Lokalsport

Staffel-Aussichtensind getrübt

Krankheitssorgen plagen die Leichtathletinnen des VfL Kirchheim vor dem Start bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften, die am Wochenende in Leipzig stattfinden. Vor allem die Staffel droht hinter ihren Erwartungen zurückzubleiben.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Wenn ein Rumäne einen Franzosen in Sachen Leichtathletik zitiert, spitzt der Sportjournalist die Ohren. "Dabei sein ist alles" der durch Pierre de Coubertin geprägte olympische Gedanke ist für VfL-Trainer Micky Corucle zum Credo geworden, was die Erwartungen seiner Athletinnen bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften angeht. Für den VfL gemeldet sind Ann-Kathrin Fischer über 60 m und Katja Holder über 200 m. Darüber hinaus schickt Corucle seine ambitionierte Mädchen in der Staffel an den Start in welcher Besetzung ist freilich noch offen: Anja Wackershauser ist immer noch geschwächt durch die vor Wochen eingehandelte Lungenentzündung, nimmt den 500-Kilometer-Trip nach Leipzig aber dennoch auf sich: "Es steht noch garnichts fest", sagt Corucle, "vielleicht kann sie doch noch mitlaufen."

Mit dem Einsatz Wackershausers steht und fällt das Abschneiden der VfL-Staffel, die sich als amtierender deutscher Vizemeister über 4 x 100 m im Freien auch über die 4 x 200-m-Distanz in der Halle einiges ausgerechnet hat(te). "Wir wollen schon in den Endlauf", sagt Katja Holder, die entweder an Position eins oder zwei laufen wird, "aber ohne Anja wird das ziemlich schwer." Ihr Coach wählt drastischere Worte: "Ohne Anja haben sie keine Chance", sagt Corucle, der jedoch nicht das Leistungspotenzial von Ersatzläuferin Melanie Föll schmälern will.

Als wäre dies alles nicht schon genug, plagen auch Staffel-Mitglied Nummer drei gesundheitliche Sorgen: Ann-Kathrin Fischer hat zum dritten Mal in diesem Winter eine Grippe erwischt. Inwieweit die 18-Jährige dadurch auch bei ihrem Einzelstart über 60 m (wo sie immerhin mit der drittschnellsten Zeit gemeldet ist) gehandicapt sein wird, bleibt abzuwarten. "Bei Ann-Kathrin ist momentan ein bisschen der Wurm drin", klagt Corucle, der angesichts dieser ganzen Miseren eben Coubertin bemühen muss: "Für uns kann in diesem Jahr nur der olympische Gedanke zählen." Die Enttäuschung beim Erfolgscoach hält sich jedoch in Grenzen. "Das gehört eben dazu. Außerdem ist das alles in allem ja bloß unser Hobby."

Die Kastanien aus dem Feuer holen könnte Katja Holder, der Corucle über 200 m Großes zutraut: "Katja kann in den Endlauf kommen." Nachdem sie ihre persönliche Bestzeit beim Sparkassen-Cup auf 25,15 Sekunden geschraubt hatte, ist sie der nationalen Konkurrenz einen weiteren Schritt näher gekommen.