Lokalsport

SGL gewinnt Schlacht

Nach einer nervenaufreibenden Handballschlacht hat die SG Lenningen im ersten Verbandsligaspiel ihren ersten Sieg eingefahren. Beim TB Ruit gewann die SGL durch ein Tor in letzter Minute durch Christoph Wiesinger 30:29 (16:12).

OSTFILDERN Der SG-Tausendsassa Wiesinger warf den entscheidenden Treffer sechs Sekunden vor dem Schlusspfiff. Davor kannte sein Torhunger keine Grenzen. Aber es war auch ein Sieg des Kollektivs. "Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde", sagte ein gezeichneter Bruno Rieke nach dem Schlusspfiff. Insgesamt war er mit dem Spielverlauf zufrieden, ließ aber auch durchblicken, dass er in Zukunft seine Regieanweisungen besser umgesetzt wissen will. Dies war hauptsächlich kurz nach dem Seitenwechsel der Fall, wo ein komfortabler Vier-Tore-Vorsprung durch hektische Spielweise zusammenschmolz. In Sachen Spieldisziplin hat die SG noch nicht Verbandsligareife erreicht.

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Das Spiel stand im Zeichen der Topscorer Christoph Wiesinger und Marcel Kühn und Daniel Ene auf Gastgeberseite. Neben ihnen wurde vornehmlich in der zweiten Hälfte Handball "gearbeitet". Einen starken Part lieferten die Torhüter Gerd Handerer und Sven Lamparter ab. Die besten Szenen hatte Lenningen nach dem 11:10 (22.). Da wurde der Ball schnell nach vorne gespielt und Ruit in der Rückwärtsbewegung überrumpelt. Der Lohn: Eine 16:12-Pausenführung.

Bis zum 19:16 (37.) zehrten die Gäste vom Torepolster, um dann den Erfolg in schnellen, schlecht vorbereiteten Abschlüssen zu suchen. Das nervte um so mehr, als Jan Lamparter und Marc Segeritz kurz hintereinander die Festigkeit des Aluvierecks prüften. Lenningen ging der Spielfaden verloren und da zeigte sich Daniel Ene ganz ausgebufft. Der Ex-Regionalligaspieler zog nach Freiwürfen kurz an, stieg hoch und platzierte den ball tief unten im langen Eck.

Und die SG-Abwehr? Bei vier dieser Standards präsentierte sie sich als Friedenscorps. Jetzt wurde es richtig spannend nach dem 20:20 (42.). Das Spiel wurde zur "offenen Feldschlacht". Ruit suchte mit spielerischen Mittel den Torerfolg und hatte durch Kreisanspiele mehrmals Erfolg. Lenningen packte die Keule aus und kam durch Einzelaktionen zum Erfolg. Keiner Mannschaft gelang es, sich entscheidend abzusetzen. In der 53. Minute düpierte Marcel Kühn seinen Gegenüber und warf zum 25:24 ein. Und dann setzte Jens Kirschmann, fast von der Torauslinie, Gerd Handerer den 25:25-Ausgleich ins Netz.

Der Druck stieg wie in einem Dampfkessel. Jan Lamparter fräste sich durch die TB-Abwehr und glich zum 26:26 (56.) aus. Das "Bäumchen-wechsle-dich-Spiel" ging weiter: Ruit legte vor und die SG glich aus. So bei Jochen Leitners 28:28 (58.) und Steffen Kazmaiers 29:29 (59.). Dann bei Ruiter Ballbesitz wurde der Ball vertändelt und jetzt machte die SG alles richtig: Ganz schnell wurde die Lederkugel auf die Linksaußenposition gespielt, wo Wiesinger Maßarbeit zum 30:29-Endstand ablieferte.

Die Spiel-Kiebitze Florian Beck (TSV Wolfschlugen) und Frank Ziehfreund (Team Esslingen) kommentierten diplomatisch. Beck: "Ich habe vom Spiel nicht viel gesehen, da ich mit Videoaufnahmen beschäftigt war". Ziehfreund, dessen Mannschaft der nächste SG-Gegner ist, sah es so: "Hauptsache, gewonnen." Dieter Noack, TB-Abteilungsleiter fasste zusammen: "Uns haben fünf Stammspieler gefehlt. Die Schiris trafen sehr eigenartige Entscheidungen."

döl

SG Lenningen:

Sven Lamparter, Tombrägel Christoph Wiesinger (11/2), Kazmaier (6/2), Kirschmann (4), Leitner (3), Segeritz (3), Renz (2), Jan Lamparter (1), Baumann, Braunwarth, Schwohl, J. Wiesinger, Rudolph.TB Ruit:

Handerer, Eisele; Kühn (10), Ene (9/2), Dummler (4), Boldt (3), Bayer (2), Müller (1), Giese, Staiger, Charisius.Zuschauer:

120.Schiedsrichter:

Lier/Lier, Stuttgart.