Lokalsport

SGL erneut knapp

Trotz eines 26:25 (13:9)-Sieges über die SG Lauterstein war Lenningens Trainer Bruno Rieke nicht zufrieden.

NENNINGEN Auch nach dem Siegerküsschen von Ehefrau Brigitte grummelte er noch: "Das Positive sind die zwei Punkte. Die ersten 15 Minuten hat sich meine Mannschaft strikt an die Vorgaben gehalten. Danach wurde das Spiel ohne Ball vernachlässigt."

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Die rund 60 Lenninger Schlachtenbummler trauten ihren Augen nicht: Wider Erwarten konnten Marc Segeritz und Manuel Rudolph auflaufen. Die medizinische Abteilung der SG hatte ein kleines Wunder vollbracht und Marc Segeritz mit einem Spezial-Ellbogenschoner ausgestattet. Irgendwie hatte Physiotherapeutin Henriette Tombrägel noch eine Zauberformel mit eingepackt. Marc Segeritz "explodierte" von der ersten Minute an. Bereits nach 16 Minuten hatte er fünfmal getroffen. Gegen seine kurzen, angezogenen Würfe war Torhüter Matthias Gauggel chancenlos.

Mit ihm mischten auch Jochen Leitner und Christoph Wiesinger kräftig mit. Lenningen war "Platzhirsch" in der Kreuzberghalle. Nach siebzehn Minuten, die SG musste durch Jörg Distel das 4:9 hinnehmen, legte Bruno Rieke den grünen Karton zur Verwunderung aller auf den Tisch. Nach Spielende erklärte er: "Da war zu wenig Bewegung ohne Ball und auf der halbrechten Abwehrseite kamen wir immer zu spät." Viel zu oft musste da Sven Lamparter "Feuerwehr" spielen. An ihm verzweifelten die Lautersteiner unglaublich waren seine Reflexe.

Durch ihn blieb Lenningen weiter tonangebend und baute die Führung in der 24. Minute auf 13:7 aus. Es war wieder einmal Marc Segeritz, der die richtige Flughöhe hatte. Die Gastgeber versuchten mit schnellen Wechseln die SG-Abwehr auseinanderzureißen. Vergeblich. In der Abwehrmitte setzte Steffen Kazmaier und Co. mehrmals den Block, der von der SGL kaum zu knacken war. Wenn dann doch die Lücke da war, setzte Timo Funk den Treffer. Der Gäste-Torjäger war nie ganz auszuschalten. Die anderen Angreifer hatte Sven Lamparter im Griff. Bis zur Halbzeitsirene vermeldete die Statistik zwölf gehaltene Bälle. Abgesehen von der "Achillesferse" halbrechte Abwehrseite, ging die Halbzeitbestnote eindeutig an Lenningen.

Gleich nach dem Wechsel ging's so weiter. Wiesingers kurzer Armzug bescherte das 14:9 (31.). Und dazwischen immer wieder Tausendsassa Sven Lamparter. Egal, aus welcher Lage die Gäste warfen, "Lampe" brachte immer wieder einen Körperteil ans Leder. Kritisch wurde es, als Jochen Renz zweimal hintereinander auf die Bank musste.

Jetzt fehlte es dem Angriff an der notwendigen Präzision. Eine leichte Hektik schlich sich ein. Immer öfters fanden die Gäste im eingewechselten Torhüter Markus Mangold ihren Meister. Ein Vier-Tore-Vorsprung schmolz in der 47. Minute auf 19:17 zusammen. Lenningen konnte sein Abwehr-Leck auf halbrechts nicht dicht machen. Die Gastgeber erhöhten ihren Angriffsdruck. Goalie Lamparter mit Glanzparaden rettete mehrmals und hielt dadurch seine SG im Spiel.

Auf der anderen Seite bekam jetzt Timo Funk Unterstützung durch Christian Grupp und Dietmar Maichel. Lauterstein rückte näher. Auf Lenninger Seite häuften sich die Strafzeiten und nach dem 20:21 (53.) durch Timo Funk war das Spiel wieder offen.

Kippte jetzt die SG? Nein, Hagen Braunwarth, bisher eher unauffällig, riss mit zwei Treffern Lenningen nach vorne 23:21 (55.). Die Lautersteiner Abwehr wurde offensiver, zwang Lenningen zu überhasteten Abspielen und verkürzte auf 22:24 (55.). Jetzt musste Jochen Leitner auf die Bank. In Unterzahl traf Hagen Braunwarth 25:22 (57.). Und auch Steffen Kazmaier fand keine Gnade bei den Schiris. Er musste zwei Minuten raus. Und dann spielte die Psyche Timo Funk einen Streich. Sein Strafwurf wurde von Lamparter gehalten. Lenningen, immer noch dezimiert, verlor dreimal hintereinander den Ball und es folgte die Höchststrafe 25:25 in der 59. Minute. Aber es gab noch einen Retter. Wie bereits vor einer Woche schlug dreißig Sekunden vor Spielende ein Rückraum-Hammer von Jens Kirschmann zum 26:25 ein.

Lautersteins Abteilungsleiter Dieter Nave machte den Gästesieg an einem Punkt fest: "Lamparter hat sensationell gehalten. Wir haben die erste Halbzeit verschlafen."

döl

SG Lennigen:

S. Lamparter, Tombrägel; Segeritz (8), Leitner (4), Kazmaier (4/3), Wiesinger (4/2) Braunwarth (3), J. Lamparter (2), Kirschmann (1), Renz, Rudolph, Schwohl, Stief.Zuschauer:

380.Schiedsrichter:

Gekeler/Stielow, Ober-/Unterhausen.