Lokalsport

SG punktet doppelt im Blautal

Mit einem 21:19-Außenseitersieg beim TSV Blaustein ist die SG Lenningen in die Rückrunde der Handball-Landesliga gestartet. Eine wahre Tortur erlebte SG-Akteur Christoph Wiesinger, der verletzungsbedingt nicht spielen konnte, und stattdessen am Kampfgericht Platz nahm.

Blaustein. „Das ist brutal, hauptsächlich dann, wenn du nicht eingreifen kannst“, meinte der SG-Torjäger, der beim Krimi in Blaustein zum Zuschauen verdammt war. Um es vorwegzunehmen: Es war kein schönes Spiel, dafür aber umso spannender. Blausteins Hallensprecher gab bei der Mannschaftsvorstellung vor, wer hier der Platzhirsch sein würde: „Blaustein 17:9 Punkte, Platz zwei, Lenningen 11:11 Punkte, Platz neun.“ Beide Mannschaften schienen zu Beginn wie gelähmt zu sein. Die Fehlerquote auf beiden Seiten war rekordverdächtig. SG-Coach Holger Kiedaisch sprach hinterher von einer „unterirdischen Angriffsleitung“ in der zweiten Halbzeit. Dass dies zumindest in der ersten Viertelstunde keine Folgen hatte, lag auch daran, dass Blausteins Spielmacher Harald Michaeler wegen einer Rotsperre nicht spielte.

Auf Lenninger Seite machte die medizinische Abteilung Jochen Renz wieder fit. Zu ersten Aufregern kam es in der 18. Minute, als Jan Lamparter nach einer Doppelstrafe vier Minuten auf der Strafbank verbrachte. Da zogen die Gastgeber auf 9:5 (22.) davon. Der pfeilschnelle Cengiz Kayhan konterte die SG aus. Lenningen konnte seine Fehlerquote nicht senken und selbst dann, wenn ein Angriffszug gelang, war an Torhüter Thomas Baumgart meist kein Vorbeikommen. Die Partie wurde teilweise hart geführt. Hauptsächlich Marc Bächle, gerade erst genesen, musste einiges einstecken. Es lag aber auch an der nicht vorhandenen Spielkultur, dass die SG mit einem 7:12-Rückstand in die Kabine ging.

In der Pause gelang es Kiedaisch offenbar, die Torblockade seiner Mannschaft zu lösen. Die Wende kam zwar nicht plötzlich, aber dennoch war zu spüren, dass da eine andere Mannschaft auf dem Feld steht. Jochen Renz im vorgezogenen 3:2:1-Abwehrsystem bremste die TSV-Angriffswelle. Der Tabellenzweite tat sich zunehmend schwer. Umgekehrt wirkte die Sicherheit, die von der Defensive ausging, jetzt auch im Angriff der Lenninger. Gut unterwegs waren jetzt Marc Wald, der in der ersten Hälfte einige „Fahrkarten“ verbuchen musste und Ricki Austen.

Beim 12:14 nach vierzig Minuten saß die SG Lenningen den Gastgebern plötzlich im Nacken. Beim 16:16-Ausgleich wirkte Blaustein ratlos. Die 6:0-Deckung gab Jochen Leitner und Ricki Austen im SG-Rückraum die nötigen Räume. Die TSV-Fans verstummten, als sich Lenningen auf 19:16 (55.) absetzte. Jetzt gelang es den Hausherren noch seltener, die kompakt arbeitende SG-Abwehr zu knacken. Einen großen Anteil daran hatte Matthias Attinger im Tor, der durch gutes Stellungsspiel Sicherheit ausstrahlte. Doch noch einmal wurde es brenzlig: Im Angriff verlor Lenningen zwei Bälle, was Stefan Grasser und Thomas Wildt mit Gegenstoßtoren zum 18:19 (57.) bestraften. Der TSV legte den grünen Karton auf den Tisch. Nutznießer der Auszeit waren jedoch die Gäste. Ricki Austen legte nochmals auf und sicherte seinen Farben den 21:19-Sieg.

Trotz zweier Punkte sah Kiedaisch Nachholbedarf: „Wir sind noch nicht die Angriffsmannschaft, aber ich gewinne lieber 21:19, statt 33:31 zu verlieren.“ döl

TSV Blaustein: Baumgart; Grasser (5/2), Kayhan (5), Wildt (3), Büchner (2), Abel (1), Brauchle (1), Biesinger (1), Schmid (1), Jächle, Rosenkranz, Taubert

SG Lenningen: Attinger, S. Lamparter; Austen (6), Wald (4), Kirschmann (3), Braunwarth (2), Kazmaier (2), Leitner (2), Bächle (1), Ringelspacher (1), J. Lamparter, Schur

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