Lokalsport

Später Balsamauf wunde Seele

Das Treffen der "Hinterbänkler" in der Handball-Verbandsliga zwischen dem TSV Bartenbach und der SG Lenningen wurde zu einer klaren Angelegenheit für die Kiedaisch-Sieben. Beim 40:31 (22:16)-Sieg der Lenninger schien es fast so, als ob sich die Mannschaft den ganzen Saisonfrust von der Seele schießen wollte.

BARTENBACH Die gesamte Lenninger Mannschaft präsentierte sich in bester Angriffslaune. Allen Akteuren gelang es, sich in die Torschützenliste einzutragen. Einziger Wermutstropfen: Die Abwehrleistung. Da blieben doch einige Wünsche offen. Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe sich die SG nach einer 9:7-Führung mit vier Toren, darunter ein blitzschnell ausgeführter Freiwurf von Jens Kirschmann, auf 12:8 absetzen konnte. Zuvor hatte Tobias Clement auf der Rechtsaußenposition mehrfach die SG-Abwehr genarrt und die Gastgeber im Spiel gehalten.

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War es die Bundesliga-Arena Hohenstaufenhalle, welche die SG-Werfer zu einem Angriffsfeuerwerk inspirierte oder die Gastgeber, deren einfach gestrickte Angriffsaktionen von einem hervorragenden Jochen Renz frühzeitig unterbunden wurden? Die SG startete ihre Konterattacken aus der Mitte heraus und fand meist in Christoph Wiesinger und Jens Kirschmann sichere Vollstrecker. Was Lenningens Trainer Holger Kiedaisch überhaupt nicht schmeckte, waren die Nachlässigkeiten seiner Abwehr. Beim 17:11/22. nahm er deshalb seine Spieler ins Gebet. Diese hatten jedoch weiterhin ihren Fokus auf das TSV-Tor gerichtet und vergaßen dabei den gegnerischen Rückraum. Hier durfte Manuel Skutta mehrfach Maß nehmen. Doch Nachlässigkeiten in der Abwehr wurden an diesem Tag von einer perfekten Angriffsleistung kaschiert. Christoph Wiesinger brillierte nicht nur auf der Außenposition, sondern setzte auch mehrmals einem überforderten Benjamin Stähle Distanzwürfe ins Netz.

Etwas besser ins Spiel kamen die Gastgeber, als TSV-Spielmacher Martin Gehrer selbst die Initiative ergriff und die SG-Schwachstellen auslotete. Sein Anspiel auf Daniel Frasch brachte die Blauweißen auf 20:25/37. heran. Sofort zog Lenningen wieder an. Ricki Austen, Marc Segeritz und Jens Kirschmann ließen das Ergebnis auf 28:21/42. hochschnellen. Nicht nur auf der Bank, auch unter den SG-Fans war klar: dieses Mal würden die Punkte ins Täle gehen. Mit einem Sechs-Tore-Polster im Rücken beherrschte die SG ihren Gegner. Steffen Kazmaier steuerte klug die Angriffe und Lenningens beste Waffe, der Tempogegenstoß, funktionierte bestens. Dass die SG-Nachlässigkeiten in der Abwehr auch Wirkung bei den Torhütern zeigten, war nicht verwunderlich. Sie ließen sich einige Male von Distanzwürfen überraschen. Mit diesem Mittel hatte auch Marc Segeritz beim 32:26/49. Erfolg. Und auch Volker Schwohl durfte sich bei seinen Toren ungewohnter Rückraum-Freiheiten erfreuen. Nicht abschlusssicher genug zeigte sich Hagen Braunwarth zwischen der 57. und 58. Minute, als er drei Riesenchancen in Folge nicht verwerten konnte.

Holger Kiedaisch nahm eine Auszeit und schwor seine Mannschaft auf das 40. Tor ein. Das wurde Jochen Renz verwehrt. Sein Wurf spritzte vom Pfosten weg. Dafür durfte sich Ricki Austen freuen, der zum 40:31-Endstand einwarf. Da kam nach Spielschluss auch VfL-Extorjäger Rolf Kirschmann ins Schwärmen: "Wenn es doch schon früher so gut gelaufen wäre."

döl

TSV Bartenbach:

Stähle, Blahusch; Clement (9/1), Skutta (8), Gehrer (5), Frasch (4), Spengler (2), Krickl (1), Scheerer (1), Weidle (1), Abbataneo, Hinger. SG Lenningen:

Born, S. Lamparter; Wiesinger (9), Kirschmann (8), Kazmaier (5/2), Austen (4), Segeritz (4), J. Lamparter (3), Schwohl (3), Braunwarth (2), Renz (2).Schiedsichter:

Gekeler/Stielow, Lichtenstein.