15 durch, die Frauen gewannen gegen den HC Wernau 11:7.

LENNINGEN Gleich im ersten Spiel gewann die SG gegen den HT Uhingen/Holzhausen 14:10 und gab auch dem Bezirksliga-Tabellenführer von Enz-Murr, TV Pflugfelden, beim 17:13 das Nachsehen. In der Gruppe 2 verpasste der VfL Kirchheim beim Auftaktspiel gegen Neuhausen die Sensation. Nach einem Sieben-Tore-Rückstand (13:6) drehte der Bezirksklassist mächtig auf und erzwang noch ein 15:15. Die Kirchheimer gefielen durch ihr schnelles, geradliniges Spiel. Chancenlos war dann der TSV Owen II gegen Neuhausen und unterlag 21:12.

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Im letzten Gruppenspiel musste Owen gegen Kirchheim gewinnen, um sich weiter zu qualifizieren. Der VfL, weiter Tempo machend, scheiterte jetzt öfters beim Abschluss an TSVO-Keeper Dennis Schwaab und sein Pedant Markus Maier wartete ebenso mit einer Klasseleistung auf. Die Teams neutralisierten sich und da sich keines absetzen konnte, trennten sich beide 13:13. Das genügte dem VfL zum Weiterkommen.

Dann traf im ersten Halbfinale der VfL auf Lenningen und forderte den Landesligisten. Besonders Timo Schafhitzel am Kreis und Manuel Weber gaben der SG-Abwehr manches Rätsel auf. Matchwinner bei der SG waren einmal mehr Steffen Kazmaier und Christoph Wiesinger, welche die wesentlichen Tore zum 17:13-Erfolg beisteuerten. Im zweiten Halbfinale zwischen Neuhausen und Pflugfelden lag der Spannungspegel etwas höher. Körperliche Vorteile Pflugfeldens glich Neuhausen durch Tempo und einstudierte Spielzüge aus und gewann schließlich knapp mit 16:13.

Das "kleine Finale" zwischen Pflugfelden und Kirchheim war spannungsgeladen. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. VfL-Wirbelwind Marc Pisch tanzte mehrfach die TV-Abwehr aus und im Gegenzug hatte Alexander Radtke einen "goldenen Arm". Tim Hybls 17:16 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff reichte nicht. Marco Felbecker traf zum 17:17. Das nachfolgende Siebenmeterwerfen knisterte vor Spannung. Markus Maier hielt gegen Jochen Kurz und Matthias Mikolaj scheiterte an Marcus Porsche. Alles war wieder offen. Oliver Luithardt traf zum 21:20 und Tim Hybls Wurf schrammte am Pfosten vorbei. Jubel bei Pflugfelden.

Wer im Finale auf einen ähnlich knappen Ausgang gesetzt hatte, wurde enttäuscht. Die SG-Abwehr stoppte frühzeitig die TVN-Spielzüge. Sascha Reusch wurde frühzeitig gestoppt und der beste Turnierspieler, Benjamin Reusch, kam auch nicht zur Entfaltung. Besser die SG. Daniel Brugger in seinem besten Spiel zeigte sich treffsicher, fand in Christoph Wiesinger und Jens Kirschmann gute Unterstützung und in Steffen Kazmaier einen guten Abwehrorganisator. Schade, dass Jan Lamparter nach zwölf Minuten verletzt ausschied. Die SG baute ihre Führung aus (15:10/22.), ließ nichts mehr anbrennen und gewann 19:15.

Frauen-Endspiel wie erwartetKeine Überraschungen gab es beim Frauenturnier. Wie prognostiziert, setzten sich die Gruppenfavoriten SG Lenningen und HC Wernau durch und trafen sich im Endspiel, das der Landesligist SG mit 11:7 für sich entschied. Ein Ausrufezeichen setzte der TSV Owen, der ohne vier Stammspielerinnen ins kleine Finale vordrang und sich da dem Landesligisten HSG Argental 7:13 geschlagen geben musste. Lokalkolorit im Spiel um Platz fünf, das der TSV Weilheim gegen den VfL Kirchheim mit 10:7 für sich entschied.

Fast allen Mannschaften merkte man die lange Spielpause an. Hauptsächlich bei den Finalspielen wurde an vielen technischen Fehlern deutlich, dass ohne vorheriges Training manches schief lief. Erst die SG Lenningen und der HC Wernau konnten, dank einer längeren Pause, diesen Eindruck etwas verwischen und boten beim Endspiel durchaus sehenswerten Handball. SG-Coach Uli von Petersenn war zufrieden: "Dafür, dass bei uns seit Mitte Dezember der Spielbetrieb ruht und wir nur noch einmal ein Training hatten, lief es heute ganz gut." Und trotzdem musste die SG gegen den Bezirksliga-Tabellenführer alle Register ziehen. Die HC-Mädels waren auch im Finale noch schnell unterwegs. Nur eines fehlte ihnen beim Abschluss: die Präzision. Hatte Christina Abt in den Gruppenspielen noch eine sehr gute Trefferquote, ging diese jetzt deutlich nach unten. Da lag das Plus deutlich bei den Gastgeberinnen. Adriana Rau und Sarah Timar unterstrichen nicht nur bei diesem Spiel ihre Torjägerqualitäten. Lenningens Duo traf beim 11:7 je vier Mal.

Auch im kleinen Finale zwischen Argental und Owen stach eine Toptorjägerin hervor: Stefanie Hoyler. Die Owenerin war nicht nur abschlusssicher, sondern setzte auch noch gekonnt ihre Mitspielerinnen ein. Owen hielt bis zum 6:3 (14.) mit und kam dann nach drei Kontertoren in Folge auf die Verliererbahn.

Ausgeglichener war dann das Spiel um Platz fünf zwischen Kirchheim und Weilheim. Nach der schnellen 2:0-Führung von Weilheim gab der TSV den Vorsprung nicht mehr ab. Letztlich sicherten die TSVW-Aktivposten Nicole Pöchmann und Jenifer Montero den 10:7 Sieg.

döl