Lokalsport

SG kommt ohne Komarek

Nur noch Schicksalsspiele nach der Niederlage in Heidelberg stehen die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer unter Zugzwang. Morgen Abend (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) gilt es, die SG Mannheim zu schlagen.

KIRCHHEIM Als Theo Leftakis am 1. Oktober 2003 das Zepter bei den VfL-Basketballern übernahm, verlor er gleich seine ersten beiden Spiele. Das Außergewöhnliche: In der Regionalliga ist ihm das seither nie mehr passiert. Auf jede Niederlage (das 73:79 in Heidelberg war erst die siebte) folgte immer ein Sieg. Diese erstaunliche Serie soll sich natürlich auch morgen Abend fortsetzen. Zu Gast in der Sporthalle Stadtmitte ist der Aufsteiger SG Mannheim, und der soll büßen für die deprimierende Niederlage zum Jahresauftakt. Aber Vorsicht: Von alleine geht das sicher nicht, denn die SG hat sich bisher mehr als respektabel geschlagen, steht mit 10:12 Punkten kurz davor, das erklärte Ziel Klassenverbleib schon frühzeitig zu sichern.

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Für den wohl besten Mannheimer ist dieses Wochenende allerdings aus einem anderen Grund etwas Besonderes: Anstatt vor vielleicht 700 oder 800 Zuschauern in Kirchheim zu spielen, präsentiert sich Junioren-Nationalspieler Oliver Komarek beim Rookie-Spiel der Allstardays der Basketball-Bundesliga vor 10 000 Fans in der Köln-Arena. Zunächst wollte SG-Coach Peter Eberhardt das Spiel unter der Teck deshalb verlegen, doch wegen der Terminnot und der Kirchheimer Befürchtungen, an einem Sonntag erhebliche Einnahmeverluste hinnehmen zu müssen, einigte man sich dann doch, an diesem 15. Januar zu spielen. VfL-Geschäftsführer Uli Tangl: "Man kann den Mannheimern gar nicht genug danken für ihr faires Verhalten in dieser Angelegenheit. Wenn Peter Eberhardt auf einer Verlegung bestanden hätte, was sein gutes Recht gewesen wäre, hätten wir echte Probleme bekommen."

Den Kirchheimer Fans sei also empfohlen, die Gäste aus der Kurpfalz auch als solche zu empfangen. Die Spieler sollten dagegen nicht zu viel Dankbarkeit zeigen, Geschenke sind am vergangenen Samstag in Heidelberg schließlich genug verteilt worden. Ein Sieg ist ein Muss, will man nicht frühzeitig das Rennen um einen Platz in der Aufstiegsrunde beenden. Drei Personalien waren dabei in der Woche nicht gerade hilfreich: Theo Leftakis war bis Donnerstagabend für den Weltverband Fiba unterwegs. Für ihn leitete Pasko Tomic das Training. James Hayden versuchte, seine Knieverletzung vom vergangenen Samstag auszukurieren und begann erst gestern Abend wieder vorsichtig zu trainieren, und David Bouwmeester fehlte aus persönlichen Gründen ebenfalls bis gestern. Der Rest der Truppe zeigte allerdings in den betont harten Einheiten reichlich Biss. Jedem, der die Schuhe schnürte, ist offensichtlich klar, dass es fünf vor Zwölf ist.

Das Spiel gegen Mannheim muss nun genutzt werden, das verloren gegangene Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Schon am kommenden Sonntag geht es zum Tabellenzweiten SSC Karlsruhe. Da muss dann wirklich alles stimmen. Zu diesem Spiel wird übrigens ein Fanbus fahren (Abfahrt 13.15 Uhr, Sporthalle Stadtmitte). Der Preis beträgt 10 Euro. Anmeldungen sind per E-Mail unter ulrich@tangl.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0 70 21/4 12 19 möglich.

Die SG Mannheim will am morgigen Samstag die Punkte keineswegs kampflos abgeben. Peter Eberhardt: "Klar, der Druck liegt beim VfL. Wir können nach dem Sieg gegen Leimen befreit aufspielen. Ohne Komarek beim Meister von uns erwartet keiner etwas." Das war am 11. Dezember freilich auch schon der Fall, als die SG beim MTV Stuttgart antreten musste. Doch dann gab es ein 89:87, und die Liga war geschockt. Das sollte den "Knights" morgen nicht passieren sonst ist der Ofen ganz schnell aus.

mad