Lokalsport

Signal an die Elite-Kicker

Die „Associazione Calcio Catania“ in Kirchheim hat sich etwas vorgenommen. Wenn schon die Starkicker aus Mailand, Turin und Neapel die WM verpasst haben, wollen die balltretenden Landsleute wenigstens fern der Heimat die italienische Ehre retten. In der Hinrunde ist ihnen in dieses Vorhaben in jedem Falle primissima gelungen. Unter der Regie von Trainer Michel Forzano haben sie als Tabellendritte noch alle Chancen auf eine Rückkehr in die Bezirksliga, der sie 14 Jahre angehörten. Forza Italia!

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Dabei stand der Verein schon zweimal dicht vor dem Aus, erstmalig 2015 mit dem Abstieg in die Kreisliga B und dem Abgang vieler Spieler. Aber auch diese Saison standen die Vorzeichen nicht unbedingt günstig, hatte sich noch bis zum Sommer niemand bereit erklärt, den Klub weiterzuführen. Die kritische Situation konnte erst durch das Engagement eines einheimischen Schwaben entschärft werden, durch Thomas Köhler. Den Segen seiner Frau hatte er in jedem Falle - sie ist schließlich Italienerin.

Inzwischen gehören Personalsorgen der Vergangenheit an, mit einem Kader von 23 Spielern. Aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ konnte das Niveau gesteigert werden. Die „Neuen“ haben eingeschlagen. Einen weiteren Grund für den positiven Trend sieht Köhler allerdings auch in der Tatsache, dass Stammplätze in der Mannschaft umkämpft sind: „Bei uns herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf.“

Noch immer sind die Hälfte der Spieler Nachfahren jener Gastarbeiter, die vor Jahrzehnten aus Sizilien an die Teck kamen, um ein Team ins Leben zu rufen, das den Namen ihrer Hauptstadt trägt. Aber es ist ein neuer Geist in die Truppe eingezogen. Siege werden in der Kabine mit „Saracino“, einem alten neapolitanischen Volkslied gefeiert. Bella Italia!

Kann Catania die Dettinger und Spitzenreiter Grafenberg, dem der AC mit 3:2 die einzige Niederlage beibrachte, am Ende noch überflügeln? Für Urgestein Maurizio Latte, seit 19 Jahren Catanese, wäre dies ein Traum: „Mamma mia, das wäre schön! Aber wir befinden uns noch in einer Aufbauphase. Wir wären auch mit Platz drei zufrieden.“Klaus Schlütter