Lokalsport

Spitzenreiter ohne Glanz und Gloria

Glänzend war er nicht, der Landesliga-Auftritt der Lenninger Handballer beim TSV Neuhausen II. Dafür jedoch erfolgreich.

NEUHAUSEN "Eigentlich erwarte ich von einer Mannschaft, die ganz oben steht, eine größere spielerische Dominanz", kritisierte Klaus Kazmaier nach dem Schlusspfiff der Partie TSV Neuhausen 2 gegen die SG Lenningen. Der alte und neue Spitzenreiter gewann zwar 28:23 (13:12), konnte aber wenig spielerischen Glanz verbreiten. Dies lag vor allem an den Gastgebern, die mit langem Angriffsspiel Gast Lenningen einschläferten, um dann plötzlich in Kreisnähe und vor allem auf den Außenpositionen den Abschluss zu machen. Da schwamm die SG-Abwehr einige Male gewaltig. Hans Hahn musste seinen Torjäger Christoph Wiesinger auf die Bank holen.

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Dennoch lobte der SG-Coach nach Spielschluss: "Unsere jungen Wilden Marc Segeritz und Christoph Wiesinger haben das Spiel heute gewonnen." Auch Jochen Renz brillierte. Auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußenposition bewies er Treffsicherheit, "hinten" organisierte er die Abwehr. Dieses Trio komplettierte noch Sven Lamparter. Mister beständig im SG-Dress zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Woran lag es dann, dass sich die SG bis zur Pause nicht entscheidend absetzen konnte? Zum einen patzte Lenningen bei guten Kontermöglichkeiten, zum anderen war Roman Glazar auf der Rechtsaußenposition nicht zu halten. Es war Marc Segeritz, der die Rückraumkeule auspackte und traf. Nach Wiesingers Sprintertor zum 12:11 (28.) zückte TSV-Coach Ralf König die grüne Karte, zumal Olaf Scherbaum eine Strafzeit bekam. Und seine Ansprache fruchtete: Alexander Adam setzte den Ball ins kurze Eck 12:12 (29.). Was der SG spielerisch nicht gelang, wurde durch Einzelaktionen umgesetzt. So der 13:12-Halbzeitstand durch Wiesinger.

Es brauchte in der zweiten Hälfte lange, bis Lenningen zu besseren Angriffsstrukturen fand. Viele hochkarätigen Chancen verpufften. Besonders Kapitän Steffen Kazmaier hatte daran zu knapsen. Neuhausen wurde in der Rückwärtsbewegung mehrmals überlaufen, aber Lenningen verhaspelte sich beim Konter. Ganz krass in der 39. Minute, wo zweimal die Hektik Oberhand behielt. So blieben die Gastgeber im Spiel und holten einen 16:19-Rückstand (41.) zum 18:19 (43.) auf. Wie gut, dass das Duo Segeritz und Wiesinger fein justiert hatte, es warf die entscheidenden Tore. Jochen Renz zeigte auf Rechtsaußen komplette Flugtechnik. Seine Trefferquote da: 100 Prozent.

Ab der 50. Minute, beim 24:19 durch einen Wiesinger-Strafwurf, konnte der TSV nicht mehr mithalten. Jetzt spielte Lenningen etwas befreiter. Renz und Jens Kirschmann nutzten ihre Möglichkeiten konsequent zum 28:23-Endstand. TSV-Coach Ralf König analysierte sachlich: "Mit den ersten 30 Minuten war ich zufrieden. Knackpunkt war eine Strafwurf-Diskussion. Da hat meine Mannschaft den Faden verloren. Der Lenninger Sieg geht in Ordnung."

döl

SG: S. Lamparter, Tombrägel Wiesinger (9/3), Segeritz (8), Renz (4),Kirschmann (3), Kazmaier (2/1), Braunwarth (1), J. Lamparter (1), Baumann,Gökeler, Schwohl.Zuschauer: 80 (davon 50 SG-Fans)Schiedsrichter: Trefz/Trefz, Bezirk Rems/Murr, wirkten nicht souverän.