Lokalsport

SGL prüft erneut die Fan-Leidensfähigkeit

Deutliche Heimschlappe für die SG Lenningen: Gegen den TB Ruit verlor die Kiedaisch-Sieben in der Verbandsliga nach unkoordieniertem Spiel verdient mit 19:27 (7:11).

LENNINGEN SG-Fan zu sein, bedeutet in diesen Tagen ein hohes Maß an Leidensfähigkeit mitzubringen. Am Samstagabend verlor die SG Lenningen gegen den TB Ruit 19:27 (7:11). In welche Gesichter man auch blickte, es herrschte Ratlosigkeit. Dabei hatte das Abschlusstraining am Freitag SG-Trainer Holger Kiedaisch noch positiv gestimmt. Nach dem Spiel war er maßlos enttäuscht: "Wir haben gut trainiert und ich habe die Mannschaft auf den Gegner eingestellt. Aber ich kann nicht in die Köpfe hineinsehen."

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Das blinde Anrennen der SG wurde von einem Gegner bestraft, der zwar nicht die hohe Spielkunst demonstrierte, dafür jedoch mit Köpfchen spielte. Bei den Lenningern war es wieder einmal ein kollektives Versagen, mit einer Ausnahme: Daniel Born. Da Stamm-Torwart Sven Lamparter krankheitsbedingt fehlte, vertrat er ihn und das gut. Es wäre auch zu einfach, die Niederlage mit dem verletzungsbedingten Fehlen von Steffen Kazmaier zu entschuldigen. Lenningen ließ während der gesamten Spielzeit selten ein konstruiertes Angriffssystem erkennen. Jeder versuchte auf seine Weise zum Torerfolg zu kommen. Und sehr oft war der Tunnelblick unübersehbar.

Wenigstens in der ersten Halbzeit gingen nicht alle Ordnungsprinzipien über Bord. Die Abwehrarbeit funktionierte einigermaßen und sah sich nur vor Probleme gestellt, wenn Ruits Linkshänder Hardy Sauer in seine Trickkiste griff. Viel Bewegungsfreiheit wurde Tobias Hägele gestattet, der viel für den Spielaufbau tat. Bei der SG hatte Christoph Wiesinger in der Anfangsphase drei gute Chancen, die er nicht nutzen konnte. Aber da war er nicht allein. Über ein 5:2 (12.) zog Ruit auf 7:3 (23.) weg.

Danach Angriffsmagerkost auf beiden Seiten. Das Spielniveau war schlecht. Die Gäste, gestützt auf ihre Rountiniers Jochen Miller, Uwe Brinzing, Hardy Sauer und Claudio Trovato ließen Lenningen ins Leere laufen. Nur Daniel Borns Abwehrkünste sorgten für Lichtblicke.

Nach dem Seitenwechsel keimte Hoffnung auf. Jochen Renz verkürzte mit einem Tempogegenstoß auf 9:11 (32.) und Jens Kirschmann traf zum 10:12 (33.). Quasi auf dem Silbertablett kredenzte die SG das 13:10 für Tobias Hägele. Ihm wurde ein Freilauf von der eigenen Neun-Meter-Marke gestattet. Auf Lenninger Seite blieben gute Chancen von Jens Kirschmann und Christoph Wiesinger ungenutzt.

Konsequentere Ruiter

Anders der TBR: Die Schmauk-Sieben abgezockter, immer einen Spielzug vorausdenkend, nutzte ihre Möglichkeiten konsequent. Die Vorentscheidung fiel beim 16:10 (39.) durch Jochen Miller. Noch einmal, beim 14:17 (48.) durch Jan Lamparter, hatten die Gastgeber Kontakt. Danach summierten sich die technischen Fehler. Ruit, und da besonders Sauer, fing die Querpässe ab und trieb die Trefferquote nach oben. Holger Kiedaisch konnte auch mit einer Auszeit die SG nicht mehr auf Kurs bringen. Jeder fühlte sich jetzt zum Retter berufen und nahm sich unvorbereitete Würfe. Kein Problem für TB-Torwart Michael Pohl. Die letzten zehn Minuten wurden vom Ruiter Anhang begeistert gefeiert.

döl

SG Lenningen:

Born, Tombrägel; Lamparter (5), Leitner (5/1), Brugger (3), Renz (2/1), Segeritz (2), Kirschmann (1), C. Wiesinger (1/1), Austen, Braunwarth, Schwohl, J. Wiesinger.TB Ruit:

Pohl, Eisele; Sauer (7), Hägele (5), Trovato (5/4), Giese (3), Binder (2), Miller (2), Brinzing (1), Eckstein (1), Huber (1), Charisius, Rathgeber.Zuschauer:

380.Schiedsrichter:

Freundt/Haug (Rottenburg).