Lokalsport

SG entschädigt Fans mit Kampfgeist

Es kommt selten vor, dass ein Spieler innerhalb von vier Stunden zwei Siege feiern kann. Lenningens Jochen Leitner feierte mit der SG in der Landesliga einen 35:23-Sieg über den TV Stetten und war zuvor maßgeblich am 40:28-Sieg der "Zweiten" über den TSV Leinfelden beteiligt.

LENNINGEN Überhaupt war es ein Spieltag, der alle SG-Mannschaften siegeshungrig sah. Das wirkte derart appetitanregend, dass schon in der Halbzeitpause Lenningens Grillmeister vor der Halle ausverkauft meldeten. Geburtstagskind Steffen Kazmaier kam nach Spielschluss aus dem Händeschütteln gar nicht mehr heraus. Dass es für die Gastgeber gegen den TV Stetten um viel ging, wurde in einer kampfbetonten ersten Halbzeit deutlich. Stetten ersatzgeschwächt, suchte über ihren Spielertrainer Stephan Gutmann und den quirligen Steffen Nossek den Torerfolg. Beide beschäftigten die SG-Abwehr mächtig, während im Angriff wenig Flüssiges zu sehen war. Der Lenninger Erfolg schlug sich meist in Einzelaktionen nieder. Immerhin reichten die Tore von Daniel Brugger, Jan Lamparter und Christoph Wiesinger zur Führung für die Gastgeber.

Anzeige

Wunderkerzen wurden dann bei den Treffern zum 11:9 und 12:9 gezündet, als Übergänge gespielt wurden und Brugger zweimal traf. Er war auch für den 13:10-Halbzeittreffer verantwortlich. Dass dieser bei doppelter Unterzahl erzielt wurde, ließ für die zweite Hälfte hoffen. Für Stettens Co-Trainer Bernd Schüle wurde der Beginn des zweiten Durchgangs zum Schlüsselerlebnis: "Wir haben es da nicht geschafft, in Überzahl Tore zu machen. Uns hat einfach die Kraft und Konzentration gefehlt." Die bewies auf SG-Seite Jens Kirschmann. Dreißig Minuten schmorte er auf der Bank, um dann richtig Dampf zu machen.

So richtig frei machen konnte sich die SG erst ab der 41. Minute, als Steffen Kazmaier einen Traumpass auf Kirschmann spielte, der dann das 20:16 besorgte. Stettens Angriffe liefen fast nur über Gutmann und Nossek. Das war zu wenig und zu durchschaubar. Die SG-Abwehr war schnell auf den Beinen, fing Anspiele ab und konterte die Gäste immer wieder aus. Wiesinger, Lamparter und Kirschmann waren fleißig unterwegs. Jetzt wollten Kirschmann und Wiesinger die hohe Kunst des Handballs zelebrieren. Viermal den Kempa angesetzt viermal misslungen. Dafür gelangen die einfachen Tore. Selbst der zuvor glücklose Attinger hatte jetzt sein Visier richtig eingestellt. Zwei weite Abwürfe auf Brugger und Wiesinger ließen die SG auf 31:20 (54.) davoneilen. Zum Schluss dann doch noch künstlerisch Wertvolles: Kirschmanns Anspiel auf Brugger zirkelte dieser mit einer Pirouette zum 35:21 ins Netz.

SG-Trainer Holger Kiedaisch zeigte sich trotz der einen oder anderen "Baustelle" zufrieden: "Wir konnten uns lange Zeit nicht auf das unorthodoxe Spiel der Stettener einstellen. Die zwei Punkte waren wichtig, um im Mittelfeld zu überwintern."

döl

SG Lenningen:

Attinger, Born; Wiesinger (8/1), Brugger (7), Lamparter (7), Kirschmann (4), Austen (3), Kazmaier (2/1), Braunwarth (1), Haid (1), Renz (1), Schwohl (1), Leitner, Wald.TV Stetten:

Schwarz, Möck; Gutmann (10/5), Nossek (8/1), Idler (2), Schwab (2), Zimmermann (1), Bilger, Gob, Mack, Maier, Palmer, Reichel, Schneider.Zuschauer:

180Schiedsrichter:

Gugel/Schmid (HSG Schönbuch).