Lokalsport

SG-Frauen sind nicht mehr "ohne"

Nach dem Abstieg aus der Württembergliga gehen die Handballerinnen der SG Lenningen in der kommenden Verbandsligasaison mit neuem Trainer an den Start. Für Hubert Kullen sitzt künftig der Owener Markus Nothwang auf der Lenninger Bank.

LENNINGEN Die spontane Zusage des 31-jährigen Werkzeugmachers lag auch daran, dass sich dessen aktive Handballer-Laufbahn nach diversen Verletzungen dem Ende zuneigt. Nothwangs sportliche Vita als Spieler weist langjährige Praxis in der Owener Männermannschaft auf. Als Trainer verdiente er sich von 2000 bis 2003 erste Sporen bei den Owener Frauen. Die neue Herausforderung lauteraufwärts ist daher keinesfalls ein Sprung ins kalte Wasser. Die Tatsache, dass die SG-Routiniers Nicole Schmid, Daniela Kiedaisch, Karin Sliwka, Gabi Baermann und Rebecca Dick weitermachen, erleichterte ihm das Okay. Seine Zielsetzung ist klar: "Ich möchte aus dem Mix von erfahrenen und jungen Spielerinnen eine Mannschaft mit Perspektive formen."

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Zu den Jungen gehören Nicole Hahn, Larissa Blocher, Sandra Kuch, Susi Kazmaier, Sarah Timar, Carolin Reichle und Amelie Butzer. Ferner bietet sich bei zwei Grabenstettener Talenten eine Option an: Miriam Emmenegger und Verena Bächle, beide der A-Jugend entwachsen, könnten bei der SG spielen. Nothwangs Eindrücke nach dem ersten Drittel der Vorbereitungsphase sind durchaus positiv: "Ich habe sehr engagierte und leistungsbereite Spielerinnen vorgefunden." Beim Weilheimer Turnier, wo die SG den ersten Platz belegte, wurden diese Eindrücke verstärkt. Allerdings stellte das Teilnehmerfeld keine allzu hohe Hürde für den Verbandsligisten dar. "Wir haben noch zwei Turnierbesuche eingeplant und werden auch noch einige Trainingsspiele bestreiten", erklärt der neue Coach und ergänzt, "da zu erwarten ist, dass wir in unmittelbarer Zukunft kein handballerisches Feuerwerk abbrennen können, lege ich viel Wert auf eine gute körperliche Fitness zum Saisonstart."

Nicht gut ist man in Lenningen indes auf den HVW zu sprechen. Die SG wurde von den Vereinen des Mittleren Neckars "abgenabelt". Eingeteilt in die Verbandsliga-Staffel 2 wird die SG in der kommenden Saison zwangsweise zum Kilometerfresser. Die weit entfernten Fahrtziele heißen Wangen im Allgäu, Argental, Weilheim bei Tuttlingen, Burlafingen, Mössingen und Herrenberg. Da müssen die Begegnungen gegen Großengstingen und Bargau fast schon als Lokalderbys eingeordnet werden.

Es sind jedoch nicht nur die weiten Entfernungen, auch die spielstarken Gegner nötigen Respekt ab. Deshalb steckt SG-Abteilungsleiterin Silvia Klein den Rahmen etwas enger ab: "Mit unserer runderneuerten Mannschaft wäre es schon ein Gewinn, die Spielklasse zu halten. Positiv ist, dass wir gegen Mannschaften spielen, die uns nicht kennen." Apropos kennen: Ein Auslandstrip zu einem bekannten Gegner bleibt der SG erspart. Die österreichische Mannschaft von BW Feldkirch, zuvor als Aufsteiger gemeldet, hat ihre Zusage zurückgezogen und spielt künftig in der höchsten österreichischen Liga.

döl