Lokalsport

Späte Spannung unterm Staatsweg

Der TV Neidlingen rüstet sich fürs Rennen um den Reußensteinpokal am kommenden Sonntag

Noch siebenmal schlafen, dann ist Weihnachten. In Neidlingen gilt derzeit eine andere Rechenart: Noch drei Tage bangen bis zum Start des Skiklassikers um den Reußensteinpokal.

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Bernd Köble

Neidlingen. Wenn der Forst unter dem sogenannten „Staatsweg“ sich in Weiß kleidet, setzt im beschaulichen Neidlingen geschäftiges Treiben ein. Dann gilt es, die Gunst der Stunde zu nutzen und im Wetter-Roulette alles auf Zahl zu setzen. In diesem Fall auf die kalendarische 21, die den Neidlinger Organisatoren zum vierten Advent Glück bringen soll. Nichts fürchten die Wintersportler des örtlichen Turnvereins an solchen Tagen mehr, als den monotonen Klang einer tropfenden Dachrinne, die Tauwetter verkündet. Noch schweigen die Fallrohre und verbreiten Zuversicht, dass am Sonntag im Lindachtal der alpine Rennzirkus zum Kräftevergleich antreten kann.

„Die Bedingungen sind so gut wie lange nicht mehr“, berichtet TVN-Sprecher Fritz Hitzer, der die Strecke gestern noch in Augenschein nahm. „Wenn es bis zum Samstag keinen Wärmeeinbruch mehr gibt, können wir starten.“ Die Wetterprognosen machen Mut: Temperaturen um den Gefrierpunkt, sagen die Meteorologen für die kommenden Tage voraus. Die Schneefälle der vergangenen Woche haben der 800 Meter langen Strecke selbst im Zielauslauf eine solide Schneedecke beschert. Dass die Quecksilbersäule vergangenes Wochenende bei strahlendem Sonnenschein kurzzeitig kletterte, war Hitzer zufolge eher von Vorteil: „Der Schnee hat sich dadurch gesetzt und ist durch die nächtliche Kälte wieder hart gefroren.“ Der Wettergunst allein ist es allerdings nicht zu verdanken, wenn die Rennläufer am Sonntag eine gut präparierte Piste vorfinden sollten. Rund 40 Helfer der beiden befreundeten Vereine TV Neidlingen und TV Unterlenningen waren von Sonntagfrüh um 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit auf Skiern am Hang, um den weißen Untergrund zu verdichten oder zu „plätteln“, wie dies im regionalen Fachjargon heißt.

Sollte die weiße Pracht der vergangenen Woche ernsthafter Vorbote eines schneereichen Winters sein, könnte die noch junge Saison sogar mit einem Novum aufwarten; sprich: mit gleich zwei Rennen um den Reußensteinpokal. Der Termin am kommenden Sonntag wurde erst im November festgelegt und ist nichts anderes als später Ersatz für jenes Rennen, das vergangenen Winter dem Schneemangel zum Opfer fiel. „Als wir uns vor Wochen auf den 21. Dezember geeinigt haben, hat niemand so recht daran geglaubt, dass das Rennen stattfinden würde“, erzählt Hitzer. Der eigentliche Termin für die Saison 2008/09, wie er auch im Rennkalender der Skiverbände auftaucht, ist der 11. Januar.

Begonnen wird am Sonntag ab 12 Uhr mit den Jüngsten. Mit Ausnahme der Schülerklassen (8 bis 14 Jahre) sind zwei Durchgänge vorgesehen, wobei im zweiten Lauf die 30 Zeitschnellsten unabhängig vom Alter in umgekehrter Reihenfolge an den Start gehen. Der Veranstalter weist darauf hin, dass im Rennen strikte Helmpflicht besteht.

Pokalverteidiger bei den Herren ist Jens Ziegler (SV Rottweil), bei den Damen war vor zwei Jahren Nina Schur vom VfL Kirchheim die Schnellste auf der Strecke. Weil es sich beim Reußensteinpokal um ein Bezirks-Punkterennen handelt, sind Meldungen unter Angabe der Leistungspunkte bis spätestens Freitag zu richten an: ski@tvneidlingen.de oder per Fax an 0 70 23/28 87. Telefonische Informationen gibt es unter 0 70 23/46 61. Startnummernausgabe ist am Sonntag ab 10 Uhr im Zielbereich. Die Siegerehrung findet nach dem Rennen in der Reußensteinhalle statt.