Lokalsport

SG mit verlängerten „Öffnungszeiten“

22:25: Lenninger Chaostag in Pflugfelden

Große Enttäuschung bei den Landesliga-Handballerinnen der SG Lenningen. Die Vorschusslorbeeren vor dem Spiel in Pflugfelden waren unberechtigt. In einem enttäuschenden Spiel unterlag die SG mit 22:25.

Pflugfelden. Trotz zweier Auszeiten kam SG-Coach Uli von Petersenn an diesem Tag nicht an seine Mannschaft heran. „Das war das reinste Chaos, ein kollektives Versagen, Kampf reichte heute einfach nicht“, lautete sein ernüchterndes Fazit. Dabei hatte Lenningen einen Start nach Maß erwischt, führte nach vier Zeigerumdrehungen mit 3:1, um dann ab der 10. Minute vor allem in der Abwehr in Orientierungslosigkeit zu versinken. Als Achillesferse erwies sich die Abwehrmitte, die mehrmals gänzlich offen war.

Die Gastgeberinnen ließen sich nicht zweimal bitten und hatten in Silvia Sauer und Sophie Hausschild konsequente Chancenverwerterinnen. Nach der guten Startphase ging bei der SG plötzlich gar nichts mehr. Das Spiel ohne Ball, eine Grundvo­raussetzung beim Handball, fand nicht statt. Planlos wurde der Ball nach vorne getrieben. Dann folgte meist Standhandball mit Querpassspiel. Ein völlig untaugliches Mittel, denn die TVP-Abwehr ging energisch dazwischen und konterte Lenningen ein ums andere Mal aus.

Beim 6:12 nahm Petersenn eine Auszeit. Lenningens wenige Glanzlichter setzten Sarah Timar, Saskia Schweikert und Nicole Hahn. Das war zu wenig, um dem quirligen Angriffsspiel der Gastgeberinnen Paroli bieten zu können. Erst Ende der ersten Hälfte kam die SG besser ins Spiel, holte auf und war nach Timars 12:13-Anschlusstreffer plötzlich wieder nah dran. Nach haarsträubenden Abwehrfehlern in den letzten 30 Sekunden der ersten Hälfte ging es mit einem 12:15-Rückstand in die Pause.

Petersenn verwehrte seiner Sieben den Kabinengang, redete fast beschwörend in einer Hallenecke auf die Mannschaft ein – vergeblich. Der TVP, mit einer tollen Angriffsführung durch die beiden ehemaligen Regionalligaspielerinnen Anette Fischer und Silvia Sauer, düpierte weiterhin die SG-Defensive. Da nützte es wenig, dass Hahn drei Strafwürfe hielt und mehrere Großchancen zunichte machte. Beim 18:13/36. durch Franziska Fischer war Pflugfelden wieder weit weg. Lenningen konnte seine Angriffsschwäche nur durch die Strafwurftore von Sarah Timar einigermaßen kaschieren. Ansonsten herrschte Ratlosigkeit. Die Kreisläuferinnen klebten an der Sechs-Meter-Linie und aus dem Rückraum kam gar nichts. Allein der große Einsatzwille verhinderte, dass die SG gänzlich absackte. Das Spiel über die Außenpositionen fand nicht statt. Pech hatte Timar, die mit zwei Strafwürfen am Pfosten scheiterte, aber sonst eine sehr gute Quote hatte.

Nach ihrem 21:23-Anschlusstreffer kam nochmals Hoffnung auf. TVP-Torfrau Martina Friedrich gab hinterher zu: „Für mich war das Spiel wieder offen.“ Über lange „Öffnungszeiten“ der SG-Abwehr konnten sich Friedrich und Co. weiterhin freuen und dadurch den verdienten Sieg einfahren. döl

TV Pflugfelden: Friederich, Berry: F. Fischer (5), Hausschild (5), Sauer (5), Luithard (4/2), A. Fischer (3), Hornauf (1), Pientsch (1), Raden (1), Benz, Franz, Gregovic

SG Lenningen: Hahn, Reichle; Timar (11/8), Schweikert (5), Blocher (2), Emmenegger (2), Kazmaier (1), Rau (1), Baermann, Kuch, Röhm

Schiedsrichter: Neumann/Rennhofer, Willsbach

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