Lokalsport

SGEH fordert erneut Spielplanreform

Landesliga-Fußball unter der Limburg? Was vor acht Monaten zum Saisonstart allenfalls Weilheimer Wunschdenken war, erscheint nunmehr durchaus machbar: Der Bezirksligist greift nach den Sternen.

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REIMUND ELBE

Weilheim. Nur noch ein Zähler trennt das Team von Trainer Alexander Hübbe und seinem „Co“ Danell Stumpe nach dem gestrigen Spieltag vom Spitzenreiter TSV Deizisau (37 Punkte). Während die Limburgstädter mit viel Moral drei Punkte in Neckartailfingen hamsterten, mussten sich die Deizisauer mit einem Remis gegen den TV Unterboihingen zufrieden geben. Trotz der guten Situation lässt sich der sportliche Leiter des TSVW, Günther Friess, nicht unter Druck setzen. „Wir müssen nicht zwingend aufsteigen, während der TSV Deizisau den Aufstieg zum Saisonziel erklärt hat“, betont der Weilheimer Funktionär mit Blick auf die unterschiedlichen Zielsetzungen an Neckar und Lindach.

Bemerkenswert ist, dass der Weilheimer Erfolg in Neckartailfingen ohne Spielgestalter Gaetano Caruana zustande kam. Der ehemalige VfL-Kicker hatte sich am Freitag mit Leistenproblemen abgemeldet. „Es kann sein, dass Gaetano länger ausfällt“, befürchtet Friess.

Gute Laune auch bei der Spielgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang. Per Heimsieg über den Bezirksliga-Tabellenletzten TSV Grafenberg entledigte sich das Team von Spielertrainer Francisco Vaz einiger Abstiegssorgen. Für den Gegner aus Grafenberg ist die Niederlage fast schon gleichbedeutend mit dem Abstieg. Erst vergangene Woche hatte sich der Club aus dem Kreis Reutlingen von Trainer Thomas Kuhl getrennt. Nicht nur wegen der errungenen drei Punkte war die Erleichterung bei der SGEH groß, auch ob der Tatsache, dass das Leder im Hardtwaldstadion endlich wieder rollte. „Am Donnerstag lag noch Schnee auf dem Platz“, berichtet SGEH-Sprecher Benjamin Möll, „als ich am Freitag am Sportgelände vorbeikam, war er bereits schneefrei“. Mit dem Rahmenterminkalender wollen sich die SGEH-Mannen im Übrigen nicht abfinden. „Es ist doch absurd, dass Ende Mai oder Anfang Juni der Ligabetrieb zu Ende ist, gerade zur schönsten Jahreszeit, um Fußball zu spielen“, moniert Möll, „es wäre dringend notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, die Spielpläne zu reformieren.“ Der SGEH-Sprecher hofft auf viele Mitstreiter in dieser Frage. „Nicht nur wir auf der Alb haben das Problem mit den ständigen Spielausfällen im Winter.“

Beim TSV Jesingen wussten Funktionäre und Spieler gestern nach dem Abpfiff nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. „Wir waren dem Titelaspiranten TSV Köngen auf Augenhöhe“, resümierte ein enttäuschter TSVJ-Torjäger Max Pradler, dem bei der 2:4-Niederlage sein achtes Saisontor gelang. Etwas entspannter wurden die Mienen auf Jesinger Seite erst, als die Resultate von den anderen Plätzen bekannt wurden. Keines der hinter dem TSVJ platzierten Teams gelang gestern ein Sieg. „Nun müssen wir die Partien gegen die mitgefährdeten Mannschaften aus Neuhausen und Großbettlingen unbedingt gewinnen“, so Pradler.

In der Kreisliga A wachsen für den AC Catania Kirchheim die Bäume nicht in den Himmel. Die 1:4-Klatsche in Raidwangen bedeutete einen herben Rückschlag im Kampf um den Titel. „Dabei haben wir in den ersten 30 Minuten richtig gut gespielt, danach aber unverständlicherweise regelrecht das Fußballspielen eingestellt“, trauerte AC-Sprecher Pasquale Martinelli den verschenkten Punkten nach. Nun hofft er auf die Rückkehr des verletzten Abwehrspielers Guiseppe Danze. „Er beginnt diese Woche mit dem Training und wird kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den TSV Altdorf vielleicht schon wieder auf der Bank sitzen“, erläuterte Martinelli.

Dem TSV Ötlingen gelang in der Kreisliga A mit dem 1:0 in Neckartailfingen, Torschütze Hayri Eren, der womöglich entscheidende Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Es war ein Sieg mit Anlaufschwierigkeiten, denn zum geplanten Anpfiff war der eingeteilte Schiedsrichter Thomas Eisele noch nicht da. Zufällig befand sich Jugendstaffelleiter Gerald Herbst unter den Zuschauern, denn er hatte vor Ort kurz zuvor noch eine B-Junioren-Partie geleitet. Mit halbstündiger Verspätung begann das Match. der eingeteilte Referee tauchte sogar auch noch auf und pfiff schließlich die zweite Halbzeit.

In der Kreisliga B bleibt die TG Kirchheim durch einen hauchdünnen Sieg über den TSV Ötlingen II dran am Spitzenreiter TSV Weilheim II und die Clubfunktionäre dankten anschließend dem VfL Kirchheim für dessen Entgegenkommen und Hilfe bei der Suche nach einem Ausweichplatz.

„Wir konnten erstmals auf dem Kunstrasenplatz spielen, ansonsten wäre das Match ausgefallen“, erklärter TG-Pressewart Michael Szeili. Unter der Woche hatte TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretzschmar mit VfL-Geschäftsführer Walter Rau und VfL-Platzkoordinator Sven Flegel den Ortswechsel für die Kreisliga B-Partie gegen den TSV Ötlingen II ausgemacht– so fruchtbar kann manchmal die Zusammenarbeit unter den Vereinen sein.