Lokalsport

Sportunterricht mal anders

Werkrealschüler aus Lenningen stellen sich morgen der Herausforderung Silvesterlauf

Kaum eine andere Sportveranstaltung in der Teckregion ist so facettenreich wie der Kirchheimer Silvesterlauf. Für den buntesten Farbklecks der diesjährigen Erstürmung des Teckbergs, die morgen um 15 Uhr zum 29. Mal ansteht, sorgt ein Grüppchen Werkrealschüler aus Lenningen.

Sportunterricht mal anders

Lenningen/Kirchheim. Sage noch einer, der Jugend von heute mangele es an der richtigen Einstellung. Während ihre Altersgenossen in den Weihnachtsferien auf der faulen Haut liegen, heißt es für Mustafa, Lisi und Lena trainieren, trainieren, und nochmals trainieren. Schließlich stellen sich die drei Neuntklässler der Werkrealschule Lenningen morgen um 15 Uhr ihrer bislang größten sportlichen Herausforderung: dem Silvesterlauf.

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Die Lust am Laufen hat die Sportlehrerin der drei geweckt. Susanne Niemeyer hatte zu Schuljahresbeginn ein entsprechendes Angebot für den Sportunterricht parat. Unter dem Motto „Ich bin fit für die Zukunft und tu‘ was dafür“ brachte sie ihren Schülern nahe, was sie selbst mit am liebs­ten tut: laufen. Als ehemalige Spitzentriathletin und -duathletin ist die 44-Jährige dem Ausdauersport immer noch eng verbunden und daher umso glücklicher, wenn sie mit ihrer Erfahrung andere motivieren kann.

Dass sie bei ihren Schülern jedoch gleich so große Begeisterung hervorrufen würde, kam auch für Nieymer überraschend. „Insgesamt machen zwölf Stück mit, damit hätte ich nicht gerechnet.“

So laufen sie also seit gut einem halben Jahr einmal pro Woche von der Schulsporthalle startend kreuz und quer durchs Lenninger Tal und entdecken dabei ganz nebenbei auch ihre Heimat neu. „Einmal sind wir an den Sattelbogen gelaufen als schon Schnee lag. Da sah‘s im Tal aus wie im Paradies, so schön“, erzählt Alper, der eigentlich in die siebte Klasse geht, aber wie einige seiner Klassenka­meraden von Beginn an Feuer und Flamme für das Projekt war und sich den „Großen“ kurzerhand anschloss.

Wer den Sattelbogen meistert, braucht den „Ho-Tschi-Minh-Pfad“ nicht fürchten – kein Wunder also, dass bei den Fittesten die Idee reifte, mit dem Silvesterlauf am herausfordendsten Sport-Event der Gegend teilzunehmen. „Ich trau‘ mir das schon zu, von unten nach oben ganz durchzulaufen“, sagt Mustafa selbstbewusst. Und auch Lisi und Lena, denen Susanne Niemeyer großes Talent attestiert, dürften morgen wenig Probleme mit den 464 zu überwindenden Höhenmetern zwischen Kirchheimer Rathaus und dem Burghof der Teck bekommen. Dort wird nach Wunsch der Lehrerin jedoch Schluss für die Pennäler sein. „Wir laufen nicht zurück bis nach Kirchheim, sonst wird‘s doch zu anstrengend“, sagt Niemeyer.

Ausschau nach den ambitionierten Schülern und ihrer engagierten Lehrerin lohnt sich morgen also. Zu erkennen werden sie leicht sein, schließlich haben sie sich eigens für ihre spezielle Sportstunde schon vor Wochen knallorange T-Shirts mit ihrem Motto anfertigen lassen. Mit denen werden sicherlich auch jene aus der illustren Sportunterrichtstruppe, die nicht selbst mitlaufen, am Streckenrand stehen und ihre Kameraden eifrig anfeuern.