Lokalsport

Sieg in letzter Sekunde

Ein kollektives Aufatmen ging nach dem Schlusspfiff durch die Reihen der SGL-Damen: per glücklichem 16:15 (8:9)-Zittersieg beim Liga-Neuling TSV Wolfschlugen war die SG Lenningen erfolgreich in die neue Saison gestartet.

WOLFSCHLUGEN Dem Siegtreffer 30 Sekunden vor der Schlusssirene durch Antje Kazmaier ging ein zerfahrenes, mit vielen technischen Fehlern behaftetes SG-Spiel voran. Trainer Markus Nothwang suchte nach einer Erklärung: "Ich denke, da war viel Nervosität dabei. Unser Spiel nach vorne hat nicht funktioniert." Tribünengast Klaus Kazmaier brachte es auf einen einfachen Nenner: "Das Passen und Fangen war Lenningens Grundproblem."

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Diese Grundfertigkeiten, gelehrt in der Jugend, sollten eigentlich nicht mehr all zu negativ im Spielprotokoll erscheinen. Für die jungen SGL-Spielerinnen, von der A-Jugend direkt in die Landesliga katapultiert, beginnt aber erst jetzt der Lernprozess. Eines ließ die SGL nicht vermissen: den Kampfgeist. Bedingt durch die sehr engen und wechselnden Spielstände war die Spannung vorgegeben. Eine schnelle 2:0-Führung egalisierten die Gäste bis zur vierten Minute. Auffallend dabei: sowohl die SGL als auch der TSVW kamen über die Außenpositionen zu Toren. Im Rückraum überboten sich beide Seiten hingegen mit "Fahrkarten".

Ganz anders agierte die wieselflinke Larissa Blocher auf der Rechtsaußen-Position. Von ihren sechs Würfen landeten fünf im Netz. Sie und Amelie Butzer im SGL-Tor verdienten sich Bestnoten. Ein Grundübel trat bei der SGL wiederum auf: Die schlechte Strafwurfverwertung. Von sechs Würfen wurden nur zwei verwandelt. Einen "Zeitlupen-Strafwurf" setzte Sarah Timar einen Meter über die Querlatte (28.). Im Gegenzug eine feine Körpertäuschung durch Anja Härterich und es stand 8:8 (28.). Weil es so gut klappte, probierte sie es gleich noch mal und warf die 9:8-Halbzeitführung heraus.

In welchem Bereich Lenningens Lernprozess auch noch nicht zu Ende ist, zeigte sich an der Umsetzung der Kazmaier'schen Spielideen. In der Nahwurfzone kam es da häufig zu einem Riss, nachdem der Ball schnell nach vorne gespielt wurde. Wolfschlugen baute seine Führung durch einen Bönecke-Aufsetzer zum 10:8-Zwischenstand aus (33.). Diesen wandelte Lenningen binnen fünf Minuten in eine 12:10-Führung um.

Nach Timars 13:12 (48.) wurde Kazmaiers Strafwurf pariert. Im Gegenzug gelang durch Härterich das 13:13 (53.). Nothwang nahm eine Auszeit. Mit einem Slalom durch die TSV-Abwehr reparierte Kazmaier danach ihren Strafwurf-Patzer und traf zum 14:13 (56.). Keine Minute später narrte auf der Gegenseite Ullrich ihre Gegenspielerin und traf ins lange Eck zum 14:14. Jetzt war Spannung pur angesagt. Gabi Baermann ging auf der Linksaußen-Position durch, markierte das 15:14 (58.). Wiesmann traf postwendend zum Ausgleich. Bei sechzig Sekunden-Restspielzeit machte dieses Mal Lenningen alles richtig: Den letzten Ballwechsel nutzte Technikerin Kazmaier zum vielumjubelten 16:15-Siegtreffer.

döl

SG Lenningen: Butzer Blocher (5), Kazmaier (5/2), Baermann (2), Timar (2), Kuch (1), Sliwka (1), Emmenegger, Hörsch, Schweikert, Ulmer.TSV Wolfschlugen: Deeg Schraitle (5), Härterich (3), Ullrich (2), Bönecke (2), Probst (1), Gohl (1), Wiesmann (1), Latifa, Filko, Swierczek.Zuschauer: 60.Schiedsrichter: Längerer/Just (Kirchheim/Scharnhausen). Der Ball gehört mir: Lenningens Andrea Drexler.