Lokalsport

Skepsis weicht dem Glücksgefühl


EBERHARD EINSELEN

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KIRCHHEIM Schade war's, dass an diesem lauen Abend zum Saisonstart gerade mal 182 Fans ihren Obolus entrichteten. Nicht nachvollziehbar ist, dass das Flutlicht, als es schon ziemlich duster war, erst drei Minuten vor dem Spielende eingeschaltet wurde: Ein altes Leiden im Kirchheimer Stadion.


Es war schon eine echte Überraschung, wie sich die Mannschaft von Trainer Michael Rentschler zum Ligastart präsentierte. Der neue Übungsleiter selbst trug wesentlich dazu bei, dass die VfL-Abwehr einen relativ stabilen Eindruck hinterließ. Der 33-Jährige spielte einen Libero der guten alten Schule. Ob das eine Dauerlösung bleibt, hält sich der Ex - Ditzinger offen. "Ich werde mich selbst dem Leistungsdiktat unterziehen. Wenn die Mannschaft ohne mich die gleiche Qualität erreichen kann, werde ich mich auf die Bank zurückziehen", erklärte er.


Klar freute sich Michael Rentschler über den Sieg seiner Mannschaft: "Meine jungen Spieler wurden wie scheue Pferde losgelassen. Es ist schön, dass wir einen erfolgreichen Auftakt gehabt haben." Gleichzeitig blieb Rentschler aber Realist: "Es besteht kein Grund zur Euphorie. Es steht uns nach wie vor harte Arbeit bevor."


Norbert Stippel, Trainer der Dorfmerkinger und an der Jesinger Allee immer noch gern gesehen, sagte mit Galgenhumor nach dem 1:2: "Man hat gesehen, dass mein Herz noch immer an Kirchheim hängt. Meine Mannschaft hat so gespielt, wie wenn man den Gegner gewinnen lassen will." Dann wurde Stippel aber kritisch: "Mein Team hat einen katastrophalen Scheiß gespielt." Dafür lobte er seine Ex-Mannschaft: "Kirchheim hat prima gespielt. Es war ein verdienter Erfolg."


Für VfL-Co-Trainer Manfred Brenken, der krankheitsbedingt derzeit seinen Job nicht wahrnehmen kann, saß der sportliche Leiter Norbert Krumm mit viel Engagement auf der Bank an der Seitenlinie. VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz hockte in der ersten Halbzeit ebenfalls dort. Scholz freute sich natürlich gleichfalls über den Sieg: "Ich war vorher sehr skeptisch. Jetzt bin ich sehr glücklich, dass wir gewonnen haben."


Übrigens kann der VfL noch einen "Neuzugang" vermelden: Udo Issler fungiert nach einer "Auszeit" wieder als Spielleiter. Zum Schluss noch eine Erfolgsmeldung: Im Herbst (eventuell in der ersten Oktoberwoche) kommt die Bundesligamannschaft des VfB Stuttgart zu einem Freundschafts-Testspiel an die Jesinger Allee (siehe auch Extrabericht). Winfried Scholz jubelte: "Der VfL hat wieder einmal Glück gehabt."


Für die nach wie vor kritische VfL-Finanzlage bringen die Zusatzeinnahmen aus diesem Spiel wenigstens etwas Entlastung.