Lokalsport

Souvenirs aus Österreich

Lustenau. Fünfzig Fans aus Lenningen waren mit nach Österreich gefahren, um ihre Mannschaft lautstark anzufeuern. Die SG dankte es ihnen und bot ihre bis dahin stärkste Mannschaftsleistung. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert gespielt. Es war ein Sieg des Kollektivs“, bilanzierte Co-Trainer Markus Schlenk begeistert. Lenningen, mit der Schubwirkung von vier Punkten in Folge, ließ den Ball laufen und nutzte die sich bietenden Chancen konsequent aus. Nur einmal – beim 1:0 – lagen die Gastgeber vorne. Dann drehte die SG richtig auf. Vorne abschlusssicher und hinten mit einer kompakten Deckung kam Lustenau kaum noch zu Chancen. Wenn sich doch welche boten, wurden sie meist zur Beute von SG-Torhüter Sven Lamparter. Zwei gehaltene Strafwürfe gaben der Mannschaft Selbstbewusstsein.

Bis zur 20. Minute hatten Kazmaier und Co. sich ein 11:6-Torepolster zugelegt. Das Schöne daran: Sowohl auf den Außenpositionen als auch im Rückraum fielen die Tore gleichmäßig. Steffen Kazmaier glänzte als Spielmacher und Torjäger. Ricki Austen und Christoph Wiesinger zermürbten den Gegner mit schnellen Kontertoren. Eine Spielweise, die man eigentlich von den Gastgebern erwartet hatte. Da jedoch Lenningen kaum Fehlwürfe verbuchen musste, blieb die gefährlichste HC-Waffe stumpf. Lenningen sechzehn, Lusten­au elf stand nach dreißig Minuten auf der Anzeigetafel zu lesen.

Als hätte es keine Unterbrechung gegeben, spielte Lenningen mit unvermindertem Tempo weiter. Jetzt klinkte sich auf der Linksaußenposition Marc Wald immer stärker ein und setzte Rainhard Kohler die Bälle ins Netz. Der HC tat sich schwer gegen die ballorientierte SG-Abwehr. Zum Torerfolg kamen die Vorarlberger meist nur in Eins-gegen-Eins-Situationen. Lenningen legte weiter vor. Über ein 19:13/41. schraubten die Gäste das Ergebnis auf 25:18/44. Der kurz eingewechselte Daniel Born parierte einen Strafwurf. Das gab noch mehr Auftrieb. Vor allem Allrounder Jochen Renz bewies einmal mehr seine Flugtauglichkeit auf der Rechtsaußenposition und auch die Nachwuchskräfte Oliver Ringelspacher und Timo Haid wussten zu gefallen. Nach langer Verletzungspause bewies auch Jens Kirschmann, dass er eine Verstärkung sein kann.

Nur kurz kam die SG aus dem Tritt, als HC-Trainer Stefan Zumtobel in der 50. Minute offensiver decken ließ. Einen 21:27-Rückstand verkürzten die Gastgeber zum 24:28/55. Lenningen blieb ruhig und bewies Nervenstärke auch bei Strafwürfen – sieben von acht Versuchen fanden ihr Ziel. Szenenapplaus erntete in der 58. Minute Hagen Braunwarth, der ein Anspiel abfing und zum 35:30 konterte. Die Gegentore von Daniel Mayer und David Köb waren nicht mehr als Ergebniskosmetik. döl

HC Lustenau: Kohler, Bösch; Hanspeter (6), Jenni (6), C. Heilinger (5), Mayer (3), Nezezon (3/2), Köb (5/2), Holzer (2), Bösch (1), Bösl (1), Dona, Hollenstein.

SG Lenningen: Born, S. Lamparter; Kazmaier (7/4), Austen (6/3), Wiesinger (6), Renz (5), Wald (4), Braunwarth (3), Haid (1), Kirschmann (1), J. Lamparter (1), Ringelspacher (1).

Zuschauer: 100.

Schiedsrichter: Bezel/Unden, Waiblingen.

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