Lokalsport

Spitzenspiel mit neuen Gesichtern

Mit neuen Spielern gehen die beiden Spitzenteams VfL Kirchheim und KGJ Schwenningen ins letzte Vorrundenspiel der Basketball-Regionalliga. Am Sonntag geht es auch um die Herbstmeisterschaft.

KIRCHHEIM Jetzt haben auch die Kirchheim Knights nachgelegt. Mit dem Flügelspieler Tomislav Martinovic (25), der beim Zweitligisten MTV Stuttgart der allerletzte Überlebende des Aufstiegs-Teams war, zuletzt aber nur noch auf der Bank schmorte, meldete sich am Montag genau der Spieler bei Coach Theo Leftakis, den er suchte. Nach dem Weggang von Emre Atsür, der langwierigen Verletzung von Nenad Lukic und dem Ausfall von Joe Hountondji (Pneumothorax) fehlte ein zweiter Schütze hinter Kai-Uwe Kranz.

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Martinovic, genannt Tomi, ist genau das: Ein sicherer Werfer von jenseits der Drei-Punkte-Linie, aber auch viel mehr. Ein Spieler mit Zweitliga-Erfahrung beim TSV Crailsheim und in Stuttgart, ein giftiger Verteidiger, ein starker Rebounder, ein Spieler mit Basketball-Intelligenz. Klar, dass ihn Leftakis sofort nach Kirchheim einlud, und nach einem Gespräch mit der kompletten Vereinsführung und dem Trainerstab stand es schon Dienstagnacht fest: Martinovic wird ein Knight. Vor dem Duell der Giganten am Sonntag sicherlich gut für den VfL.

Es ist tatsächlich das Duell der Superlative: Die beiden Meister der vergangenen Jahre treffen aufeinander, die Klubs mit den höchsten Etats, mit den meisten Zuschauern, den besten Spielern, den meisten Sponsoren, der professionellsten Struktur und der einzigen beiden Vereine, die sich den Aufstieg in die zweite Bundesliga definitiv zum Ziel gesetzt haben. Titelverteidiger KGJ Schwenningen sieht allerdings gerade seine Felle davonschwimmen. Erst gab es die Niederlage am grünen Tisch gegen Ludwigsburg, weil man vergessen hatte, einen U-18-Spieler, der nur auf der Bank saß, in den Mannschaftsmeldebogen einzutragen. Dann die erste sportliche Niederlage in Weißenhorn und am vergangenen Sonntag die Blamage in Heidelberg-Kirchheim.

Dort half auch Sova Taletovic nicht, der Zweitliga-Topscorer des TSV Crailsheim, der bei seinem ersten Auftritt, dem Sieg gegen den damaligen Tabellenführer TV Rastatt-Rheinau, gleich 36 Punkte gemacht hatte. Also legte der finanzstarke Klub, der eben erst eine weitere Bank als Sponsor gewinnen konnte, noch einmal nach. Vom Landesligisten SGV Freiberg kam Michael Heck. Der ist zwar 34 Jahre alt, steht aber noch voll im Saft. Bis zum Ende der vergangenen Saison spielte er acht Jahre beim TSV Crailsheim, vorher schon in der Bundesliga in Ludwigsburg, zudem in Ulm und Tübingen. Auch die Knights waren an Heck interessiert, das bessere Angebot gab den Ausschlag für die Schwenninger. Heck wohnt allerdings weiter in Crailsheim. Er fährt am Donnerstag die 230 Kilometer nach Villingen-Schwenningen, trainiert und übernachtet dort, trainiert am Freitag ein zweites Mal und spielt am Wochenende.

Für KGJ-Coach Alen Velcic ist das Spiel am Sonntag die letzte Chance: "Wir müssen gewinnen, Kirchheim nicht." Nach der momentanen Tabellensituation muss Schwenningen womöglich sogar alle restlichen zwölf Spiele gewinnen, soll das erklärte Ziel Zweite Liga nicht verfehlt werden. Vor einer Woche wurde übrigens der kanadische Serbe Stevan Marcetic gefeuert. Vier Mal wurde er zuvor im Training rausgeworfen, wegen Prügeleien, Beleidigungen, Disziplinlosigkeiten. Zuvor hatten Kapitän Dusan Cvetkovic und Aufbauspieler Russos Makris bereits den Verein verlassen. VfL-Coach Theo Leftakis weiß: "Schwenningen steht mit dem Rücken zur Wand, ihre ganze Saison steht auf dem Spiel." Das macht sie einerseits gefährlich, andererseits könnten bei einem kleinen Rückschlag im Spiel auch schnell die Nerven blank liegen.

Bisher haben die Knights gegen Schwenningen noch nicht verloren. Sie sind sogar die einzigen, gegen die der Meister in den letzten fünf Jahren ein Liga-Heimspiel verloren hat. Wer sich den Knaller vor Ort anschauen will, kann sich noch für die Fahrt des Weissinger-Fanbusses anmelden (0 70 21/4 12 19 oder ulrich@tangl.de). Er fährt am Sonntag um 15.30 Uhr von der Sporthalle Stadtmitte ab (Anmeldung erforderlich). Das Spiel beginnt um 17.30 Uhr in der Deutenberghalle.

mad